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Delitzsch In Niederossig gibt es ihn noch, den Treff auf ein Bier am Gartenzaun
Region Delitzsch In Niederossig gibt es ihn noch, den Treff auf ein Bier am Gartenzaun
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10:17 09.03.2017
Holger Tuchscherer im Gespräch mit seiner Nachbarin Joana Lopes, ihre Familien sind nach Niederossig gezogen, weil sie hier den passenden Ort fürs Leben gefunden haben.  Quelle: Thomas Steingen
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Niederossig

 Was ist eigentlich los auf dem Lande? Was wird geredet im Dorf? Was bewegt die Menschen? Die LVZ- Serie Unterwegs in ... zeigt es.

Mit 127 Einwohnern zählt Niederossig zu den kleineren Ortsteilen der Gemeinde Krostitz. Durch den Zuzug von jüngeren Familien hat der Ort aber einen gesunden Altersdurchschnitt, weiß Ortschronist Adolf Tuchscherer. Gleich am Ortseingang von Krensitz kommend werkelt Marco Fleske in seinem Eigenheim. Der 39-Jährige und seine Partnerin Janina Angelmann haben in Niederossig ein Grundstück gekauft, weil sie nach Feierabend ihre Freizeit in Ruhe genießen möchten. Fleske ist gebürtiger Leipziger, aber als Wohnort habe er die Großstadt satt. „Hier ist es optimal. Das Grundstück mit schönem Garten hintendran ist erschwinglich, liegt nahe Krostitz und im Einzugsgebiet von Leipzig“, erzählt der Gas- und Wasserinstallateur und macht sich wieder ans Verlegen von Rohren im Haus, denn im Frühjahr will er einziehen.

LVZ-Serie "Unterwegs in..."

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Bei Problemen packen alle mit an

Einige Meter weiter wohnt Holger Tuchscherer mit seiner Familie. Er arbeitet als Tischler in Krensitz, seine Frau hat einen Friseursalon in Taucha und im eigenen Haus eine Friseurstube für Kunden aus dem Ort. Auch sie sind zugezogen und fühlen sich wohl in Niederossig. „1998 konnte ich hier ein Grundstück günstig erwerben, 2004 sind wir dann ins neu gebaute Eigenheim gezogen“, erzählt der 42-Jährige, der sich auch in der Freiwilligen Feuerwehr engagiert. Zirka zwei Drittel der Leute im Ort seien zwischen 30 und 45 Jahre, schätzt er. „Wir verstehen uns gut untereinanderer, sind eine eingeschworene Gemeinschaft. Man quatscht am Gartenzaun und eine Gruppe von 30 bis 35 Leuten feiert regelmäßig gemeinsam. Manchmal treffen wir uns auch spontan auf der Straße auf ein Bier, und man hilft sich untereinander. Wenn jemand ein Problem hat, packen alle mit an“, so der aus Krensitz Stammende.

Nähe zum Arbeitsort

Die gute Nachbarschaft schätzt auch Sascha Marre, Betriebsleiter der Krostitzer Brauerei, denn eine solche gute Gemeinschaft sei nicht selbstverständlich. „Für uns ist das ein Glücksfall“, freut sich der 43-Jährige. Er und seine Frau Joana Lopes sind praktisch von Portugal nach Niederossig gezogen. Seit 2012 leben sie nun mit den Kindern Lara (7 Jahre) und Tiago (5) hier und fühlen sich wohl, denn sie sind hier integriert. Lara turnt bei den Krostitzer Akrobaten und Tiago spielt bei den Bambini in Krostitz Fußball. „Drei Nachbarn von uns sind etwa im gleichen Alter, da haben wir schnell Kontakt gefunden. Gut finde ich auch, dass die Altersstruktur im Ort insgesamt gut durchmischt ist“, schildert Sascha Marre. Ein Grund für ihn, in Niederossig zu leben, ist auch die Nähe zum Arbeitsort. Allerdings sei es nicht ganz einfach gewesen, ein Grundstück mit Haus zu finden, denn neu bauen wollte er nicht. In Niederossig wurden er und seine Frau fündig. Vermissen tun sie eigentlich nichts. „Verbesserungswürdig ist vielleicht die Busanbindung nach Leipzig, vor allem abends für junge Leute“, meint er.

Von Thomas Steingen

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