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In Pohritzsch läuft die Süßkirschen- und Aprikosenernte auf Hochtouren

Obstanbau In Pohritzsch läuft die Süßkirschen- und Aprikosenernte auf Hochtouren

36 polnische Erntehelfer pflücken derzeit auf den Plantagen des Pohritzscher Obsthofes Süßkirschen. Die Bäume tragen gut, sodass eine reiche Ernte erwartet wird. 20 Prozent der Kirschen vermarktet der Betrieb selbst, den Rest liefert er an die Erzeuger- und Absatzgenossenschaft Saaleobst. Das Erdbeergeschäft lief wegen Überproduktion dieses Jahr weniger gut.

Auf den Plantagen des Pohritzscher Obsthofes werden derzeit Süßkirschen geerntet.

Quelle: Alexander Prautzsch

Pohritzsch. In diesen Wochen haben die Bauern vom Obsthof Pohritzsch und ihre polnischen Erntehelfer alle Hände voll zu tun, denn die Kirschenernte läuft auf Hochtouren. Auch der Laie erkennt, wenn er an den Plantagen vorbeifährt, dass die Obstbauern dieses Jahr mit einer guten Ernte rechnen können. Nur bei den Erdbeeren lief es 2016 nicht so gut. „In Deutschland werden einfach zu viele Erdbeeren angebaut. Für 50 Cent für eine 500-Gramm-Schale auf dem Großmarkt lohnt es sich nicht mehr“, erklärt Martin Weber, Geschäftsführer des Obsthofes in Pohritzsch. „Deshalb haben wir nur so viele Erdbeeren geerntet, wie wir in unserem Hofladen und auf den Märkten verkaufen konnten.“ Heißt, in fünf Wochen nur 16 Tonnen statt möglicherweise 30, die die 5,6 Hektar hergegeben hätten. Deshalb wird der Betrieb seine Erdbeeranbaufläche auch reduzieren.

Auf späte Sorten spezialisiert

Seit 1. Juli pflücken Webers 36 Helfer vormittags Süßkirschen und nach einer Pause am Nachmittag/Abend Aprikosen. Bei den Süßkirschen, deren Durchmesser mindestens 24 Millimeter betragen muss und bis 34 Millimeter reichen kann, erwartet der Obsthof eine richtig gute Ernte. Der milde Winter und gutes Wetter zur Blüte haben ebenso dazu beigetragen wie die Bienen eines Imkers. Der Obsthof hat sich auf späte Sorten der dunklen Knorpelkirschen spezialisiert. Die seien preisstabiler, sagt Martin Weber. Früchte die das Mindestmaß noch nicht erreicht haben, lassen die Pflücker hängen, denn „die reifen nach“, weiß der Obstbauer, sodass sie etwas später vom Baum geholt werden können. Geerntet werden die Süßkirschen übrigens mit Stiel. „So halten sie länger“, erklärt er und hat für Kunden gleich noch einen Tipp parat: „Ist der Stiel noch grün, sind die Kirschen frisch.“

Zirka 20 Prozent der Ernte werden selbst vermarktet, der Rest geht erntefrisch an die Saale Obst Erzeuger- und Absatzgenossenschaft in Schochwitz bei Halle. Dort werden die Süßkirschen nach Größe sortiert und im sogenannten Hydrocooler mit Eiswasser auf eine Temperatur von 2 Grad Celsius gekühlt und danach schonend im Karton verpackt. So bleiben die Kirschen auch bei längeren Transportwegen frisch und knackig. Wie Martin Weber berichtet, würden die Kirschen unter anderem nach England exportiert und an Einkaufsmärkte der Lebensmittelketten in Deutschland geliefert . Schätzungsweise 60 Tonnen Süßkirschen könnten die rund sieben Hektar Anbaufläche in Pohritzsch dieses Jahr liefern.

Die sechs bis sieben Tonnen Aprikosen, die in Pohritzsch auf 2,5 Hektar erwartet werden, will der Obstbetrieb selbst auf den Frischemärkten in der Region und im Hofladen unter die Leute bringen. Bei diesem Obst ist der Erntezeitpunkt ganz wichtig, denn „wenn die Aprikosen reif sind, fallen sie schnell von den Bäumen“, erklärt der Fachmann.

Sauerkirschen für Saftgewinnung

Unmittelbar bevor steht die Sauerkirschenernte. Auch bei diesen Früchten ist der Behang der Bäume gut. Die 43 Hektar werden im Gegensatz zu den handgepflückten Süßkirschen maschinell geerntet. Zwei Maschinen rütteln die Kirschen von den Bäumen. Der Absatz der Sauerkirschen ist kein Problem. Sie werden alle zu Saft verarbeitet und dazu an die Genossenschaft geliefert. Rund 350 Tonnen hat der Obsthof angemeldet.

Auch bei Äpfeln und Pflaumen hoffen die Pohritzscher Landwirte auf eine gute Ernte. „Aber bis dahin ist es noch ein Stück“, weil Obstanbau immer wetterabhängig ist, seien Prognosen zum jetzigen Zeitpunkt gewagt. Bisher blieben die Plantagen des Obsthofes von Unwettern verschont. Nur einmal habe es gehagelt, was aber keine Schäden an den Früchten hinterlassen habe.

Von Thomas Steingen

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