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Delitzsch In Zschölkau überwiegt die Freude, dass die Ortsdurchfahrt endlich erneuert wird
Region Delitzsch In Zschölkau überwiegt die Freude, dass die Ortsdurchfahrt endlich erneuert wird
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00:18 23.07.2017
Trotz Straßenbaustelle vor der Tür lassen sich diese Zschölkauer die Laune nicht verderben. Schließlich gibt es was zu feiern. Ingeborg (Dritte von links) und Peter Banderlow (Zweiter von rechts) wohnen genau seit 50 Jahren im Ort. Quelle: Thomas Steingen
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Zschölkau

Der Ortsteil Zschölkau ist in der Gemeinde Krostitz einer der letzten, in dem die Durchgangsstraße grundhaft ausgebaut wird. Lange haben die Zschölkauer darauf warten müssen, weil andere Vorhaben bisher Vorrang hatten. Seit Mitte Mai wird die Ortsdurchfahrt nun erneuert, ist dieser erste Abschnitt vom Ortseingang (aus Richtung Rackwitz kommend) bis zum Abzweig Straße „Am Bahndamm“ Baustelle, die zurzeit beidseitig bis unmittelbar an die Häuser reicht. Eine Situation, die für die Bewohner erhebliche Einschränkungen und Belastungen mit sich bringt. Doch diese nehmen viele von ihnen gelassen hin.

Freileitungen verschwinden

„Die Baustelle stört und nicht. Wir sind froh, dass Straße und Fußwege jetzt gebaut werden. Vor allem die Fußwege waren kaputt, sodass man im Winter keinen Schnee mehr schieben konnte“, beschreibt Gerd Majora. Ehefrau Erika ergänzt:

Ingrid Funke (rechts) und Sandra Schmidt mit ihrer fünf Monate alten Tochter Charlotte haben kein Problem mit der Baustelle. Schließlich wird danach die Straße ja viel leiser und bequemer sein als sie vorher war. Da ertragen Sie den Baulärm für wenige Monate gerne. Quelle: Wolfgang Sens

„Derzeit können wir nachts sogar mit offenem Fenster schlafen.“ Sie bezieht sich dabei auf dem Verkehrslärm, der sonst von Fahrzeugen, vor allem Lkw in den Nachtstunden verursacht wird. Seit 1973 wohnen die beiden direkt an der Rackwitzer Straße auf dem Grundstück, das Gerd Majoras Großeltern 1934 erworben haben. „Die Leute, die wir kennen, denken ähnlich wie wir und nehmen die Unannehmlichkeiten in Kauf, denn es verbessert sich ja einiges“, so der Zschölkauer, der einräumt, dass es aber immer auch ein paar Meckerer geben werde. Dass er auf seinem Grundstück wegen der neuen Stromkabel auch etwas verändern muss, sei ebenso. Dafür verschwänden aber die Masten samt Freileitungen. Auch der Bürgermeister kümmere sich, schildert Gerd Majora. „So haben wir gemeinsam für das Regenwasser eine Lösung gefunden, ohne, dass ich mein Grundstück aufreißen muss.“

Grillparty mit den Nachbarn

Schräg gegenüber von den Majoras haben sich in einem Vorgarten auf der anderen Straßenseite Nachbarn zusammengefunden, denn auf den Tag genau vor 50 Jahren sind Ingeborg und Peter Banderlow von Greiz hierher gezogen, und wie sie erzählen, „Neu-Zschölkauer“ geworden. Völlig überraschend für die Hausherren sind Jutta Dorn, Christa und Lutz Stephan mit Enkelin Anne sowie Angelika und Michael Tamm zum Gratulieren erschienen. Und wie es sich gehört, wird unbeeindruckt vom Baulärm auf der Straße auf dieses Jubiläum mit Sekt angestoßen. „Dass es 50 Jahre her ist, hatten wir im Blick und wollten auch ein kleines Straßenfest organisieren“, erzählt Peter Banderlow. Aber dann hieß es, die Straße wird gebaut. Deshalb sei der Tag in Vergessenheit geraten. Heute soll mit den Nachbarn nun eine Grillparty steigen.

Lob für Bauarbeiter

Auch in dieser Runde überwiegt die Freude darüber, dass das Straßenprojekt nun in Angriff genommen worden ist. „Wir haben gedrängelt, dass die Ortsdurchfahrt ausgebaut werden soll. Nun müssen wir auch die Konsequenzen tragen“, räumt Lutz Stephan ein. Lob gibt es für die Bauarbeiter, die zuvorkommend seien und alles Notwendige mit den Anwohnern absprechen würden. „Wenn wir eine Zufahrt zum Grundstück benötigen, wird diese hergerichtet“, so Lutz Stephan weiter. Viel müsse per Hand erledigt werden, weil immer wieder Kabel und Rohre auftauchen, die nicht im Plan eingezeichnet seien. Dennoch „wird hintereinander weggearbeitet“, sagt Ingeborg Banderlow. Eine Sorge teilen die Familien mit anderen im Ort: Sie befürchten, dass die neue Straße noch mehr Lkw-Fahrer verleiten könnte, durch Zschölkau zu rollen und hoffen, dass die Straße Lkw-unfreundlich gebaut wird.

Ebenfalls Handwerker Sven Kupke, der für einen Eigentümer ein Haus in der Rackwitzer Straße ausbaut, kommt trotz der Baustelle klar. „Bisher lief alles reibungslos“, ist seine Erfahrung. Das Haus, in dem Marie Wedemann wohnt, ist erst im zweiten Bauabschnitt betroffen. „Deshalb habe ich mir noch keine Gedanken darüber gemacht. Ich finde es gut, dass die Straße erneuet wird. Und ich werde einen Weg finden“, so die 18-Jährige.

Von Thomas Steingen

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