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In der Delitzscher Altstadt entstehen neue Seniorenwohnungen

In der Delitzscher Altstadt entstehen neue Seniorenwohnungen

Die Zahl der Rentner in Delitzsch steigt und steigt. Ihr Anteil an der Einwohnerschaft hat sich seit der Wende verdoppelt, und die Tendenz geht weiter nach oben.

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Das Ehrenberghaus am neuen Standort: Ungefähr so soll es aussehen. Baustart ist voraussichtlich Ende April. Grafik/

Quelle: Tiepelt Architekten/Wolfgang Sens

Delitzsch. Private Bauherren reagieren, schaffen im großen Stil barrierefreie Wohnungen. "Am besten gehen Objekte mit 80 Quadratmetern - drei Räume, Küche, Bad", stellt Axel Schüler fest. "Oder Zwei-Raum-Wohnungen mit 60 Quadratmetern." Je nach dem, ob Singles oder Paare einziehen. Der Delitzscher Bauunternehmer Axel Schüler gehört vor Ort zu den derzeit Aktivsten im seniorengerechten Segment. Ebenso die städtische Wohnungsgesellschaft (WGD).

Im April starten gleich zwei neue Baustellen in der Halleschen Straße. Schauplatz Nummer eins ist das Areal der einstigen Zigarrenfabrik an der Ecke Badergasse. Schülers Firma AS-Bau wird dort zwei Häuser errichten (siehe Grafik auf der Titelseite). Im vorderen direkt an der Halleschen Straße entstehen sechs Wohnungen, im hinteren drei. Geplant sind Zwei- und Drei-Raum-Quartiere mit mindestens 45 Quadratmetern. Das vordere Haus erhält ein Stockwerk mehr - dort kommen im Dachgeschoss 100 Quadratmeter unter, verteilt auf vier Zimmer plus Funktionsräume.

Auf Baustelle Nummer zwei schräg gegenüber wird alles etwas kleiner. Der Platz ist rar, weil das Grundstück vergleichsweise klein ist, eingezwängt zwischen Hallescher Straße, Mauergasse und Nachbarbauten. Doch die Adresse ist prominent: Die Hallesche Straße 36 war das Geburtshaus des Delitzscher Naturforschers Christian Gottfried Ehrenberg. Die WGD baut es nach historischem Vorbild wieder auf. Vorgesehen sind Ein- und Zwei-Raum-Wohnungen mit 35 bis 48 Quadratmetern.

Die beiden Bauprojekte haben einiges gemeinsam. Sie schließen nicht nur Lücken in der Altstadt, sondern bedienen vorrangig auch die gleiche Zielgruppe: Mieter jenseits der 65. Von dieser Klientel gibt es in Delitzsch aktuell rund 6500 Menschen, berichtet das Statistische Landesamt. Das entspricht etwa 25 Prozent der Stadtbevölkerung einschließlich Ortsteilen. Laut amtlicher Bevölkerungsprognose wird die Zahl der Senioren bis zum Jahr 2025 auf mehr als 7700 gewachsen sein. Dann gehört etwa jeder dritte Delitzscher in diese Altersgruppe. Ein Zuwachs, der sich auch aus dem Umland speist. "Viele Senioren verkaufen ihr Einfamilienhaus auf dem Lande und ziehen in die Stadt, weil die Versorgung besser ist", hat Axel Schüler festgestellt.

Für seine sogenannte "Mehrgenerationen-Wohnanlage" an der Badergasse haben sich bereits erste Interessenten gemeldet. Die Quartiere dort erhalten eine gehobene Ausstattung, kosten voraussichtlich acht Euro pro Quadratmeter kalt. Dafür gibt es im Vorderhaus einen Fahrstuhl, im hinteren Objekt ist ein Treppenlift möglich. Zwischen beiden Häusern bleibt ein Freiraum von etwa 20 Metern - dort entstehen Parkplätze und Abstellräume.

Beim wieder auferstehenden Ehrenberghaus gibt es statt Freiflächen Kompaktlösungen. Das Erdgeschoss des früheren Gebäudes existiert noch, soll erhalten werden. Und damit auch das Holztor der einstigen Einfahrt, im Moment hinter Mauersteinen verborgen: Es bildet künftig den Eingang für den Wirtschaftsraum. Zwei Etagen werden noch aufgesetzt, insgesamt fünf Wohnungen sind geplant, der Keller wird verfüllt. Das Ganze unter den wachen Augen des Denkmalschutzes - und interessierter Senioren. Erste Anfragen liegen vor.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.03.2015
Kay Würker

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