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In der Delitzscher Kaserne wird weitergebaut

Bundeswehr In der Delitzscher Kaserne wird weitergebaut

Die Bundeswehr soll mehr Soldaten bekommen. Die „Trendwende Personal“ hat für die Unteroffizierschule des Heeres in Delitzsch unmittelbare Auswirkungen. Zusätzliche Lehrsäle werden benötigt. Die Interimslösungen ist ein Containermodul-Neubau. Ein zusätzlicher Sportplatz und weitere Schießbahnen werden benötigt.

Diesen Monat wird die Interimslösung für die Nutzung an die Bundeswehrschule in der Delitzscher Kaserne übergeben.

Quelle: Ditmar Wohlgemuth

Delitzsch. Die „Trendwende Personal“ in der Bundeswehr, von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen Ende vergangenen Jahres deklariert, die Truppe bis zum Jahr 2024 auf mindestens 198 000 Soldaten aufzustocken, hat auch unmittelbare Auswirkungen für die Feldwebel-Boldt-Kaserne in Delitzsch mit der Unteroffizierschule des Heeres (USH). Derzeit werden dort etwa 650 Soldatinnen und Soldaten pro Quartal ausgebildet. „Diese Zahl war jedoch berechnet auf die bislang vorhandene Personalstärke der Bundeswehr mit etwa 178 000 aktiven Soldaten“, erklärte Hauptmann Rainer Krebs, Sprecher der USH in Delitzsch. „Wird mehr Personal gebraucht, müssen wir auch mehr Feldwebel und Unteroffiziere mit Führungsverantwortung ausbilden.“

Erweiterungsbau erst Ende 2017 fertig

Die Ausbildungskapazitäten müssen am Standort deshalb deutlich erweitert werden. Dem hatte man bereits vor dem Beschluss der Ministerin Rechnung getragen, als der Auftrag erteilt wurde, das zweite Lehrsaalgebäude zu erweitern. Seit Januar 2016 wird an dem Erweiterungsbau gearbeitet. Gesamtinvestition etwa 4,3 Millionen Euro. Mit dem Anbau entstehen 13 zusätzliche Lehrsäle für die theoretische Ausbildung. „Diese zusätzlichen Plätze stehen uns aber voraussichtlich erst Ende des Jahres vollständig zur Verfügung“, erklärte Presseoffizier Krebs. Deutlich früher werde aber die Anzahl der Lehrgangsteilnehmer steigen. Die Feldwebel- und Unteroffizieranwärterbataillone (in Sondershausen, Celle, Altenstadt), die der USH im Sommer 2016 unterstellt wurden, sind bereits um zusätzliche Kompanien erweitert worden. Nach einer halbjährigen Ausbildung wechseln diese Soldaten an die USH.

Kapazitätsgrenze erreicht

Die Kapazitätsgrenze der Ausbildungsinfrastruktur der USH ist aber bereits erreicht. Deshalb soll noch in diesem Monat die Interimslösung in Betrieb gehen. Aus Containermodulen wurde ein weiteres Gebäude mit sechs Hörsälen errichtet. „Er soll zunächst für fünf Jahre Kapazitäten bereitstellen“, so Krebs. Dass der eingeschossige Bau danach wieder entfernt wird, könne er sich aber nicht vorstellen. Eine Reserve dieser Art sei immer willkommen.

Zweiter Sportplatz in Planung

Mit der Fertigstellung des Lehrsaalgebäudes endet keineswegs die Bautätigkeit in der Kaserne. Mehr als 110 Millionen Euro sind seit 1990 in den Standort geflossen. „Wir benötigen neben der bereits 2011 errichteten zweiten Sporthalle dringend auch noch einen zweiten Sportplatz“, erklärte Rainer Krebs. Bis zum April 2018 sollte der an der Peripherie der Kaserne entstehen. Umweltverträglichkeitsprüfungen verzögern derzeit das Vorhaben.

Auch mit dem Bau eines vierten Schießsimulators für Handwaffen und Panzerabwehrwaffen ist bereits begonnen worden. Fertigstellung im September.

Bis zum Jahr 2019 muss die Trennung von Trink- und Löschwasserleitungen erfolgt sein. Als eine Herausforderung besonderer Art stellt sich Krebs die neu zu organisierende Trinkwasserversorgung in den Unterkunftsgebäuden vor. „Für jedes Gebäude wird etwa ein Jahr veranschlagt, um sämtliche Leitungen zu wechseln. Und das bei laufendem Ausbildungsbetrieb.“ Der Bau von zwei zusätzlichen Schießbahnen auf der Standortschießanlage ist bis spätestens 2023 vorgesehen.

Von Ditmar Wohlgemuth

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