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Delitzsch Integrationskoordinatorin Claudia Süß will ehrenamtliche Helfer stärken
Region Delitzsch Integrationskoordinatorin Claudia Süß will ehrenamtliche Helfer stärken
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16:00 10.04.2017
Claudia Süß Quelle: André Pitz
Nordsachsen

Wiedemar, Rackwitz, Krostitz, Schönwölkau und Löbnitz – kein kleines Einsatzgebiet, in dem Claudia Süß unterwegs ist. Die 42-jährige arbeitet dort als sogenannte kommunale Integrationskoordinatorin daran, alle Fäden zusammenzuführen, die am Thema Migration hängen. „Ich sehe mich als Bindeglied und Vermittler zwischen den Welten“, fasst Süß ihre Aufgabe zusammen. Asylbewerber, ehrenamtliche Helfer, Mitarbeiter der Kommunalverwaltungen und des Landratsamtes sowie die Bürger selbst – alle bringen unterschiedliche Voraussetzungen mit und müssen doch irgendwie miteinander funktionieren. Nach den ersten drei Monaten im Austausch mit den unterschiedlichen Parteien ist für die Koordinatorin klar: „Es geht vor allem darum, Ehrenamtler zu finden, sie zu bestärken und miteinander zu vernetzen.“ Im Rackwitzer Ortsteil Podelwitz hat sich aus der Kirchgemeinde heraus ein engagierter Helferkreis gebildet, der den Asylbewerbern etwa Deutschunterricht anbietet und Dokumente bespricht.

Ehrenamtliche Helfer finden und vernetzen

Auch in Zschortau gibt es Hilfe aus der gleichen Ecke. „In anderen Gemeinden sind es oftmals nur einzelne Personen. Die möchte ich versuchen aufzufangen, weil sie einfach überlastet sind“, erläutert Süß. In Wiedemar sorgt die ungünstige Lage der Gemeinschaftsunterkunft im Gewerbegebiet für Probleme. „Die örtliche Abschottung stellt eine Barriere dar. Man denkt seltener über das nach, was man nicht sieht.“ Das möchte die Koordinatorin jetzt ändern und entsprechende Kontakte knüpfen.

Claudia Süß steht jedoch nicht nur mit freiwilligen Helfern, sondern auch den kommunalen Verwaltungen in Kontakt und etabliert sich dort als Ansprechpartnerin und Informationsgeberin. Dabei profitiert sie nach eigenen Angaben durchaus von ihrer außenstehenden Perspektive. „Ich bin noch nicht vorbelastet und kann auch dumme Fragen danach stellen, was andere gar nicht mehr sehen. Eine gewisse Betriebsblindheit stellt sich mit der Zeit einfach ein“, sagt Süß.

Tapetenwechsel sorgt für Herausforderungen

Zuvor arbeitete die 42-Jährige mit Abschluss in BWL in Dessau und Wittenberg als Assistentin der Geschäftsführung eines Krankenhauses. Der Tapetenwechsel brachte einige Herausforderungen mit sich. Am Anfang verbrachte sie viel Zeit damit, die bestehende Gesetzeslage zu durchdringen und sich mit den verschiedenen Fluchtländern auseinanderzusetzen. „Davon hört man zwar in den Medien und ist dann immer schnell betroffen. Aber die Hintergründe kennenzulernen hilft dabei, alles etwas zu objektivieren.“

Mit dem geschärften Blick hat sich Claudia Süß konkrete Ziele für die nächste Zeit gesetzt: „Ich möchte Mikroprojekte auf dem Zettel stehen haben.“ Dabei geht es um 1000 Euro, „die man relativ unbürokratisch beim Landkreis beantragen kann.“ Kleine Vereine könnten damit schon viel bewegen. „Es braucht mehr Aktion“, betont Süß.

Von André Pitz

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