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Delitzsch Integrationskurs der deutschen Sprache vereint Teilnehmer aus sechs Ländern
Region Delitzsch Integrationskurs der deutschen Sprache vereint Teilnehmer aus sechs Ländern
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19:50 19.05.2010
Frauen und Männer aus sechs Nationen lernen in der Volkshochschule Delitzsch Deutsch.
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Delitzsch

Seit Anfang dieses Monats läuft ein neuer Integrationskurs an der Volkshochschule (VHS) in Delitzsch, der von Olga Gräfe geleitet wird. Bis Ende des Jahres werden die Teilnehmer Deutsch büffeln und nach 645 Stunden eine Prüfung ablegen.

Am Dienstagmorgen begrüßt die Dozentin ihre Schüler und beginnt die Unterrichtsstunde mit einer Dialogrunde. Katarina und Ewa stellen sich als erstes gegenseitig persönliche Fragen und antworten jeweils mit einem vollständigen Satz darauf: „Wie heißt du?“, macht den Auftakt. „Ich heiße Katarina, können wir Du sagen?“ Die Gesprächspartnerin antwortet: „Ja, ich heiße Ewa.“ Die nächste Frage: „Aus welchem Land kommst du?“, die Antwort: „Ich komme aus Polen und du?“ Katarina: „Ich komme aus der Ukraine.“

Nach und nach werden die Fragen, so wie sie Olga Gräfe an die Tafel geschrieben hat, auch von den anderen Kursteilnehmern gegenseitig beantwortet. Persönliches Kennenlernen wird groß geschrieben. Das beginnt schon in der ersten Stunde. Denn als am 3. Mai um 8 Uhr die frischgebackenen VHS-Schüler zum ersten Mal zusammensaßen, hatte Gräfe eine kleine „Eselsbrücke“ geschlagen. Zum Anfangsbuchstaben des Vornamens sollte jeder sagen, was er besonders gern macht. Katarina fiel da  sofort Kunst und Klavier ein, Lena Lernen und Vladimir Vogelgesang hören. Ein lockerer Beginn, der Lernende und Lehrerin miteinander vertraut machte.

„Seit 2005 ist der Integrationskurs international“, erzählt Olga Gräfe. Das hält die studierte Germanistin und Wahl-Delitzscherin für eine große Bereicherung. Denn die Kursanten sprechen wegen der unterschiedlichen Herkunftsländer auch untereinander Deutsch, tauschen sich gegenseitig aus und im Lauf der Zeit entstehen sogar Freundschaften, berichtet sie. „Es ist handlungsorientiertes Lernen“, erklärt  Gräfe in der Pause. „Es wird für draußen, für das Leben gelernt.“ Und sie bezieht auch unkonventionelles Herangehen ein.

Ein Beispiel: Als es um die Bedienung eines Fahrkartenschalters ging, wurde gleich mal ein Abstecher zum Bahnhof gemacht, um dies zu demonstrieren.  Und als vergangene Woche die Lehrerin selbst – natürlich auf Deutsch – gefragt wurde, was sie denn so in der Freizeit mache, stand plötzlich Rhabarber-Kuchen zur Debatte. Eine zunächst lapidar klingende Sache, die aber für das Deutschlernen im Alltag eine Menge Möglichkeiten bietet, Alltags-Formulierungen zu lernen. Und nebenbei erfährt man noch, dass Rhabarber auf Russisch Rewen und auf Türkisch Revent heißt.

„Die Leute öffnen sich, die Sprache öffnet sich und ich lerne von den Schülern mit“, kommentiert die Dozentin. Sie lobt das neue Lehrbuch „Deutsch im Alltag“, das auch sehr das selbstständige Arbeiten fördere. So erhielten diese Woche die Schüler die Aufgabe, die auf einer CD gehörten Wörter als Diktat aufzuschreiben. Im Unterricht wird dann auf dieser Grundlage Satzbildung geübt.

Deutschlernen fürs angestrebte  Studium ist für Katarina besonders wichtig, erklärt sie. Marie und Nadine führen als Lerngrund Leben in Deutschland und Beruf ins Feld. Von „ein bisschen“ über „etwas mit Eltern und Schwester“ bis hin zu einem klaren „Ja“ reichen die Antworten auf die Frage, ob man auch zu Hause Deutsch spreche. Und was ist besonders schwierig an der Sprache? Marie überlegt nicht lange: „Die Artikel der, die, das.“

Am Anfang des Kurses bei der Volkshochschule steht in der Regel ein Berechtigungsschein von der Ausländerbehörde. Am Ende gibt es die Prüfungswertung. Dabei ist B1 die obere Stufe, die auch wichtig für die Einbürgerung ist. Doch bange machen gilt nicht. Denn wer nicht bestanden hat, kann noch einmal 300 Unterrichtsstunden zulegen.

Lutz Schmidt

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