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Integrationsministerin Köpping in Delitzsch: „Wer nicht will, kann nicht bleiben“

Asylbewerber Integrationsministerin Köpping in Delitzsch: „Wer nicht will, kann nicht bleiben“

Es geht nicht darum, Flüchtlinge zu verwahren, sondern sie zu integrieren. Darin sieht die sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping, eine große Aufgabe. In einer Gesprächsrunden mit dem SPD-Ortsverband Delitzsch machte sie am Montagabend deutlich, dass der, der sich nicht integrieren will, nicht bleiben kann.

Gesprächsrunde des Delitzscher SPD-Ortsverbandes mit Petra Köpping (Mitte).

Quelle: Ditmar Wohlgemuth

Delitzsch. „Es war eine harmonische Gesprächsrunde zum Thema Flüchtlinge und Integration“, stellte Gastgeber, Moderator und SPD-Ortsverbandsvorsitzender Rüdiger Kleinke am Montagabend im Bürgerhaus Delitzsch fest. „So hätte ich das gar nicht erwartet, aber ich bin froh darüber.“ Prominenter Politikergast war Petra Köpping (SPD), sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration. In der Runde saßen neben Deutschen auch Flüchtlinge, die in Reibitz und Badrina wohnen, auch bei der Gestaltung des Außenbereiches des künftiges Uma-Heimes in Reibitz seit Monaten kräftig mit anpackten.

Flüchtling dankt für die Hilfe

Ein Afghane bedankte sich im Namen der gemischten Flüchtlingsgruppe dafür, dass man sich um sie kümmere. Er räumte ein, dass es natürlich mitunter Konflikte schon wegen der unterschiedlichen Kulturen, der unterschiedlichen Herkunftsländer gebe. „Die entstehen aber nicht selten aufgrund von Missverständnissen“, war sich die Ministerin sicher. „Wir müssen vermitteln, wie Deutschland funktioniert.“ Mit Integrationskursen werde man jetzt der Aufgabe gerecht. Da ging es eben nicht nur um die Sprache, sondern vor allem auch um die Kultur, die den Flüchtlingen in ihrer Landessprache vermittelt werden. Kulturmittler leiten diese Kurse.

Der Afghane, der seinen Deutschkurs in Leipzig auf eigene Kosten absolviert, weil ihm das Warten offenbar zu lange dauert, bat, für seine Landsleute künftig nicht nur Deutschkurse anzubieten, sondern eben Integrationskurse. „Sie wollen sich integrieren, sie sind dankbar, wenn sie etwas tun können. Sie wollen auch. Natürlich ist es meist beschwerlich, ihnen verständlich zu machen, was für eine Arbeit gerade zu leisten ist“, erzählte Reinhard Zänker aus eigenem Erleben. Er betreut die Gruppe Ausländer in Reibitz. Er machte allerdings auch klar, dass aus seiner Sicht nicht genügend Arbeit im Niedriglohnsektor auf dem ersten Arbeitsmarkt zur Verfügung steht. „Es stimmt“, offenbarte auch Petra Köpping. Von einem Fachkräftemangel in Sachsen könne ihres Wissens noch keine Rede sein, auch wenn noch reichlich Lehrstellen frei sind. 60 Prozent der ankommenden Flüchtlinge in Sachsen seien unter 35 Jahre. Ihnen Deutsch beizubringen und dann in eine Ausbildung zu vermitteln, sei vorrangige Aufgabe. Dabei setze sie aber auf eine Gleichbehandlung. „Natürlich sind die Flüchtlinge enttäuscht. Sie haben vieles anderes erwartet, hofften auf sofortige Arbeit, sind aber bis zu ihrer Anerkennung zum Nichtstun verdammt“, so Köpping.

Kritik an Abschiebepolitik

Für Rüdiger Kleinke ist Integration Pflicht, dass trifft auch auf den Besuch von Kursen zu. „Wer nicht will, kann nicht in Deutschland bleiben“, machte Petra Köpping unmissverständlich klar. Sie setzt zudem auf die freiwillige Rückkehr der Flüchtlinge. „Auf die Zwangsabschiebung zu warten, ist die deutlich schlechtere Variante“, sagte sie. Es würden sich immer mehr für eine Rückkehr entscheiden. Peter Schuster, Flüchtlingskoordinator, kritisierte die derzeitige Abschiebepolitik. Insbesondere Familien seien betroffen, die sich schon integriert hätten, Arbeit, aber eben jetzt kein Bleiberecht mehr haben. „Für solche Fälle brauchen wir ein Einwanderungsgesetz“, unterstrich Köpping die Forderung ihrer Partei.

Von Ditmar Wohlgemuth

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