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Delitzsch Investor plant Flachdach-Wohnungen am Scharfrichterhaus
Region Delitzsch Investor plant Flachdach-Wohnungen am Scharfrichterhaus
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23:23 23.09.2011
In unmittelbarer Nähe zum Scharfrichterhaus sollen die neuen Häuser entstehen. Quelle: Manfred Lüttich
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Delitzsch

Ein Gesprächsthema auch für den Technischen Ausschuss des Stadtrates.

Der Bauherr und Grundstückseigentümer Tarik Wolf ist derselbe, der auch für das nagelneue Wohn- und Gewerbeensemble am Delitzscher Filmtheaterhaus verantwortlich zeichnet. Das Folgeprojekt an der August-Fritzsche-Straße steht, zumindest in Bezug auf das Ausmaß der Mietquartiere, dem Vorgänger keineswegs nach. Geräumige Etagenwohnungen sind vorgesehen, untergebracht in dreigeschossigen Reihenhäusern. Planungsunterlagen weisen teilweise im Parterre integrierte Garagen aus, zudem sollen sich auf der rückwärtigen Seite Dachterrassen öffnen.

Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) steht dem Bauvorhaben positiv gegenüber. „Wir haben in der Stadt einen Mangel an Mietwohnungen mit mehr als hundert Quadratmetern. Aus Sicht der Stadtverwaltung spricht nichts dagegen“, konstatierte er vor Stadtratsmitgliedern. Dennoch erntete er kritische Nachfragen. Insbesondere die Steinwurf-Nähe zum historischen Scharfrichterhaus löste Bedenken aus – der Blick auf dieses Gebäude dürfe nicht völlig verbaut werden.

Für Jürgen Liebau, Sachgebietsleiter Denkmalschutz im Landratsamt, ist das Thema nicht neu. „Wir haben darauf hingewirkt, dass der Abstand zwischen Baukörper und Scharfrichterhaus vergrößert wird. Das wurde in der überarbeiteten Planung berücksichtigt“, schilderte Liebau. Zudem ist der Eckbereich an der Kreuzung von Lober- und August-Fritzsche-Straße vom Bauherrn für Parkplätze und eine Spielfläche reserviert.

Dass das Projekt ein Thema für den Technischen Ausschuss wurde, lag allerdings nicht an der benachbarten prominenten Adresse, sondern an der geplanten Gestaltung des Neubaus. Vorgesehen sind Pultdächer mit lediglich fünf Grad Neigung, die Örtliche Gestaltungssatzung der Stadt hingegen schreibt symmetrische Satteldächer mit mindestens 45 Grad Abschrägung vor. Abweichungen können zugelassen werden, wenn beispielsweise der bereits vorhandene Gebäudebestand ebenfalls andere Dachformen aufweist – und der Ausschuss der Abweichung zustimmt. Das hat er. Einstimmig sogar. Allerdings nicht ohne Debatte.

Hartmut Mochalski (CDU) befürchtet, die „Flachdächer könnten als Fremdkörper empfunden“ werden. Er habe Bauchschmerzen bei dieser Lösung. Bedenken äußerte auch Ralf Schubert (Linke), sprach von einer futuristischen Dachform. „Ich halte das nicht für futuristisch, sondern einfach für modern“, entgegnete Volker Löffler (SPD). „Ich denke schon, dass das reinpasst. Wir sind mit diesem Baugebiet nicht in der Altstadt.“

OBM Wilde erklärte, dass die August-Fritzsche-Straße moderne Elemente durchaus vertragen könne. Zwar sei diese Straße mal komplett von Scheunen gesäumt gewesen, doch die seien längst weitgehend einer vielgestaltigen Bebauung aus Gründer- und DDR-Zeit gewichen. Und laut Bauherr gibt es bereits ausreichend Mietinteressenten fürs neue Reihenhaus-Ensemble.

Kay Würker

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