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Investor will Delitzscher Wasserturm zu Hotel machen

Neue Pläne für Baudenkmal Investor will Delitzscher Wasserturm zu Hotel machen

Der Eigentümer des Delitzscher Wasserturmes hat mit dem denkmalgeschützten Bauwerk Großes vor. Der Turm soll erhalten bleiben und in einen Hotelkomplex integriert werden. Dafür benötigt er Flächen, die derzeit noch zur Gartenanlage Am Wasserturm gehören.

Als Wahrzeichen für Delitzsch ragt der Wasserturm aus der Kleingartenanlage.

Quelle: Thomas Steingen

Delitzsch. Der Wasserturm an der gleichnamigen Kleingartenanlage gehört zu den Wahrzeichen Delitzschs. In den zurückliegenden Jahren ist er zunehmend dem Zerfall ausgesetzt gewesen. Jetzt schmiedet die Eigentümerin, die ImmVest Wolf GmbH, Pläne, den denkmalgeschützten Turm in einen Hotelkomplex zu integrieren. Weil für ein Vorhaben dieser Größe ein Bebauungsplan (B-Plan) unumgänglich ist, hat Tarek Wolf die Aufstellung eines solchen bei der Stadtverwaltung beantragt. Der Stadtrat hat am Donnerstagabend diesem Antrag zugestimmt. In diesem Zusammenhang hat der Investor seine Pläne auch erstmals öffentlich vorgestellt.

So soll das Wasserturm-Hotel einmal aussehen

So soll das Wasserturm-Hotel einmal aussehen.

Quelle: Denda-Architekten

Wie Manfred Denda, der von Wolf mit dem Projekt beauftragte Architekt, berichtet, sei in Gesprächen mit dem Kreisverband der Kleingärtner Delitzsch und dem Vorstand der Gartensparte die Idee gewachsen, für das Areal, in dem der 1904 erbaute Turm nur ein Element sein wird, eine sinnvolle, gestalterische und wirtschaftliche Nutzung herbeizuführen. Allerdings benötigt der Investor dafür Flächen, die jetzt noch zur Kleingartenanlage gehören. Das Land will Wolf von der Stadt erwerben, die Eigentümerin der Flächen ist. 27 Gärten, davon die 20 Parzellen in der Reihe parallel zur Leipziger Straße, sowie das Vereinsheim liegen im B-Plan-Gebiet. Somit ist eine Einigung mit den Kleingärtnern, ihrem Verein und dem Kreisverband erforderlich.

Der Gartensparte kommen die Pläne in gewisser Weise entgegen, denn von den 120 Gärten stehen derzeit 20 leer. Vor allem die Parzellen an der Leipziger Straße seien zunehmend schwer zu verpachten, schildert Vereinsvorsitzende Isabelle Krause. Der Kreisverband stehe einer Verbesserung der Infrastruktur in der Stadt grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber, sagt dessen stellvertretende Vorsitzende.

„Wir werden dem Vorhaben jedoch nur zustimmen, wenn die Rahmenbedingungen für die Entschädigungsleistungen gegenüber den Kleingärtnern vertraglich gesichert sind“, so Anke Reisdorf. Aber auch der Neubau für das Spartenheim mit Unterstellmöglichkeiten als Ersatz für das wegfallende alte Vereinsheim, die Schaffung von Park- und Zufahrtsmöglichkeiten, die ununterbrochene Versorgung mit Medien sowie die Übernahme möglicher Umschlussarbeiten und die Schaffung einer neuen äußeren Einfriedung für die Anlage sind Grundvoraussetzungen für die Zustimmung des Kreisverbandes und des Gartenvereins.

Der Turm soll von zwei Seiten umschlossen werden-

Der Turm soll von zwei Seiten umschlossen werden-

Quelle: Denda-Architekten

All das will der Investor in weiteren Schritten mit den Betroffenen klären. Auch der Stadt Delitzsch passen die Pläne gut ins Konzept. Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) spricht von einer guten städtebaulichen Lösung, die dem Gartenbestand und eine wirtschaftlichen Nutzung des Wasserturmes und somit dessen Erhalt ermögliche. Zudem ergebe sich mit dem Wegfall der ersten Gartenreihe mehr Spielraum für den geplanten Ausbau der Leipziger Straße. Unter anderem möchte die Stadt Abbiegespuren zum Gartencenter und zu Hotelgelände/Gartenanlage errichten lassen.

Das Hotelprojekt sieht vor, den Wasserturm von zwei Hotelflügeln umschließen zulassen. Das Hotel ist mit 64 Zimmern und einem kleinen Wellnessbereich geplant. Oben im Turm soll auf zwei Ebenen ein Restaurant entstehen. Aus Richtung Leipzig kommend wird der Turm weiterhin als solcher und als Delitzscher Wahrzeichen zu sehen sein.

Im Stadtrat ist das Projekt viel hinterfragt worden. Stadträtin Annelise Podsadny (Linke) fordert, dass die Stadt die Verkaufsverhandlungen führen müsse. Auch die Kleingärtner der beiden anderen Anlagen wollen in die Entwicklungen eingebunden werden. „Ich sehe mehr Chancen als Risiken“, sagte Stadtrat Steffen Penndorf (SPD) und erntete dafür Beifall.

Von Thomas Steingen

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Delitzsch, am Wasserturm
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