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Delitzsch Jeder sechste Baum muss weg
Region Delitzsch Jeder sechste Baum muss weg
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15:40 11.01.2013
Vielen Bäumen am Wallgraben geht es an den Kragen, weil die sogenannte Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben ist. Quelle: Alexander Bley
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Delitzsch

An weiteren rund 150 Bäumen sind weitreichende Pflegemaßnahmen nötig – zum Beispiel in Form von Rückschnitten und Kronenpflege. Wie die Lücken geschlossen werden, ist noch offen. Der Stadtrat soll sich damit Ende Februar beschäftigen.

„Es sind bereits in den vergangenen Jahren erhebliche Schäden an den Bäumen festgestellt worden. Aber wir haben versucht, so lange wie möglich Erhaltungsmaßnahmen zu treffen“, schildert der städtische Bauamtsleiter Karl-Heinz Koch gegenüber der LVZ. Nun seien Fällungen nicht mehr vermeidbar. Dass sie gleich in solcher Größenordnung kommen, hänge mit der Historie der Wallgrabenpromenade zusammen. „Die Bäume sind, bis auf wenige Ausnahmen, vor gut 70 Jahren alle im Rahmen einer Allee-Gestaltung gepflanzt worden.“ Sie haben insofern das gleiche Alter, unterscheiden sich lediglich in Vitalität und Schadensbild.

Ein externer Gutachter – Professor Klaus Kämpfe aus Markkleeberg – hat den Zustand der Gehölze analysiert. Im vierten Quartal vorigen Jahres erstellte er ein umfangreiches Gutachten. Nicht unbemerkt: Bereits Anfang Oktober wunderten sich Passanten über Nummerierungen an den Bäumen (wir berichteten). Diese dienten zunächst lediglich der Kennzeichnung, um alle Prüfobjekte zu erfassen. Inzwischen gibt es zu jedem Exemplar eine Aussage über ausgehende Gefahren für Fußgänger, Radler und Jogger.

Das Ergebnis nach Angaben der Stadtverwaltung: Rund 50 Bäume sind in ihrer Verkehrssicherheit derart beeinträchtigt, dass sie verschwinden müssen. Ursachen seien Totholzbildungen, große Aushöhlungen, absterbende Kronen oder Stammneigungen bis zu 50 Grad. Vor allem Linden sind geschädigt, aber auch Ahorne und Kastanien. Betroffen sei der Wallgrabenbereich vom Halleschen Turm über Leipziger, Holz- und Breite Straße bis hin zur Pfortenstraße. An der Schlosspromenade seien keine Fällungen geplant.

„Wir sind zu regelmäßigen Baumprüfungen gesetzlich verpflichtet. Ausschlaggebend für das Gutachten waren aber auch mehrere Umstürze am Wallgraben, zum Glück nur mit Sachschaden“, erklärt Karl-Heinz Koch. Derzeit werde eine beschränkte Ausschreibung für die Pflege- und Fällarbeiten erstellt – bis Ende Februar soll die Aktion erledigt sein. Die zu erwartenden Kosten stehen laut Koch noch nicht fest, könnten aber fünfstellig sein.

Und wie geht’s weiter? Ein Konzept – ebenfalls gerade bei der Stadtverwaltung in Arbeit – könnte das künftige, etwas veränderte Gesicht der Promenade zeichnen. „Allerdings muss der Stadtrat entscheiden, wie und wann Nachpflanzungen erfolgen“, so Koch. Zur Debatte stehe, entweder die Lücken schnell zu schließen oder lieber noch abzuwarten, wie sich die übrigen Bäume entwickeln, und dann mit dem Konzept neu zu gestalten. Als sicher gilt zumindest, dass die Pflanzabstände künftig größer werden, damit sich Baumkronen nicht mehr empfindlich ins Gehege kommen.

Übrigens: An 107 der rund 300 geprüften Altstadt-Gehölze sind keine Maßnahmen nötig.

Kay Würker

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