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Jugendliche wollen weiter am Wallgraben in Delitzsch abhängen

Anwohner genervt Jugendliche wollen weiter am Wallgraben in Delitzsch abhängen

Sie treffen sich und wollen einfach nur chillen, also entspannen und abhängen. Anwohner allerdings ärgern sich über die jugendlichen Gruppen, die mitunter täglich am Delitzscher Wallgraben ihre Treffen abhalten. Dabei dachten sie, dass nun langsam alles besser wird.

Vor allem die Müllablagerungen gehen nicht nur den Anwohnern auf die Nerven.

Quelle: Christine Jacob

Delitzsch. Sie sagen, sie wollen nur abhängen und runterkommen. Andere regt allein schon das ziemlich auf. Dass sich Jugendliche regelmäßig am Delitzscher Wallgraben treffen, ist und bleibt Gesprächsthema nicht nur unter den direkten Anwohnern. Denn eigentlich hatten die mal gehofft, dass es mit der lauten Musik und dem Müll – der vermutlich meist von den Teenagern hinterlassen wird – dann besser wird, wenn das Wetter schlechter wird. Weit gefehlt.

Am „Walli“ abhängen

Wer sich mit Anfang 30 schon steinalt fühlen will, der sollte am besten mit den Jugendlichen am Wallgraben ins Gespräch kommen. Dass aber jemand überhaupt das Gespräch mit ihnen sucht, so wird deutlich, passiert den Teenagern nur selten. Sie wollen nur „chillen“, beharren die gefragten Teenager. Den Wallgraben haben manche von ihnen „Walli“ getauft. Die Gruppe ist und bleibt nicht homogen, sondern das „Personal“ wechselt ebenso wie die Treffpunkte. Auch die Radstation auf dem Roßplatz mit ihrem Tisch und den Bänken ist beliebter Treffpunkt. So sind auch einige Jugendliche inzwischen auf den Stadtpark und dort vor allem das Areal rund um die Genesung ausgewichen. Auch wenn nun das Wetter schlechter werde, wolle man sich weiterhin gerne draußen treffen, um fern von Eltern und anderen „Alten“ in Ruhe zu reden, Musik zu hören und abzuhängen, meint eine 14-Jährige. Es geht bei den Treffen um Sorgen in der Schule, die erste Liebe und den ersten Liebeskummer, um Pläne und Ziele für die Zeit nach der Schule. Sie wollen einfach nur reden oder einfach nur Musik, die aus Handyboxen schallt, hören. Man würde doch niemanden stören, anmachen oder anpöbeln, betont ein Junge, der angibt 15 zu sein. Alle würden über sie, aber kaum jemand mit ihnen reden, bedauern die Schüler nach wie vor.

Anwohner genervt

Dass sie da sind, bedauern aber die Anwohner. „Das geht fast jeden Tag bis in den Abend so, auch wenn es schon kalt ist“, berichtet eine Frau. Aus ihrem Wohnzimmer kann sie direkt auf den Wallgraben schauen. Ärgerlich sei ja nicht einmal, dass sich die Jugendlichen treffen. Das habe es immer schon gegeben und irgendwo müssten die Kids ja heutzutage hin, hat sie Verständnis. Dass aber ständig die Mülleimer am Wallgraben überquellen, leere Pizzaschachteln, Dönerboxen und Flaschen auf den Wegen landen, sei so nicht in Ordnung. Das habe es früher nicht gegeben. Und weil man bei der „Jugend von heute“ ja auch nie wisse, wie „die“ so drauf sind, will sie ihren Namen auch lieber nicht in der Zeitung lesen.

Stadt sorgt sich um Vermüllung

Vor allem der Müll bleibt Thema in der Stadtverwaltung. Immer wieder montags hat die Servicegesellschaft ungewöhnliche Mengen am Wallgraben aufzuladen. Viel landet auch im Gewässer. Vor allem Hundebesitzer würden die Wege entlang des Wallgrabens meiden, mit dem zerbrochenen Glas drohen Verletzungen für die Vierbeiner. An sich stelle es kein Problem dar, wenn sich Jugendliche einen Treffpunkt suchen, argumentierte die Stadtverwaltung bereits im Sommer, als die Treffen meist bis spät in die Nacht gingen. Nur Vermüllung, Dreck und Lärm seien nicht mehr hinnehmbar. So wurden und werden die Anwohner aufgefordert, sich direkt bei der Polizei zu melden, sobald negative Auswüchse bekannt beziehungsweise beobachtet werden. Die Polizei ist nach wie vor regelmäßig am Wallgraben und auch im Stadtpark auf Streife.

Von Christine Jacob

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Landkreis: Nordsachsen

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