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Jugendteams des DRK Delitzsch sorgen auf Bahnhöfen und Bushaltestellen für Sauberkeit

Öffentlicher Personennahverkehr Jugendteams des DRK Delitzsch sorgen auf Bahnhöfen und Bushaltestellen für Sauberkeit

Seit mehreren Jahren sorgen Jugendliche im Rahmen des Antivandalismus-Projektes des Delitzscher DRK für Sauberkeit auf Bahnhöfen und Bushaltestellen im Altkreis Delitzsch. Sie entfernen Graffiti, Aufkleber und Glasscherben. Das Projekt gibt den ausbildungs- und arbeitslosen jungen Leuten die Chance, in den Lebensalltag zurückzufinden.

Das Beseitigen von Graffiti ist keine leichte Arbeit, dennoch ist die langzeitarbeitslose Tina Riegel froh, im Rahmen des Antivandalismus-Programms des DRK Delitzsch dies tun zu können. Die Tätigkeit macht ihr Spaß und gibt ihr Halt. Fachanleiter Hendrik Weigert ist mit der Arbeit ihres Teams zufrieden.

Quelle: Thomas Steingen

Delitzsch. Seit Jahren würden sich Deutsche Bahn (DB) und der Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) für ein attraktives Umfeld im Öffentlichen Nahverkehr einsetzten. Das betont Oliver Mietzsch, Geschäftsführer des ZVNL. Zahlreiche Stationen werden aber regelmäßig Ziel von Vandalismus und Graffiti. Deshalb haben DB und ZVNL ein Programm gegen Vandalismus und Graffiti gestartet. So ist seit Juni eine mobile Einsatztruppe von DB Services regelmäßig im Gebiet des ZVNL unterwegs und kontrolliert, zusätzlich zur regulären Reinigung und Wartung, einmal in der Woche die Bahnhöfe und Stationen auf Sauberkeit und Vandalismusschäden. In Delitzsch und Umgebung kümmert sich ein sechköpfiges Team des Deutschen Roten Kreuzes um die Sauberkeit von Bahnhöfen und Bushaltestellen. Diese jungen Leute sind Teilnehmer des Antivandalismus-Programm des DRK-Kreisverbandes Delitzsch. Sie erhalten bis 30 Euro Aufwandsentschädigung pro Woche.

„Man soll sich an den Bahnhöfen und Haltepunkten wohlfühlen, sie sind schließlich der erste Eindruck, den man vom Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bekommt“, sagt Mietzsch. Ziel ist es, die Sprayer durch die rasche Beseitigung der Graffiti zu demotivieren und so die Verunstaltung einzudämmen.

Von Montag bis Freitag auf Tour

Die Delitzscherin Tina Riegel kann das bestätigen, denn ihr haben Sprayer gesagt, dass das Sprühen am Unteren Bahnhof sich nicht mehr lohne, weil die Graffiti zeitnah beseitigt würden. Die 24-Jährige gehört seit Juni zum Antivandalismus-Team des DRK. Hauptaufgabe ihrer Gruppe ist die Beseitigung von Graffiti, Aufklebern und Glasbruch. 69 Haltestellen im Altkreis Delitzsch und 19 Bahnhöfe zwischen Delitzsch und Leipzig sowie Klitschmar und Beilrode gehören zur Tour, auf der das Team Montag bis Freitag unterwegs ist.

Seit 2010 läuft das DRK-Projekt mit sozialpädagogischem Ansatz, das der ZVNL unterstützt. Es gibt ausbildungs- und arbeitslosen jungen Menschen zwischen 15 und 27 Jahren die Möglichkeit, einer sinnvollen, arbeitsweltbezogenen und qualifizierenden Beschäftigung. Tina Riegel ist froh, dass sie diese Chance erhalten hat. „Es ist besser, als zu Hause zu sitzen. Die Tätigkeit ist abwechslungsreich, verschafft mir einen geregelten Tagesablauf, und ich tue etwas Gutes. Mir macht es Spaß, denn wir sind ein richtig gutes Team“, so die Mutter eines dreijährigen Jungen. Das Arbeitsklima in der Gruppe stimme, bestätigt auch Fachanleiter Hendrik Weigert, der das Team seit 2015 führt. Auch mit Drogenabhängigen hat er zu tun. Von Drogen will Tina Riegel nichts wissen. „Ich habe ein Kind, da gehen Drogen gar nicht“, gibt sich die Langzeitarbeitslose ohne Schulabschluss entschlossen und verschwindet mit Lösungsmittel, Schwamm und Lappen in der Unterführung am Unteren Bahnhof, um ein Graffito zu beseitigen.

Sprungbrett in die Arbeitswelt

„Mit diesem Projekt wollen wir jungen Menschen helfen, in den Lebensalltag zurückzufinden, denn ein Großteil der Teilnehmer hat den Glauben an eigene Fähigkeiten, vor allem was Lernen und Leisten betrifft, verloren“, erklärt Mike Teutschbein vom DRK in Delitzsch. René Mathias ist der Sprung gelungen. Über die Schritte Antivandalismus-Projekt und Freiwilligendienst aller Generationen beim DRK hat er eine Festanstellung in einer Baufirma gefunden. Ähnliches wünscht sich Teutschbein für Marco Bode. Nach dem Graffitieinsatz leistet er derzeit diesen Freiwilligendienst im Jugendhaus Yoz, wo er hausmeisterbegleitende Tätigkeiten ausübt.

Von Thomas Steingen

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