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Delitzsch Junge Delitzscherin auf Kunst-Kurs
Region Delitzsch Junge Delitzscherin auf Kunst-Kurs
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06:00 02.06.2016
Von Fotos zeichnet Ayna Sayarsanova ihre Porträtmotive ab. Jetzt stellt sie im Landratsamt aus. Quelle: Wolfgang Sens
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DELITZSCH

Die Gemalten scheinen den Betrachter anzublicken. Tief und rein ist ihr Blick. Meist sind es junge, schöne Frauen. Gesichter ohne Vergangenheit. Und doch Gesichter, die erzählen – von Traurigkeit manchmal, von der Liebe, vom Glück. Von der Sehnsucht der jungen Frau, die sie geschaffen hat. Ayna Sayarsanova. An diesem Donnerstag wird eine Ausstellung mit Werken der 19-Jährigen eröffnet. Im Foyer des Landratsamtes Delitzsch in der Richard-Wagner-Straße sind ihre Porträtmalereien ausgestellt und noch bis zum 23. Juni zu sehen.

Es ist nicht die erste Ausstellung für Ayna Sayarsanova. Zur Interkulturellen Woche vor zwei Jahren hatte sie bereits ein paar ihrer Werke im Bürgerhaus gezeigt. Unzählige hat die junge Frau geschaffen. „Ich zeichne schon so lange, wie ich mich kenne“, sagt Ayna Sayarsanova. Und fragt beim Lächeln der Zuhörenden sofort nach, ob der Ausdruck jetzt falsch war. Ayna Sayarsanova ist wissbegierig und zielstrebig, will ihre Sache gut machen. Und die deutsche Sprache noch besser beherrschen. Die 19-Jährige flüchtete mit ihren Eltern und dem jüngeren Bruder aus Tschetschenien nach Deutschland. Die Familie lebt seit drei Jahren in Delitzsch, hat einen Flüchtlingspaten gefunden, der den Kindern wie ein Großvater ist. Vorher war die Familie in Belgien untergekommen. „Dort habe ich Niederländisch gelernt“, sagt Ayna. Sprache ist ihr als Schlüssel zur Integration wichtig. Russisch, Tschetschenisch, Englisch und Deutsch spricht sie noch. Ansonsten sind Bilder ihre Sprache.

Und die beherrscht sie fließend und vielfältig. Die 19-Jährige verwendet Öl, Wasserfarben, Kreide, Bleistift und Acryl. Die Porträts sind Selbstporträts oder von Fotos nachempfunden. Schon als Fünfjährige hatte Ayna in Russland einen Wettbewerb zum Zeichnen auf Asphalt gewonnen. Ihr Onkel, selbst Künstler, hatte dem Kind Pastellkreiden geschenkt. Und Ayna brachte sich fortan das meiste selbst bei. „Aber es ist schwer, von Kunst zu leben“, weiß sie. Ayna besucht die Gutenbergschule, das Berufliche Schulzentrum der Stadt Leipzig auch für Medien, Sprachen und Kunst. Am liebsten würde die Delitzscherin nach dem Abschluss eine Mode-Hochschule in Berlin besuchen. Und während sie ihre Porträts von Zeit zu Zeit bei Facebook und nun voller Stolz in der Schau im Landratsamt veröffentlicht, hält sie ihre kleinen Kollektionen bewusst geheim, sodass niemand sie abkupfern kann. Eines Tages, hofft sie, werden schöne Frauen wie die auf ihren Bildern ihre Kollektion auf dem Laufsteg präsentieren.

Von Christine Jacob

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