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Delitzsch Junge Filmemacher drehen in Delitzsch
Region Delitzsch Junge Filmemacher drehen in Delitzsch
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06:00 03.04.2017
Für den Dreh war die Unterführung am Unteren Bahnhof genau der richtige Ort. Quelle: RAU TV
DELITZSCH

Ein Film, 1.02 Minuten kurz. Die Nahaufnahme eines Mannes. Die Haare strähnig, der Bart stoppelig. In der Hand eine alte Dose, in der Kleingeld klimpert. Ein Bier vor sich. Niemand will ihn groß zur Kenntnis nehmen. Schnitt. Die Einblendung „Es gibt 100 Millionen obdachlose Menschen auf unserem Planeten“. Der Mann geht durch eine Unterführung und blickt in sein Spiegelbild in einer Pfütze, die Einblendung erzählt von Perspektivlosigkeit.

„Aber weißt du was DU tun kannst?“ fragt der eingeblendete Text. „Schenk ihnen ein Lächeln“ lautet die Antwort. Ende. Mit diesen gut 60 Sekunden wollen die beiden jungen Filmemacher Richard Adam und Matthias Koch für mehr Menschlichkeit werben. Mehr nicht. Doch schon das kann genügen, da sind die beiden überzeugt. „Der erste Schritt ist der, nicht weg sondern hinzusehen und zu lächeln“, sagt Richard Adam. Mit kurzen Filmen, in Szene gesetzten Situationen wollen er und der Kompagnon ihre Botschaften vermitteln. „Irgendwo muss man ja anfangen“, sagt Richard.

Kein Auftragswerk, sondern Botschaft

Der 22-Jährige absolviert in Leipzig eine Ausbildung zum Medienkaufmann, der zwei Jahre jüngere Matthias aus Schenkenberg bereitet sich aufs Studium vor. Die beiden, die sich seit Schulzeiten kennen, machen seit gut einem Jahr zusammen Videos. Mit ihrem kleinen Label „RAU TV“ haben sie schon diverse Sachen in Szene gesetzt, bekommen Aufträge und verbinden so inzwischen mehr und mehr Beruf und Berufung. „Ich hab schon als Kind gefallen daran gefunden, kleine Handy-Filme mit meinen Freunden zu drehen. In der Mittelschule war ich in einer Medien-AG, wo ich mich auch stets gerne mit Video-Produktionen beschäftigt habe“, berichtet Matthias Koch. Auch Richard mag es, Situationen in Szene zu setzen. Ihre Ideen entstehen gemeinsam, beide filmen sie, beide kümmern sich um den Schnitt. Matthias ist dann für die Nachproduktion zuständig, Richard fürs Sounddesign. Etliche Stunden Arbeit stecken in ihren Filmen, Wochen der Vorbereitungen und viel Enthusiasmus. Ihr 60-Sekunden-Film zum Thema Obdachlosigkeit namens „Verschenk dein Lächeln“ ist dabei auch kein Auftragswerk. Bei einer Zugfahrt zur Berlinale, die die beiden Kreativen aus Interesse besuchten, kamen sie darauf, das Thema Obdachlosigkeit aufzugreifen. Mit Alexander Lindow fand sich dann einer, der für sie in eine Rolle schlüpfte und den Obdachlosen darstellte. Als Szenerie diente die Unterführung des Unteren Bahnhofs, bekannt und verschrien für ihren Dreck und Gestank.

In Zukunft wollen Richard Adam und Matthias Koch noch mehr in Szene setzen, so auf weitere Problemlagen dieser Welt aufmerksam machen und Lösungen, zumindest kleine, bieten – und sei es „nur“ ein Lächeln.

Von Christine Jacob

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