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Kadaver am Wegesrand: Immer wieder werden Tiere illegal entsorgt

Grausiger Fund Kadaver am Wegesrand: Immer wieder werden Tiere illegal entsorgt

Ekelhaft. Das war ein Fund, den Schönwölkauer am Wegesrand zwischen den Ortsteilen Hohenroda und Brinnis machten – drei Schafe, die Köpfe abgetrennt, lagen dort. Solche Kadaver machen den zuständigen Behörden immer wieder mal Probleme.

Kein Schaf wie jedes andere: Jedes Tier ist für sich mittels Marke im Ohr gekennzeichnet.

Quelle: dpa-Zentralbild

Hohenroda/Brinnis. Fliegen schwirren um drei Schafkadaver, denen der Kopf abgetrennt wurde. Ekelhaft war der Fund, den Bürger am Wegesrand zwischen den Schönwölkauer Ortsteilen Hohenroda und Brinnis machten. Der Fall wurde bei Gemeinde und Polizei angezeigt. Und er brachte die Gerüchteküche zum Brodeln – hat da ein Tierhalter Mist gebaut oder könnte hinter dem Fund am Ende gar Schächten oder „religiöser Fanatismus“ stecken?

„Das Auffinden von Schafkadavern ohne Kopf ist nicht zwangsläufig ein Hinweis auf das Schächten von Tieren oder Religionsfanatismus“, teilt das Landratsamt mit. Solche Fälle, betont auch der Schönwölkauer Bürgermeister Volker Tiefensee (CDU), hat es immer mal gegeben und wird es wohl immer geben. Eine Handvoll Fälle in zwei Jahrzehnten seien es vielleicht gewesen. Mancher Bauer wolle so Krankheiten vertuschen. Ein totes Rind beschäftigte die Gemeindeverwaltung auch schon. Sowas sei auf dem Land nicht auszuschließen. Es bleiben dennoch Einzelfälle. „Das Auffinden von Tierkörperteilen – zum Beispiel Felle, Knochen, Häute, Schädel und so weiter – oder von gesamten Tierkadavern kommt gelegentlich in unterschiedlichen Regionen des Landkreises vor“, teilt die zuständige Behörde weiter mit.

Abtrennen des Kopfes gängige Praxis

Die jetzt bei Hohenroda beobachtete Praxis, den Kopf abzutrennen und den anderweitig und spurenlos aus der Welt zu schaffen, ist gängig. Schafe, Ziegen oder Rinder tragen – so ist es vorgeschrieben – Marken im Ohr, über die sich verfolgen lässt, wer der Halter ist. Will der also dafür sorgen, dass er unentdeckt bleibt, muss genau dieses Haupt-Beweismittel weg. Diese unsachgemäße Entsorgung ist verboten und wird ordnungsrechtlich geahndet. Teile von Tierkörpern würden oft als Schlachtabfälle identifiziert, heißt es weiter vom Veterinäramt. Das Auffinden ganzer Tiere komme dagegen selten vor. Aber die Kennzeichnung der Tiere mittels Ohrmarke fehle fast immer. „Mit solch einer illegalen Entsorgung soll unserer Erfahrung nach entweder eine Schlachtung ohne die gesetzlich vorgeschriebene Schlachttier- und Fleischuntersuchung vertuscht werden, oder es soll die kostenpflichtige Entsorgung von Schlachtabfällen über die Tierkadaverbeseitigungsanstalt umgangen werden.“ Im Landkreis Nordsachsen gab es im vergangenen Jahr elf Fälle illegaler Entsorgungen von Schlachtabfällen, in diesem Jahr bereits zwei. Zumindest sind so viele Fälle amtlich zur Kenntnis gelangt.

Schächten ist Schlachten ohne vorherige Betäubung. Schon damit ist klar, dass es dann diese Kadaver am Wegesrand nicht gegeben hätte – den Schafen fehlte der Kopf, es sah nicht danach aus, dass jemand das restliche Fleisch eigentlich hätte verwerten wollen. Das Schächten ist in Deutschland grundsätzlich verboten. Nach dem Tierschutzgesetz und der Tierschutz-Schlachtverordnung darf ein warmblütiges Tier nur nach vorheriger Betäubung und mit vernünftigem Grund getötet werden. Ausnahmegenehmigungen für das Schlachten nach religiösem Ritus sind bei der Landesdirektion zu beantragen. „Derzeit gibt es in Sachsen keine für das betäubungslose Schlachten zugelassene Betriebe“, erinnert das Landratsamt.

Von Christine Jacob

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