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Delitzsch Kameradinnen sind gleichberechtigt
Region Delitzsch Kameradinnen sind gleichberechtigt
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08:00 11.07.2017
Wolfgang Wenzel, Gemeindewehrleiter Wiedemar. Quelle: Ditmar Wohlgemuth
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Löbnitz/Wiedemar.

„Warum dürfen wir nicht genauso anpacken wie die Männer? Wir haben die selbe harte Ausbildung absolviert. Aber wenn es ernst wird, sollen wir lieber hinten bleiben“, fragt Julia Bau, Feuerwehrfrau aus Rackwitz und stellvertretende Fachgebietsleiterin Frauen im Kreisfeuerwehrverband (KFV) Delitzsch.

Axel Wohlschläger, langjähriger Löbnitzer Gemeindewehrleiter und jetziger Bürgermeister (CDU), kann von seiner Wehr sagen, „dass es seit den 1960er-Jahren aktive Frauen in der Feuerwehr gibt, welche in allen Bereichen und nicht nur hinten zum Einsatz kommen“. Er selbst habe bereits die Ehre gehabt, als Einheitsführer aktiv gewesen zu sein, als die Gruppe aus über 50 Prozent aus Feuerwehrfrauen bestand. Diese Einsätze seien ohne Probleme abgearbeitet worden. In der Löbnitzer Wehr werden die Frauen sehr wohl anerkannt und gefördert.“ Unstrittig sei für den Bürgermeister, dass das Ehrenamt und die Feuerwehr noch attraktiver gemachten werden müssen. Seit Jahren würde gemeinsam auch nach Lösungen gesucht. Ob das mit dem „Abschaffen der Militärsprache“, wie von der Landtagsabgeordneten Luise Neuhaus-Wartenberg (Die Linke) angeregt, dabei helfe, bezweifelt Wohlschläger. Eine klare Befehlsgebung und strikte Hierarchien seien der unabdingbare Garant dafür, dass Einsätze professionell abgearbeitet werden können und alle Kameradinnen und Kameraden gesund die Einsatzstelle wieder verlassen können. Zudem gebe es Feuerwehrdienstvorschriften, die Strukturen und Umgangsformen vorgeben.

Dem schloss sich der Gemeindewehrleiter Wolfgang Wenzel an und ergänzte: „Das Feuerwehrwesen hat sich gegründet und für andere erkennbar uniformiert, somit war auch der militärische Umgangston notwendig.“

Welche Rolle die Frauen in der Gemeindewehr Wiedemar spielen, will er mit Fakten belegen. In den neun Ortswehren der Gemeinde gebe es insgesamt 36 Frauen, davon sind 25 im aktiven Dienst. Zusätzlich engagieren sich Mädchen in den Jugendfeuerwehren der Gemeinde. Eine von ihnen wechsele in Kürze in die aktive Abteilung. Er sieht die Gleichberechtigung der Frauen in der Wiedemarer Wehr gewährleistet. Zudem mache es ihn stolz, wenn die Frauen-Wettkampfmannschaft aus Wiedemar, dort sind Kameradinnen aus neuen Ortswehren integriert, erfolgreich um vordere Platzierungen kämpft. Der Eindruck, Feuerwehrleute würden Frauen im Feuerwehrdienst nicht dulden, erteilte Wolfgang Wenzel eine Absage.

Von Ditmar Wohlgemuth

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