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Delitzsch Katholische Kirche in Lehelitz ist entwidmet
Region Delitzsch Katholische Kirche in Lehelitz ist entwidmet
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20:27 09.10.2011
Abschied von der Lehelitzer Holzkirche nach dem Gottesdienst. Den Container haben die neuen Eigentümer kommen lassen – am Pfarrhaus wird schon gebaut. Quelle: Kay Würker
Lehelitz

Weit mehr als hundert Gäste wohnten gestern der Entwidmung der Kirche „Maria Königin“ bei.

Wo sonst die Gemeindeglieder bequem Platz haben, reichten die Bänke diesmal nicht. Auch in der vorgelagerten Marienkapelle und auf der Empore drängten sich Gläubige. Viele waren aus Delitzsch, Eilenburg und Bad Düben gekommen, andere von weiter her: einstige Gemeindeglieder, die längst weggezogen und für diesen Sonntagnachmittag zurückgekommen sind. „Wir gehen unwiderruflich zum letzten Mal in dieses Haus des Herrn“, sagte Pfarrer Michael

Poschlod. Aber, so fügte sein Amtskollege Ulrich Schade hinzu: „Wenn wir heute dieses Gotteshaus aufgeben, ist das nicht das Ende unseres Glaubens.“

Mit der Profanierung – Entweihung – des Versammlungsraumes in Lehelitz endet ein Stück Kirchengeschichte im Raum Krostitz, Schönwölkau und Jesewitz, das bereits vor 67 Jahren im benachbarten Behlitz begann. Damals ließ sich der Kölner Kaplan Gustav van de Loo im dortigen Pfarrhaus nieder, betreute den Westteil der damaligen großräumigen Pfarrei Eilenburg. Durch Krieg und Vertreibung ließen sich zahlreiche Katholiken in der Region nieder – eine Gemeinde entstand. Am 1. November 1947 wurde das Eilenburger Westgebiet zur Kuratie Behlitz erhoben, zu einem Seelsorgegebiet unter der Leitung eines eigenen Geistlichen. Es reichte von Lindenhayn bis Pehritzsch, von Pröttitz bis Kossen. Später wurde daraus die Kuratie Lehelitz – benannt nach dem Ort bei Krostitz, wo nach jahrelangem Ringen 1967 der Neubau einer Holzkirche entstand.

Allerdings befand sich die Kuratie schon zu diesem Zeitpunkt im Prozess der Schrumpfung. Die Zahl von rund 2000 Mitgliedern im Jahr 1948 hatte sich zur Kirchweihe bereits etwa halbiert. Bis zum vergangenen Jahr sank sie auf 187. Die Zahl der Gottesdienstbesucher verkleinerte sich teilweise bis in den einstelligen Bereich, die letzte Taufe liegt 15 Jahre zurück, die letzte Firmung acht Jahre. Seit Mai 2010 ist die Kuratie Lehelitz Teil der neu gegründeten Pfarrei Sankt Klara Delitzsch, zu der auch Eilenburg, Bad Düben und Löbnitz gehören. Die katholische Kirche hat ihre Gebiete gebündelt – und die Räumlichkeiten in Lehelitz samt Pfarrhaus an eine junge Delitzscher Familie verkauft, die dort wohnen möchte. „Wir wünschen ihnen, dass sie sich hier wohlfühlen“, sagte Michael Poschlod, bevor das von Bischof Gerhard Feige unterschriebene Dekret zur Profanierung verlesen, die Reliquien aus dem Altar genommen und das Tabernakel geräumt wurde.

Kay Wuerker

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