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Kathrin Schmidt ist Tagesmutti Nr. 11

Kathrin Schmidt ist Tagesmutti Nr. 11

Den Nachwuchs jederzeit, gut und wohnortnah betreut zu wissen, das ist auch nach dem seit 1. August gesetzlich geregelten Anspruch auf Kinderbetreuung ein Pluspunkt für kleinere Städte.

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Tagesmutti Kathrin Schmidt inmitten ihrer Schützlinge Nele, Johannes, Vincent, Vincent und Erin (von links) in ihrer extra angemieteten Wohnung.

Quelle: Ilka Fischer

Delitzsch. In Delitzsch spricht Oliver Genzel, Leiter des zuständigen Delitzscher Schulverwaltungs- Sozial- und Kulturamtes davon, dass "mit größtmöglicher Wahrscheinlichkeit" alle Eltern, die es wünschen, sofort einen Betreuungsplatz für ihr Kind ab einem Jahr bekommen. Dass dies so ist, daran haben auch elf Tagesmuttis Anteil. Doch die Stadt möchte gern drei weitere Tagesmuttis oder auch -vatis unter Vertrag nehmen.

Damit würde die Stadt ihr Platzangebot weiter ausbauen. "Derzeit", so führt Oliver Genzel aus, "können in Delitzsch 317 Krippenkinder betreut werden. Nach Beendigung der Bauarbeiten in der Kita Sonnenland kommen ab 1. Januar 28 weitere Plätze dazu." Der Großteil der Plätze wird damit in Einrichtungen angeboten, immerhin 49 Plätze sind es aber auch bei den elf Tagesmüttern. Für Kinder im Kindergartenalter (zwischen drei Jahren und Schulanfang) verfügt die Stadt übrigens über 733 Plätzen in zehn Einrichtungen.

Das Landratsamt als zuständige Stelle habe den Bedarf für die Stadt unter Berücksichtigung der vorhandenen Plätze, der Auslastung und der Geburtenzahlen festgeschrieben und dabei auch den Bedarf für drei weitere Tagesmuttis festgestellt. "Es handelt sich dabei um ein bewusstes und nachgefragtes Angebot an Eltern, die ihr Kind außerhalb von Kinderkrippen in kleinen Gruppen betreuen lassen wollen", so der Amtsleiter.

Dass der Bedarf da ist, das kann auch Kathrin Schmidt bestätigen. Sie nahm erst am 1. Oktober ihre Tätigkeit als Tagesmutti in der Stauffenbergstraße 15 auf. Nur wenige Tage später hat sie neben Erin und Nele und Johannes auch zwei Vincents in ihrer Obhut, betreut sie in der Erdgeschosswohnung im Delitzscher Norden zwischen 7 und 16 Uhr bis zu sechs beziehungsweise neun Stunden. "Dass ich so schnell ausgelastet bin, hätte ich nicht erwartet", staunt die 33-Jährige, die zugleich auch die jüngste Delitzscher Tagesmutti ist. Erst im Juni hatte die Mutti einer sieben- und einer zweijährigen Tochter bei einem Kindersportkurs eine andere Tagesmutti kennengelernt. Die Idee nahm, auch bestärkt durch die neue Bekanntschaft und ihre Mutti, die gelernte Erzieherin ist, Gestalt an. Statt Patienten an der Uniklinik wollte die gelernte Fachkraft für Süßwarentechnik nun Kleinkinder betreuen. Eine Grundausbildung in Leipzig, ein Erste-Hilfe-Lehrgang am Kind, Führungszeugnis, Konzept und Bewerbung folgten im Sommer.

"Am schwierigsten war es fast, eine geeignete Wohnung zu finden", blickt sie zurück. Im Delitzscher Osten, wo sie wohnt, gelang ihr das nicht. Dafür wurde sie in der Stauffenbergstraße fündig, die ohnehin eine gute Adresse zu sein scheint. Denn neben Kathrin Schmidt haben in den Nummern 7 und 16 zwei weitere Tagesmuttis ihre Heimstatt. Da trifft man sich natürlich auch auf dem nahen Spielplatz. "Wir haben aber unter allen Delitzschern Tagesmuttis einen guten Zusammenhalt", freut sich das "Küken" über die gute Aufnahme.

Gut angenommen fühlen sich inzwischen auch ihre Schützlinge zwischen einem und zweieinhalb Jahren. Wie in großen Einrichtungen auch geht es nach einem Morgenkreis und Frühstück erst einmal raus. Das altersgerechte Mittagessen liefert die Volkssolidarität, danach warten in dem nach Norden ausgerichteten Schlafraum fünf Kinderbettchen. Noch seien sie alle auch in der Kennenlernphase. Nur Erin, Nele, Vincent, Vincent und Johannes sehen das offensichtlich anders. Sie robben, krabbeln und laufen auf ihre Tagesmutti zu als sei das schon immer so.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.11.2013
Ilka Fischer

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