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Delitzsch Kirche Laue braucht noch viel Arbeit
Region Delitzsch Kirche Laue braucht noch viel Arbeit
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00:29 09.03.2018
Überall Risse im Mauerwerk: Jörg Kiesewetter zeigt innere Schäden in der Kirche Laue. Quelle: Wolfgang Sens
Laue

Sie heißen Axel, Enrico oder Jörg – zum Beispiel. Sie steigen der Kirche auch mal aufs Dach, um Sturmschäden wie nach Friederike zu beheben. Ohne solche Leute würde es wohl deutlich schlechter bestellt sein um die schmucke Dorfkirche im Delitzscher Ortsteil Laue. Doch langsam kommt man an einen Punkt, wo es mehr als Bürgerengagement braucht.

Feierabendziegel nennt man die Biberschwänze mit reichhaltigen Verzierungen. Besonders wertvoll sind sie wenn sie wie hier neben den Verzierungen eine Jahreszahl enthalten. Quelle: Wolfgang Sens

Gemeinde braucht Hilfe

Davon ist Jörg Kiesewetter mittlerweile überzeugt. Der CDU-Landtagsabgeordnete lebt in Laue, ist der Vorsitzende der Kirchgemeinde, bringt die Orgel regelmäßig zum Klingen. Die Gemeinde war immer bestrebt, das 1739 errichtete Gotteshaus bestmöglich zu erhalten. Zu der Reihe von Sanierungsmaßnahmen zählen Sakristei, Dachstuhl, das neue Dach auf der Südseite, Ausbesserungen des Daches auf der Nordseite, Glockenstuhl, Läuteanlage, Bankheizung und diverse Renovierungen im Innenraum. Zehntausende Euro sind geflossen. „Eigenleistung wurde bei uns immer groß geschrieben“, sagt Jörg Kiesewetter, „zudem haben wir in den vergangenen Jahren auch immer Unterstützung durch den Verein ,Laue, Land und Leute’ erfahren“, lobt der 37-Jährige. Da wurden Konzerte gegeben und Spenden gesammelt. Viele Menschen hätten sich in der Vergangenheit für den Erhalt eingesetzt, dankt der Berufspolitiker, „egal ob durch freiwillige Arbeitsleistung, Spende oder in sonstiger Weise.“ So kam Geld zusammen, das in die Kirche floss. Und in ein Baugrundgutachten.

Überall Risse im Mauerwerk: Messungen zeigen, dass sie Kirche in Bewegung ist. Quelle: Wolfgang Sens

Das Papier allerdings macht wenig Hoffnung. Die Risse im Gemäuer nehmen zu, die gesetzten Messpunkte zeigen, dass sich das Gebäude bewegt. Um substanzielle Sanierungen am Gotteshaus kommt die Gemeinde demnach nun also nicht mehr herum. Wie genau die aussehen sollen, müssen die Fachleute noch im Detail definieren. Allerdings stehen die Chancen immer schlechter, dass der Bergbausanierer LMBV für Schäden aufkommen wird. Ein Bergbauschaden ist nicht eindeutig nachweisbar. Wie hoch die Kosten einer Sanierung ausfallen, ist noch nicht abschließend geklärt. Unter sechsstelliger Finanzlast wird es wohl nicht gehen.

Spenden nötig

Die finanzielle Leistungsfähigkeit der kleinen Gemeinde sei nun aber langsam erreicht, schildert Jörg Kiesewetter. „Zur Aufbringung der nötigen Ko-Finanzierung von Förderprogrammen brauchen wir entsprechende Eigenmittel. Von daher würden wir uns über jede Spende freuen“, betont der Kirchenfreund.

Von Christine Jacob

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