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Delitzsch Kirche Selben bleibt Sorgenkind schlechthin
Region Delitzsch Kirche Selben bleibt Sorgenkind schlechthin
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14:19 19.05.2015
Kirchenbaureferent Frank Stiehler und Pfarrer Daniel Senf (Dritter und Vierter von links) diskutieren mit Bürgern in der Selbener Kirche. Quelle: Thomas Steingen

Die Kirche in Beerendorf weist noch den besten Zustand auf, berichtet der Geistliche, auch wenn dort mit Orgel und Altar noch einiges zu tun sei. Aber Dach und Glockenstuhl sind neu, die Kirche hat eine neue Uhr und die Glocken werden elektrisch betrieben.

Das größte Sorgenkind in seinem Kirchspiel ist die Selbener Kirche. Von allen Gotteshäusern im Kirchenkreis sei sie die problematischste, schätzte kürzlich Frank Stiehler, Baureferent im Kreiskirchenamt Eilenburg, ein, als er in Selben über den aktuellen Stand informierte. Zu diesem öffentlichen Treffen hatte Pfarrer Senf eingeladen. Immerhin sechs Selbener kamen dazu in die Große Dorfstraße.

Das Gebäude ist in seinem Bestand gefährdet. Im Inneren gibt es Senkungserscheinungen. An mehreren Stellen, vor allem im Altarraum, hat sich der Fußboden gewölbt. Es gibt Risse im Mauerwerk und die Tragekonstruktion des Daches, das auf 16 Säulen ruht, drückt über diese nach unten auf die sich bewegende Lehmschicht unter der Kirche. Abhilfe könnte geschaffen werden, wenn der Fußboden 70 Zentimeter abgetragen und ein neues Fundamt eingebracht wird. Zusätzlich müssten die Säulen mit eigenen 80 Zentimeter tiefen Fundamenten gestützt werden. So sei auch der Fördermittelantrag über das Denkmalprogramm gestellt worden, informierte Stiehler. Weil in diesem Programm aber maximal eine 60-prozentige Förderung zu erwarten ist, bleibt bei einem Investitionsaufwand in Höhe von 128 000 Euro ein hoher Eigenmittelanteil.

Pfarrer Matthias Taatz, der für die Kirche im Koordinierungskreis für die Ile-Fördermittel sitzt, regte in diesem Zusammenhang an, zu prüfen, ob man noch etwas Geduld üben und versuchen sollte, andere Programme mit höherer Förderung anzuzapfen. Zumal über das Denkmalprogramm nur Zuschüsse für die Bausubstanzsicherung vergeben würden. Weil die Ursachen für die Setzungsprobleme auch in Verbindung mit dem Grundwasserwiederanstieg zu vermuten sind, will Frank Stiehler auch noch mal an den Bergbausanierer LMBV herantreten. Der hatte vor Jahren einen Zusammenhang mit dem Grundwasserwiederanstieg ausgeschlossen.

Im Ringen um Fördermittel sei es immer auch hilfreich, wenn die Kirchgemeinden aktiv solche Vorhaben unterstützen, wie es vorbildlich in Beerendorf funktioniere, sagte Daniel Senf. Deshalb freue er sich, dass sich in Kletzen eine Initiative gebildet habe, die sich für den Erhalt der dortigen Kirche stark macht. "In Kletzen wollen sich Leute selbst einbringen", so der Pfarrer. Auch im Kletzener Gotteshaus muss grundlegend in die Bausubstanz investiert werden. Die Statik im Turm, das Fachwerk oder Salze an den Wänden im Inneren, zählt der Pfarrer Daniel Senf als einige Problembereiche auf.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.05.2014
Thomas Steingen

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