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Delitzsch Kirchgarten wird neu gestaltet und öffentlich
Region Delitzsch Kirchgarten wird neu gestaltet und öffentlich
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06:00 06.03.2017
Der bislang ungestaltete Kirchgarten in Löbnitz soll zum Dorfmittelpunkt entwickelt werden. Quelle: Wolfgang Sens
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Löbnitz

Das muss man dem evangelischen Pfarrer Matthias Taatz lassen: Wenn er etwas anpackt, dann mit Leidenschaft und Konsequenz. Und so gestaltete sich kürzlich die Präsentation des neuesten Projektes Kirchgarten in Löbnitz in mehrfacher Hinsicht zu einem Höhepunkt für alle Anwesenden. Zunächst mit einer Offenbarung: Taatz sei froh, dass er zum jetzigen Zeitpunkt die Kirchgemeinde Löbnitz in seine Verantwortung bekommen habe. Grund: Die Sanierung der Kirche, insbesondere der weltweit größten Renaissance-Holzkassettendecke mit 250 Bildern, ist abgeschlossen. Er könne sich deshalb hier weiteren „netten“ Vorhaben widmen.

Ein Garten zum Verweilen

Löbnitz verfüge mit der Kirche über ein kulturhistorisches Kleinod, das sich touristisch längst herumgesprochen habe und deshalb auch genutzt werden solle. Insbesondere im jetzt laufenden Lutherjahr ziehe es sehr viele Leute an, doch der die Kirche umgebende Garten sei nicht attraktiv genug, damit auch dort Menschen verweilen können. Deshalb kam schnell die Idee auf, dieses 3500 Quadratmeter große Gelände in einen öffentlichen Garten in der Dorfmitte von Löbnitz zu gestalten. Allein bei der Idee ist es nicht geblieben. Die Planungen sind vorangeschritten. Der Pfarrer stellte vor, dass beispielsweise auf den längst entwidmeten Friedhof ein Spielplatz errichtet werden könnte, vielleicht auch ein Grillplatz. „Es soll eine Modul-Anlage werden“, erläuterte er.

Öffentlicher Bücherschrank

Einzelne Abschnitte übernehmen konkrete Funktionen. Bildung spiele eine Rolle, auch Ruhezonen mit Wasserspiel, auch eine E-Bike-Station soll es geben. Gedacht ist an einen offenen Bücherschrank. „Im Lutherjahr natürlich mit Büchern zum Thema gefüllt“, so Matthias Taatz. Da Löbnitz am Lutherweg liegt, könnte im Rahmen eines Wettbewerbes auch eine Luther-Statur für den Garten entstehen. Auch könnten in einem Abschnitt Kräuter gedeihen, wie sie einst Luther im Schwarzen Kloster in Wittenberg heranzog.

Eingebunden in das Konzept ist auch das Kriegerdenkmal, für dessen Sanierung nach wie vor Spenden gesammelt werden.

Fördermittel für „Vitalen Dorfkern“

In der Runde der Löbnitzer Abgeordneten kam schnell die unausgesprochene Frage auf, warum die Kirche das Projekt nicht selbst stemmt? Die Antwort präsentierte Taatz unaufgefordert. Fördermittel für das etwa 400 000-Euro-Vorhaben könne nur die Kommune beantragen. Deshalb bat er auch den Gemeinderat um die öffentliche Widmung der Fläche. Die Räte stimmten in nichtöffentlicher Sitzung dem Vorschlag zu.

Start spätestens 2018

Das Projekt soll im ersten Bauabschnitt, Kosten etwa 240 000 Euro, vor allem dem Bildungsangebot dienlich sein. Das Geld dafür erhofft sich Taatz aus dem Programm „Vitale Dorfkerne“. Die Kirche hat bereits 60 000 Euro dafür eingestellt. „Der Gemeinde kostet das Projekt nichts“, betonte Taatz und machte damit nicht nur der Löbnitzer Kämmerin Annett Lewandowski eine Freude. Ob es allerdings noch in diesem Jahr losgeht, hinge davon ab, ob im Fördertopf noch ausreichend Mittel sind. „Wenn nicht, sind wir im nächsten Jahr die ersten“, teilte Taatz mit und geht davon aus, dass das Programm auch 2018 neu aufgelegt wird.

Von Ditmar Wohlgemuth

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