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Delitzsch Kirchspiel tritt aus Trägerverein der Grundschule Zwochau aus
Region Delitzsch Kirchspiel tritt aus Trägerverein der Grundschule Zwochau aus
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08:00 05.12.2018
Außenansicht der Sankt-Martin-Grundschule in Zwochau – pro Montessori. Quelle: Wolfgang Sens
Zwochau

Die Sankt-Martin-Grundschule pro Montessori in Zwochau verzeichnet seit ihrer Gründung einen regen Zuwachs. Jedes Jahr melden mehr Eltern ihre Kinder an der Schule in freier Trägerschaft im Wiedemarer Ortsteil an. Begleitet wird dies durch Streitigkeiten zwischen einer Gruppe von Eltern und dem Vorstand des Trägervereins (wir berichteten). Nun tritt das Evangelische Kirchspiel aus dem Vorstand des Trägervereins aus.

Austritt zum Jahresende

In einem Brief hatte sich die „Elterninitiative Schule Zwochau“ zuvor erneut an die LVZ gewandt. Darin weist sie noch einmal aus ihrer Sicht auf die aktuelle Situation an der Schule und die Ereignisse der vergangenen zwei Jahre hin. Es ist unter anderem von undemokratischen Strukturen und dem Nichteinhalten der Vereinssatzung die Rede. In diesem Zusammenhang hinterfragt die Elterninitiative auch die Rolle der zuständigen Schulaufsichtsbehörde.

Kirchspiel zu Sitzungen nicht eingeladen

Nun hat das Evangelische Kirchspiel Zwochau, das sich bereits seit Juli 2017 ausdrücklich von der Schulpolitik des Vorstands des Trägervereins distanziert, seinen Austritt aus dem Verein und Vorstand zum Jahresende bekannt gegeben. Der Anwalt des Kirchspiels schrieb der LVZ: „Ursprünglich ist meine Mandantin als geborenes Vorstandsmitglied im Trägerverein der Grundschule Zwochau tätig gewesen.“ Den Austritt begründet der Anwalt damit, dass es dem Kirchspiel seit diesem Jahr nicht möglich sei, sich in das tatsächliche Geschehen des Trägervereins einzubringen, von der Öffentlichkeit beziehungsweise von Eltern, deren Kinder als Schüler auf die Schule gehen, jedoch mit der Ausrichtung in Verbindung gebracht werde. Dies sei für das Kirchspiel nicht mehr hinnehmbar. Beispielsweise sei das Kirchspiel nicht zu den Vorstandssitzungen oder Mitgliederversammlungen des Trägervereins geladen worden.

Keine Zusammenarbeit erwünscht?

Zu diesen Punkten schreibt der Vorstand des Trägervereins, dass er mit dem zuständigen Pfarrer, der die Kirchgemeinde vertritt, gern zusammenarbeite. „Dieser wurde und wird von uns in das Schulgeschehen, soweit wie notwendig, mit einbezogen,“ so der Vorstand. Die Aussage der Kirchgemeinde, sie sei nicht zu Vorstandssitzungen geladen worden, verwundere die aktuellen Vorstandsmitglieder, da die Kirchgemeinde klar signalisiert habe, dass sie keine Zusammenarbeit wünscht. Beispielsweise sei dies laut Trägerverein-Vorstand durch Untersagung der Kirchennutzung geschehen. Er schreibt weiter: „Zu unseren Mitgliederversammlungen werden stets alle Mitglieder des Vereins eingeladen. Wir arbeiten im engen Kontakt mit unseren Eltern zusammen. Diese Zusammenarbeit gibt uns den Antrieb, für unsere Schule – und somit für unsere Kinder – eine angenehme und qualitativ gute Schulzeit zu bereiten.“

Schulaufsichtsbehörde relativiert Vorwürfe

Auf Nachfrage beim sächsischen Landesamt für Schule und Bildung (Lasub) schreibt dieses, dass es circa alle sechs Monate Besuche an Schulen in freier Trägerschaft und öffentlichen Schulen des Freistaates Sachsen durchführe. Laut Lasub-Sprecherin Petra Nikolov sei hierbei der Gleichbehandlungsgrundsatz und Transparenz zwischen allen Beteiligten wichtig. Bei den Besuchen werden Gespräche mit dem Vorstand geführt, es erfolgen Hospitationen, die mit den Lehrkräften und Schulleitungen ausgewertet werden.

Landesamt besucht Zwochauer Schule

„An der Sankt-Martin-Grundschule in Zwochau fanden in diesem Kalenderjahr zwei Schulbesuche, der Letzte am 27. September, und eine weitere Beratungen mit dem Vorstand statt. Für die seit circa zwei Jahren meist anonym eingehenden Vorwürfe zu undemokratischen Strukturen und einem Klima der Angst, konnten keine Anhaltspunkte gefunden werden“, so das Lasub. Und weiter: „Eine kleine Minderheit von Eltern scheint davon auszugehen, dass das Schulkonzept ihren Wünschen anzupassen sei. Da die Schülerzahl der Sankt-Martin-Grundschule in Zwochau ständig wächst und keine im Zusammenhang mit dem Bildungsangebot stehenden Abmeldungen erfolgen, ist von einer Akzeptanz durch die überwiegende Mehrheit der Eltern auszugehen“, so Nikolov. Auch der Leistungsstand der Schüler werde nach dem Wechsel an eine weiterführende Schule in Sachsen durch die Schulaufsicht beobachtet. „Auch hier zeigen die Bildungsempfehlungen der staatlich anerkannten Sankt-Martin-Grundschule in Zwochau keine Auffälligkeiten.“

Von Mathias Schönknecht

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