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Delitzsch Kita-Plätze in Schönwölkau werden teurer
Region Delitzsch Kita-Plätze in Schönwölkau werden teurer
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06:00 27.04.2017
Für die Betreuung in Kitas müssen die Eltern in Schönwölkau nun mehr bezahlen. Quelle: dpa-Zentralbild
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WÖLKAU

Lange Gesichter und höhere Kontobelastungen bei den Eltern, die ihre Kinder in Schönwölkauer Kitas untergebracht haben: Zum 1. Juni werden die Gebühren für die Kinderbetreuung an den Standorten Badrina, Brinnis, Hohenroda und Wölkau steigen. Davon betroffen sind auch viele Delitzscher Eltern, die ihren Nachwuchs zum Beispiel in der vor wenigen Monaten noch nicht komplett ausgelasteten Badrinaer Kita untergebracht haben, sodass diese nun inzwischen voll ausgebucht ist, so Bürgermeister Volker Tiefensee (CDU).

Jahrelang nicht angepasst

202 statt bisher nur 185 Euro im Monat müssen ab Juni für die neunstündige Betreuung in der Krippe jeder der vier Kitas im Gemeindegebiet gezahlt werden, ein Kindergartenplatz kostet 123 statt 111 Euro, ein Hortplatz von täglich fünf Stunden 59 statt 54,20 Euro und der Sechs-Stunden-Platz im Hort statt 65 Euro dann 71 Euro. Werden mehrere Kinder einer Familie in einer Kita betreut, ermäßigt sich ab dem zweiten Kind der Elternbeitrag – für das vierte Kind um 100 Prozent. Mehreinnahmen von rund 25 000 Euro ergeben sich für die finanzschwache Gemeinde. Dabei sind jetzt die höchstmöglichen Beträge, die die Kommune nach Gesetzeslage aufrufen könnte auch noch nicht erreicht. Ein schwacher Trost für die Eltern, doch die Steigerungen sind moderat. Auffallend sind sie, weil Schönwölkau über fünf Jahre hinweg die Beiträge nicht erhöht und damit nicht den steigenden Betriebskosten angepasst hat. Andere Kommunen haben in der Zeit stückchenweise und jeweils nur um kleine Beträge die Gebühren nach oben korrigiert.

Wieder Diskussionen

Von einer Einigkeit war der Gemeinderat auch nach den langen Diskussionen in den vergangenen Monaten erneut weit entfernt. Gisela Bamberg (Linke) gab zu bedenken, dass man immerhin so weit auf die nun stärker belasteten Eltern zugehen könnte, dass man bei langfristig angemeldeten und langen Fehlzeiten doch die Beiträge aussetzen könnte. Eltern, die einen drei- oder vierwöchigen Urlaub oder eine Kur langfristig anmelden würden, könnten doch Beiträge erlassen bekommen, schlug sie vor. Dann könnten die Eltern an der Stelle wieder Geld sparen, das sie nun die Erhöhung koste und die meisten Jahresurlaube seien ja schon zu Jahresbeginn fest geplant und absehbar. Damit zog sie sich den Unmut anderer Räte zu. „Die Betriebskosten in den Kindergärten bleiben dennoch bestehen“, erinnerte Mario Vollrath (CDU), dass so ein Aussetzen nicht wirklich Sinn macht. Personal könne man auf die Art auch nicht abbauen, mahnte Gerd Wagenhaus (CDU). Da das Ziel der Erhöhung auch Mehreinnahmen für die Gemeinde gewesen seien, würde man das so zunichte machen. „Diese Satzung ist nun rechtssicher und die Kosten steigen insgesamt und für alle“, betonte Bürgermeister Volker Tiefensee – die Gemeinde dürfe nicht über das gesetzlich erlaubte Maximum hinausschießen, man setze nur die generellen Kosten für den Betrieb um. Statt des üblichen Handhebens beantragte Uwe Försterling (CDU) eine namentliche Abstimmung. Falls der Vorschlag der Verwaltung nun wie in der Vergangenheit wieder durchfalle und damit eventuell juristischer Ärger drohe, könne sich die Rechtsaufsicht dann gleich an die Richtigen wenden, argumentierte er. Bei der namentlichen Abstimmung enthielten sich drei der anwesenden 13 Gemeinderäte, Thomas Sprechert (Linke) stimmte klar gegen die Erhöhung, der Rest mit Ja.

Von Christine Jacob

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