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Delitzsch Kitas in Delitzsch: wer länger bleibt, zahlt mehr
Region Delitzsch Kitas in Delitzsch: wer länger bleibt, zahlt mehr
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09:06 26.10.2018
Wer sein Kind länger in der Kita lässt, muss dafür bezahlen (Symbolbild) Quelle: picture alliance / Monika Skolim
Delitzsch

Gute und etwas weniger gute Nachrichten für Familien in Delitzsch. Zwar bleiben die Elternbeiträge für die reguläre 9-Stunden-Betreuung in den Kindertagesstätten stabil, doch an anderer Stelle muss mit erhöhten Kosten gerechnet werden. Sobald man das Kind länger als ursprünglich im Vertrag vereinbart in der Kita lässt, wird das nochmals teurer als bisher. Die Entgelte für die sogenannte Mehrbetreuung innerhalb der Öffnungszeiten steigen ab 2019.

Wer länger bleibt, zahlt mehr

Mussten für die Mehrbetreuung eines Krippenkindes innerhalb der Öffnungszeit bislang 5,10 Euro je weiterer angefangener Stunde bezahlt werden, so steigt dieser Satz nun ab dem 1. Januar 2019 auf 5,40 Euro. Bei den Kindergartenkindern erhöht sich das Entgelt von 2,50 Euro auf 2,60 Euro je weiterer angefangener Stunde. Bei den Hortkindern bleibt der Preis stabil bei 2,10 Euro. Der Bedarf für eine Mehrbetreuung, die in Ausnahmefällen gewährt wird, muss von den Eltern nach wie vor entsprechend belegt werden. Der Stadtrat hat dem Vorschlag der Verwaltung am Donnerstagabend sein grünes Licht erteilt.

Große Erhöhung bleibt aus

Dagegen hatten die Politiker über alle Fraktionen hinweg nach einem Antrag der Linken bereits im Vorfeld gegen den eigentlichen Verwaltungsvorschlag interveniert, der vorsah, auch die Elternbeiträge wieder geringfügig im einstelligen Bereich nach oben zu korrigieren. Auch einige Träger von Kitas hatten sich im Vorfeld gegen die Erhöhung der Elternbeiträge ausgesprochen. Diese bleiben nun für die reguläre Betreuung bis zu 9 Stunden nun also stabil auf dem Niveau von 213 Euro monatlich für die Krippe, 135 Euro für den Kindergarten und 75 Euro für den Hort. Die Elternbeiträge waren wegen gestiegener Personal- und Sachkosten erst vor einem Jahr zum 1. Januar 2018 hin um im Schnitt 20 Euro erhöht worden. Nachdem die Beiträge jahrelang nicht angepasst wurden, hatte es zum Jahresbeginn 2017 und bereits im Frühjahr 2016 Erhöhungen gegeben, stets mit der Begründung der gestiegenen Personal- und Sachkosten und des stagnierenden Landeszuschusses.

BI Menschenskinder stolz

„Wir freuen uns sehr, dass die Beiträge nun nicht erhöht werden“, meldete sich Matthias Ulrich, Initiator und Sprecher der Bürgerinitiative (BI) Menschenskinder, noch in der Bürgerfragestunde zu Wort. Die BI, die sich unter anderem für bezahlbare Kinderbetreuung in Delitzsch einsetzt, sieht die Nicht-Erhöhung auch als ihren Erfolg. „Auch durch unsere Arbeit und das ständige Thematisieren der Kitabeiträge ist es gelungen, dass sich niemand getraut hat, vor der Wahl im nächsten Jahr die Kitabeiträge zu erhöhen“, so Matthias Ulrich. Man habe dafür beständig Kontakt zu den Politikern gehalten, Briefe an alle Stadträte versendet und immer wieder Gespräche geführt. „Es freut uns, dass das Thema jetzt bei allen angekommen ist und hoffen, dass es nicht nur ein Wahlgeschenk ist. Wir werden auch im nächsten Jahr beständig am Thema dran bleiben“, so Matthias Ulrich. Die jetzige Entscheidung wird als Teilerfolg gewertet.

Defizite drohen

Da es aber Tarifanpassungen für Erzieher gegeben hat und auch die Personalschlüssel in den Kitas per Gesetz immer weiter zugunsten der Kinder angepasst werden, muss weiterhin mit steigenden Personal- und auch Sachkosten in den Einrichtungen gerechnet werden. Werden die Beiträge nicht angepasst, droht über kurz oder lang ein Defizit – das Geld würde der Stadt an anderer Stelle fehlen.

Von Christine Jacob

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