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Delitzsch Kite-Surfer an der Schladitzer Bucht segeln in der Grauzone
Region Delitzsch Kite-Surfer an der Schladitzer Bucht segeln in der Grauzone
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00:33 20.05.2018
Die Ausnahmegenehmigung fehlt: Kitesurfen ist an der Schladitzer Bucht derzeit nur auf dem Trockenen zu erlernen, zeigt André Klug. Quelle: Wolfgang Sens
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Neu-Schladitz

All-on-Sea - alles auf dem Wasser, der Name ist für das Camp David Sport Resort an der Schladitzer Bucht Programm. Dazu gehört auch das Kitesurfen. Jedenfalls war das bis vor zwei Jahren so. Bis dahin gehörten auch dort die Sportler, die sich auf den kleinen, Surfbrettern ähnelnden Boards von Lenkdrachen rasant über die Wasseroberfläche ziehen lassen, zur Szenerie auf dem See, der in einem Tagebaurestloch entstanden ist. Doch der bunte Sport ist in Sachsen nicht mehr überall möglich, bewegt sich somit auch an der Schladitzer Bucht in einer Grauzone. Dabei stehen am Zugang zum Kite-Strand extra Hinweisschilder für Kitesurfer und Badegäste. Sie sollen für Sicherheit zwischen den unterschiedlichen Besuchergruppen sorgen.  Für Kitesurfer gilt eine Registrierungs- und -Lizenzpflicht. „Damit soll ein Mindestmaß an Fachwissen und sportlichen Fähigkeiten nachgewiesen und bestätigt werden, dass alle Regeln vor Ort verstanden wurden“, erklärt André Klug, Sportmanager bei All-on-Sea. „Badegäste dürfen den Kitebeach nur an windfreien Tagen nutzen.“

Gefahrengeneigter Sport

Doch seit 2016 gilt auf sächsischen Seen die Sächsische Binnenschifffahrtsverordnung. Diese besagt, dass Kitesurfen ein „gefahrengeneigter Sport“ sei, vom Wassersportbetrieb ausgeschlossen und nur in Ausnahmefällen erlaubt ist. Ein harter Schlag für die Szene, die sich auf den Tagebauseen etabliert hatte.

Für Sportwissenschaftler André Klug, der sich im Studium unter anderem auch mit Hintergründen des Kitesurfens intensiver beschäftige, ist das Verbot am Schladitzer See kein Zustand: „Es ist natürlich eine touristische Attraktion im Leipziger Neuseenland, die Leute kommen von nah und fern. Zusätzlich ist das Kitesurfen auch ein wirtschaftlicher Faktor. Es hängen nicht nur an unserem Standort Arbeitsplätze an der Sportart, zumal auch erhebliche Steuereinkünfte erwirtschaftet werden.“

Schulungen sind nötig

Ungefährlich sei der Sport aber nicht, von den Lenkdrachen gehen sowohl für den Sportler als auch für unbeteiligte Dritte gewisse Gefahren aus. Deshalb seien intensive Schulungen vorab, wie sie auch bei All-on-Sea stattfinden, so wichtig. Immerhin wirken bei dieser Sportart hohe Kräfte durch den Wind. Bei einer Verdoppelung der Windgeschwindigkeit vervierfachen sich die Kräfte, die der Kitesurfer am Lenkdrachen zu bändigen hat. Aktuell aber finden an der Schladitzer Bucht die Kursteile auf dem Trockenen statt.

Genehmigungs-Antrag ist ein Jahr alt

Dabei hat die Gemeinde Rackwitz bereits im April vorigen Jahres eine Ausnahmegenehmigung bei der Schifffahrtsbehörde der Landesdirektion beantragt.  Für den Hainer See im Leipziger Süden wurde bereits im vorigen Sommer eine Fläche fürs Kite-Surfen ausgewiesen. Zum Antrag für den Schladitzer See erklärt die Landesdirektion auf Nachfrage der LVZ: „Das Prüfverfahren läuft. Gegenwärtig werden bei den sogenannten Trägern öffentlicher Belange, bei Behörden, und Verbänden, Stellungnahmen eingeholt. Es ist derzeit keine seriöse Aussage möglich, zu welchem Zeitpunkt das Verfahren abgeschlossen werden kann.“ Für Bürgermeister Steffen Schwalbe (parteilos) ist das „äußerst unbefriedigend und nicht nachvollziehbar, warum ein solcher Antrag so lang zur Bearbeitung braucht. Hier geht es schließlich um einen Wirtschaftsfaktor in der Region.“

Von Heike Liesaus

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