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Klare Sache im Delitzscher Klärwerk: Jetzt fließt Geld in die Erneuerung

Wasserwirtschaft Klare Sache im Delitzscher Klärwerk: Jetzt fließt Geld in die Erneuerung

Nachdem im Verbandsgebiet des Abwasserzweckverbandes Delitzsch alle Orte an das zentrale Abwassernetz angeschlossen sind, rücken nun Sanierungen und die Modernisierung vorhandener Anlagen in den Fokus der Investitionstätigkeit. Rund eine Million Euro plant der Verband in diesem Jahr zu verbauen.

Drei solcher Belebungsbecken gibt es im Delitzscher Klärwerk. Eins davon soll als Regenrückhaltebecken für starke Niederschlagsereignisse umfunktioniert werden.

Quelle: Thomas Steingen

Delitzsch/Wiedemar. Mit Storkwitz hat der Abwasserzweckverband Delitzsch (AZVD) im vergangenen Jahr den letzten Ort im Verbandsgebiet an das zentrale Schmutzwassernetz angeschlossen. Dazu gehören die Stadt Delitzsch (außer die Ortsteile Spröda und Poßdorf) sowie Lissa, Quering, Kyhna, Serbitz, Zaasch, Pohritzsch, Doberstau und Zschernitz in der Gemeinde Wiedemar. Damit sind die Voraussetzungen geschaffen worden, dass das Abwasser aus dem Verband in einer biologischen Kläranlage gereinigt werden kann. Bis auf wenige Ausnahmen in Kleinkläranlagen geschieht das in der zentralen Anlage in Delitzsch. Damit erfüllt der AZVD die Forderung der EU und des Freistaates, die dafür als Termin Ende 2015 gestellt hatten. Zugleich ist damit auch die Erhebung der Anschlussbeiträge gemäß der Globalberechnung abgeschlossen worden.

Es sei aber längst nicht alles fertig, sagt Andreas Brauer, Technischer Leiter des AZVD. „Abschlossen ist die Ersterschließung, bei der es vor allem darum ging, Ortsnetze in den Dörfern zu bauen und die Anschlüsse ans zentrale Netz zu verlegen.“ Doch im Mischwassersystem von Delitzsch bestehe noch erheblicher Sanierungsbedarf. Und auch das Thema Niederschlagswasser beschäftigt den Verband weiter. Im mittelfristigen Wirtschaftsplan bis 2019 sind deshalb jährlich weitere Investitionen vorgesehen.

„Allerdings fallen diese in diesem Jahr etwas geringer aus als in den Vorjahren, als wir jährlich drei bis vier Millionen Euro verbaut haben“, berichtet AZVD-Geschäftsführerin Nancy Edelmann. Der Investitionsplan für 2016 weist eine Größenordnung von rund einer Million Euro aus. Die Aufnahme von weiterem Fremdkapital ist nicht vorgesehen. Vielmehr gehe es jetzt um den kontinuierlichen Schuldenabbau, betont die Geschäftsführerin, denn für die Realisierung der Ersterschließung waren hohe Kredite erforderlich. Rund zehn Millionen Euro seien noch zu tilgen.

Ein Investitionsschwerpunkt ist die Kläranlage. Die Anlagentechnik arbeitet seit 20 Jahren und ist abgeschrieben. „Sie ist aus energetischer und verfahrenstechnischer Sicht veraltet und muss sukzessive erneuert werden, womit wir schon vor Jahren begonnen haben“, erklärt Andreas Brauer. Bis 2019 sind für diese Aufgabe jährlich zwischen 350 000 und 400 000 Euro vorgesehen. Dieses Jahr soll unter anderem die Pumpstation 1 umgebaut werden. Zudem laufen die Vorarbeiten zur Umfunktionierung eines Belebungs- in ein Regenrückhaltebecken.

Im Mischwassernetz der Stadt will der AZVD im Zusammenhang mit dem Ausbau der Bitterfelder Straße im Bereich Marienstraße/Roßplatz einen in vier Meter Tiefe liegenden Kanal sanieren sowie Hausanschlüsse und Straßeneinläufe erneuern (Investitionssumme: 110 000 Euro). Des Weiteren soll für den großen Park-und-ride-Platz am Bahnhof und für den geplanten an der Ecke Bismarck-/Eisenbahnstraße eine separate Regenentwässerung geschaffen werden (rund 70 000 Euro). Bisher läuft das Oberflächenwasser vom großen Parkplatz ins Mischwassersystem.

In der Straße Am Stadtwald wird die Erneuerung eines 150 Meter langen Betonrohres erforderlich, weil das vorhandene starke Korrosionserscheinungen aufweist (50 000 Euro). Zudem plant der Verband, die Regenüberlaufbecken in der Friedrich-Ebert-Straße und im Naundorfer Weg zu ertüchtigen (100 000 Euro). Gleiches ist für die Pumpstation in Zaasch vorgesehen. Dort soll der Baukörper zum Schutz vor Korrosion beschichtet werden (rund 12 000 Euro). „Aufgrund des derzeitigen Bauboom planen wir auch weitere Mittel für neue Hausanschlüsse ein“, rundet die Geschäftsführerin die Investitionsplanung ab.

Von Thomas Steingen

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