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Delitzsch Kleidercontainer in Schönwölkau: DRK und Lebenshilfe vertrieben
Region Delitzsch Kleidercontainer in Schönwölkau: DRK und Lebenshilfe vertrieben
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14:52 19.05.2015
Die Profittex-Container stehen schon häufig in Delitzsch. Quelle: Christine Jacob

DRK und Lebenshilfe gucken in die Röhre, sehen sogar Jobs gefährdet.

Altkleider sind längst ein gutes Geschäft. Bis zu 500 Euro pro Tonne Altkleider Erlös werden von Sammlern wie Profittex genannt. Geriet das Unternehmen schon in die Schlagzeilen, weil es in Leipzig und Bad Düben illegal Container aufstellte, zahlt es andernorts ordentlich Miete. 500 Euro pro Jahr und Standort bietet Profittex der Gemeinde Schönwölkau. 6500 Euro soll es also insgesamt geben. Dafür hat Bürgermeister Volker Tiefensee (CDU) die Bedingung zu erfüllen, die anderen Standortnutzer wie Deutsches Rotes Kreuz (DRK) oder Lebenshilfe ihre Container entfernen zu lassen. Es soll kein anderer stehen, wo Profittex sammelt. Dem DRK wird noch gestattet, Container an den drei vom DRK betriebenen Kitas und der Gellert-Grundschule aufzustellen. Den Beschluss hat der Gemeinderat mehrheitlich gefasst.

Schwer getroffen davon sind DRK Delitzsch und die Lebenshilfe. Bei beiden hatte man es schon kommen sehen und doch noch auf das soziale Gewissen der Räte gehofft. Immerhin hatte Profittex schon im Frühjahr 2013 Kontakt zur Gemeinde gesucht. Tiefensee hatte trotz der klammen Gemeindekassen schon damals vor negativen Folgen vor allem für das DRK gewarnt, wenn er andere Sammler für Profittex vertreiben müsse. Dass in Delitzsch schon harte Konkurrenz herrsche, merke man deutlich am abnehmenden Sammelvolumen, heißt es weiterhin beim DRK. Auch dort werden Altkleider verkauft - mit den Einnahmen werden Aufgaben wie Jugendrotkreuz und der Bevölkerungsschutz querfinanziert. Mit Schönwölkau käme nun ein weiterer Verlust hinzu. Sieben Container finden sich im gesamten Schönwölkauer Gebiet. Für die Standorte zahlen so wie Profittex könne man aber nicht.

Bei der Lebenshilfe mit Sitz in Döbernitz sind zwei Jobs für Schwerbehinderte mit der Altkleidersammlung geschaffen worden. In der Gemeinde Schönwölkau steht ein Container. Die Nachricht, dass der Gemeinderat nun Profittex die Erlaubnis erteilt und andere gehen müssen, verärgert: "Sehen die denn nicht, dass damit Jobs in Gefahr sind?", so ein Mitarbeiter.

Seit 2012 hat der 1999 gegründete Bochumer Altkleiderverwerter eine Niederlassung im Delitzscher Gewerbegebiet Am Stadtforst. Die Textilien gehen an Sortierbetriebe, die die geeigneten Teile an Second-Hand-Händler weiterverkaufen oder die schlechteren Teile zu Dämmmaterial und Putzlappen verarbeiten. Von Delitzsch aus, wo die Kleider in einer Halle gelagert werden, geht es zu einem Sortierbetrieb in Polen. 500 Euro pro Stellplatz zu zahlen sei auch für gewerbsmäßige Sammler ein Geschäft plus minus null, hieß es schon in der Vergangenheit bei Profittex. Zudem seien die Container gerade auf den Dörfern oft nicht voll genug.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.01.2014
Christine Jacob

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