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Kleiner schwarzer Knopf löst große Sammelleidenschaft aus

Kleiner schwarzer Knopf löst große Sammelleidenschaft aus

Delitzsch/Wolteritz. Noch bis zum 22. Februar sind im Museum Barockschloss Delitzsch unter dem Titel "Erfüllte Wünsche" in einer Sonderausstellung Exponate zu sehen, die aus dem Fundus privater Sammler stammen.

em Fundus privater Sammler stammen. Einige der Aussteller stellt die LVZ in loser Folge vor. Angelika und Edgar Hofmann aus Wolteritz gehören zu diesen leidenschaftlichen Sammlern. Die beiden Rentner können im Delitzscher Schloss allerdings nur einen Bruchteil dessen zeigen, was sie in den Jahren zusammengetragen haben.

Angelika Hofmann sammelt Knöpfe, und für die Ausstellung hat sie Stücke ausgesucht, die optisch besonders ins Auge stechen. So gibt es unter anderem handbemalte Glasknöpfe, Porzellanknöpfe, auf denen der Meißner Dom oder historische Ansichten von Dresden nach Gemälden des venezianischen Malers Canaletto zu sehen sind. Japanische Malerei auf Porzellan oder Edelholzknöpfe mit Intarsien aus Perlmutt und Silber aus den Jahren um 1850 oder Exemplare aus Basaholz mit Symbolen von Liebe und Hoffnung sind ebenso in der Ausstellung zu bestaunen.

In jüngster Zeit hat sich die Wolteritzerin aber auf Livree- und Wappenknöpfe spezialisiert, die unter anderem an der Dienstbekleidung von Angestellten an Adelshäusern, Beamten- und Militär- uniformen zu finden sind. "Heraldische Knöpfe sind mit Wappen oder Wappenfiguren verziert, sind Bestandteil einer Uniform und geben über die Funktion ihres Trägers, dessen Zugehörigkeit zu einem Verband, zu einer Organisation, einem Haus oder einer Berufsgruppe Auskunft, erklärt die Sammlerin.

Tausende Knöpfe hat die einstige Agraringenieurin mittlerweile zusammengetragen. Gepackt habe sie die Leidenschaft vor rund zehn Jahren, als ihr Mann bei einer Haushaltauflösung auf zirka fünf Kilogramm Knöpfe stieß und diese mit nach Hause brachte. Beim Begutachten der Stücke fiel ihnen ein kleiner schwarzer Knopf mit der Aufschrift "H.J. - D.J." in die Hände, der aus der Zeit des Nationalsozialismus stammen musste. "Da wurde mir bewusst, dass Knöpfe Zeugen der Geschichte sind und etwas zu erzählen haben. Das reizte mich", erinnert sich die 65-Jährige. Besonders interessiert sie, aus welchem Material die Knöpfe hergestellt sind und die geschichtlichen Hintergründe. Dabei zeigt sie einen Smiley-Knopf aus den 1930er-Jahren, der beweist, dass dieses Symbol keine Erfindung des Computerzeitalters ist. "Und für die sogenannten Notknöpfe wurden nach dem Krieg ehemalige Uniformknöpfe für Kinderkleidung umfunktioniert, indem sie mit bunten Motiven bemalt wurden", hat die Sammlerin recherchiert. Quellen sind das Internet, entsprechende Literatur und ältere Menschen, die die Sammelstücke noch aus ihrer Kindheit kennen. Manchmal erhält sie von ihnen auch neue Stücke. Die Knöpfe werden thematisch sortiert, auf Karton genäht und Karteikarten dazu angelegt.

Mit ihrer Leidenschaft hat sie seinerzeit ihren Mann Edgar angesteckt. Seither suchen sie gemeinsam auf Flohmärkten nach ihren Schätzen. Wobei sich Edgar Hofmann auf Utensilien aus Küche, Haus und Garten fixiert hat. "Wir stammen beide aus der Landwirtschaft. Ich habe schon immer alte Geräte aufgehoben, aber nicht wirklich gesammelt. Das begann erst, als meine Frau sich für die Knöpfe interessierte", erzählt Edgar Hofmann. Neben Bügeleisen und Eierbechern aus Metall hat der 66-Jährige unter anderem Reibemühlen, Apfelschäler, Tabakschneider, Saftpressen und Fleischwölfe zusammengetragen. Mandelmühlen besitzt er als Haushaltsgeräte und als Spielzeug für begehbare Puppenstuben, wobei beide Arten natürlich funktionsfähig sind. Etwa 350 Objekte umfasse sein Sammelsurium, verrät er. Weil ihm der Sammlermarkt bei Mühlen und Fleischwölfen nichts Neues bieten könne, habe er sich nun auf Eierbecher aus Metall spezialisiert. Eierbecher, alte Bügeleisen und Untersetzer hat er für die Ausstellung im Delitzscher Schloss zur Verfügung gestellt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.01.2015
Thomas Steingen

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