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Delitzsch Kleingärtner am Lober empört: Jetzt werden sogar Pflanzen geklaut
Region Delitzsch Kleingärtner am Lober empört: Jetzt werden sogar Pflanzen geklaut
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15:36 17.07.2015
Statt eines festen Zauns ist jetzt nur eine mobile Abgrenzung da. Quelle: Christine Jacob
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Mittlerweile gehen sie schon nicht mehr zur Polizei, sagen die fünf Kleingärtner der winzigen Delitzscher Anlage am Halleschen Turm. Es bringe ja nichts, da die Verfahren notgedrungen nach ein paar Monaten eingestellt würden. Ein Jahr gehe das schon so, schildern sie, nachts kommen die Diebe ohne weitere Hürden auf die Grundstücke. Die Gärtner sehen dabei einen direkten Zusammenhang zum Ausbau des

Lobers durch den Bergbausanierer LMBV. Am Ende der Anlage wurde eine Baustraße errichtet, die äußere Abgrenzung ist jetzt kein fester Zaun mehr, sondern besteht aus leicht versetzbaren Bauzäunen, von denen aus man dann, im Gegensatz zu früher, bequem am Lober spazieren gehen kann. „Was früher vielleicht dreimal in 40 Jahren passierte, passierte im letzten Jahr fast ständig: Einbrüche", sagt eine Gärtnerin, die

allerdings anonym bleiben möchte. Einen Haufen Geld und Arbeit stecke man in die kleine eigene Scholle. Und während sie noch im Ansatz nachvollziehen könne, dass Verkaufbares wie ein Spaten entwendet werde, bleibe die Frage: Wer bitte klaut sogar Pflanzen? Früher hätten sie ihre Grundstücke bis hinunter zum Gewässer mit Zäunen sichern können, monieren die Gärtner und wollen dies gern wieder so errichten, „um Werte und die eigene Arbeit zu schützen". Doch das gehe nicht mehr, so der LMBV-Abteilungsleiter Georg Morszeck: „Eine Errichtung von Zäunen ,bis zum Lober hinunter‘ wird zukünftig nicht möglich sein, da dies den Bestimmungen des sächsischen Wassergesetzes entgegensteht sowie eine Unterhaltung des Gewässers unmöglich machen würde." Die von der LMBV oder ihre Auftragnehmern entfernten Absperrungen würden „selbstverständlich" wieder hergestellt. Weitergehende, zum Beispiel an einer Kleingartenanlage „gehören jedoch nicht zum Leistungsumfang" und müssten daher vom jeweiligen

Eigentümer „unter Beachtung der Gesetzeslage" gegebenenfalls selbst

errichtet werden. Die im Randbereich für die Errichtung der Baustraße entfernten Gartenabzäunungen kommen wieder, wenn die Maßnahme beendet ist. „Die Arbeiten sollen, wenn die wasserrechtliche Genehmigung für den

Gertitzer Graben vorliegt, voraussichtlich bis Anfang Juni abgeschlossen sein", heißt es von der LMBV. „Danach wird auch die Baustraße zurückgebaut und der Urzustand wieder hergestellt. Andere Eingriffe in Zäune und/oder Absperrungen erfolgten nicht", so Pressesprecher Uwe Steinhuber. Die Gärtner sind nicht die einzig Betroffenen. „Leider war und sind die LMBV beziehungsweise ihre Auftragnehmer häufig Opfer von ,Diebestouren‘", so Steinhuber, „diese Diebstahl-Problematik, und erschwerend der Vandalismus an bereits fertigen Bauabschnitten, ist leider während der gesamten Bauzeit zu verzeichnen gewesen." Und auch in der Stadtverwaltung ist der Pflanzenklau nicht neu: 2012 verzeichnete man den Diebstahl von

Rollrasen. Auf dem Friedhof komme es öfter vor, dass Pflanzen von Gräbern gestohlen werden, „allerdings kann man hier keine genauen Zahlen nennen, da sich nicht jeder Bestohlene bei der Friedhofsverwaltung meldet", so Sprecherin Nadine Fuchs. Aus Pflanzkübeln in der Breiten Straße und im Bereich der Postmeilensäule seien ebenfalls schon Pflanzen gestohlen wurden. Von der Delitzscher Polizei heißt es, dass man die Sache speziell genauer beobachten wolle. Anzeigen lägen derzeit nicht vor.

Christine Jacob

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