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Delitzsch Kleingärtner in Kletzen können vorerst bleiben
Region Delitzsch Kleingärtner in Kletzen können vorerst bleiben
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10:06 13.05.2018
Kleingärten in Kletzen sollen Bauland weichen. Quelle: Heike Liesaus
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Kletzen

Sollen Kleingärten im Krostitzer Ortsteil Kletzen einem Baugebiet weichen? Die SPD-Ortsgruppe hatte die Informationspolitik der Gemeinde kritisiert. Denn mit den Betroffenen war nicht gesprochen worden. Bürgermeister Wolfgang Frauendorf (CDU) räumt im Gespräch mit der LVZ ein: „Wer arbeitet, macht auch Fehler.“ Es sei nicht die Absicht gewesen, die Pächter zu vertreiben, zumindest aus den Gärten, die tatsächlich bewirtschaftet sind. „Es ging in erster Linie um die Abrundung des bestehenden Siedlungsgebietes, und darum, dass eine junge Familie auf einem Grundstück bauen kann“, zeigt Frauendorf auf der Karte ein Areal neben den Gärten hinterm Feuerwehrgerätehaus.

Mit dem aktuellen Verfahrensstand im Flächennutzungsplan sei das nun möglich. Die weitere Umsetzung des Projekts ruhe nun erst einmal.

Pachtvertrag mit Kündigungsrecht

„Ich habe bereits im März in der Ortschaftsratssitzung gesagt, dass sie sich keine Sorgen machen müssen. Ich will versuchen, dass sie ihre Gärten weiter nutzen können“, so Frauendorf. Er habe es im April auch nochmals mit einer der Pächterinnen abgesprochen. Sie könnten auf sein Wort vertrauen. Doch auf mehr wiederum nicht, denn rechtlich sei eine Weiternutzung nicht durchzusetzen. Der Pachtvertrag enthalte den Passus, dass die Kündigung jederzeit möglich ist, wenn die Gemeinde das Gebiet vermarkten will.

Baurecht für Nachbarn

Frauendorf räumt ein, dass die Information der Gärtner versäumt wurde. Die Zeit habe gedrängt, in der Landesdirektion habe ein Personalwechsel im März angestanden. „Und wir hatten ja auch nicht die Absicht, das Land sofort zu vermarkten.“ Doch die Nachfrage nach Bauland in der Gemeinde ist hoch. Es sei aber nicht nötig, die bewirtschafteten Flächen zu beanspruchen, so Frauendorf. „Wir haben noch anderswo Lücken.“

Schwebezustand

Vor Ort reagieren die anzutreffenden Pächter eher unaufgeregt: „Es wäre einfach schön, wenn man klare Auskunft bekommen könnte, und das schriftlich“, sagt Katrin Engemann, die hinter ihrem Haus ein Stück Pachtland nutzt. „Denn wenn hier tatsächlich eine Straße gebaut wird, müssten zumindest Zäune versetzt werden.“ Und Dieter Weißke grübelt. Er hat sich schon im Nachbarort nach einem Garten umgesehen, aber ihm wäre es natürlich lieber, ein Stück Land in Kletzen zu nutzen. Denn er wohnt, wenn auch zur Miete, im Ort. „Soll ich nun hier noch etwas machen, oder nicht?“

Von Heike Liesaus

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