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Delitzsch Knöllchenfrust in der Altstadt
Region Delitzsch Knöllchenfrust in der Altstadt
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15:46 19.05.2015
Jens Fahr Quelle: Alexander Bley

Er kann nicht anders - weil die No.2 mit dem Parkverbot davor für ihn Arbeits- und Wohnstätte ist. Die Stadtverwaltung sieht das natürlich alles anders.

"Die schlechte Parksituation in der Delitzscher Innenstadt hat sich in den letzten Jahren immer weiter verschärft", bedauert der 52-Jährige. Wo mal Parkplätze waren, ist jetzt Wohnbebauung oder das Altersheim. Dagegen hat Jens Fahr natürlich auch nichts, nur Parkflächen sieht er keine mehr. Er lebt und arbeitet in der Mühlstraße 2. Parken kann er dort eigentlich nicht. "Ich habe keinen Bewohnerparkausweis, weil es keine offizielle Parkfläche gibt. Wo nichts ist, gibt es keinen Anwohnerparkausweis", fasst es der Altstadtkneipenwirt knapp zusammen. Mehrfach hat er sogar schon Sondergenehmigungen beantragt, die aber immer wieder abgelehnt wurden. So kommt er auch nicht zu einem Stellplatz etwa in der nahen Schulstraße - er ist ja dort kein Anwohner und hat somit kein Recht auf einen Stellplatz. Das Auto steht trotzdem vor der Kneipe. Schließlich muss das Auto, das er neben privaten Zwecken auch zum Auffüllen der Lager nutzt, ja irgendwo hin. Allein in der zweiten Septemberwoche musste er vier Knöllchen hinter den Scheibenwischern hervorziehen, macht 100 Euro. Seine Frau richte ihren Dienstplan mittlerweile nach denen der Politessen und fährt eben einfach zeitiger zur Arbeit, damit ihr Wagen weg ist, wenn die Kontrolle beginnt, oder sie stellt das Auto abends ab, wenn keine Politesse mehr arbeitet.

Angesprochen auf das Problem des Wirts, argumentiert Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) unter anderem damit, dass auch Fahr öffentliche Stellplätze zur Verfügung stünden. Zum Beispiel am Rosental. Für Jens Fahr keine Alternative mehr: "Da habe ich mein Auto drei Mal nachts abgestellt. Drei Mal wurde eingebrochen oder der Spiegel demoliert", sagt er. Er könne aber auch das Auto ab 18 Uhr an der Sparkassenfiliale am Markt abstellen. 17 Uhr öffnet die Kneipe, samstags und sonntags erst um 18 Uhr - Jens Fahr steht oft selbst hinter der Theke. Ansonsten biete sich ein Stellplatz in den Tiefgaragen an, den man anmieten könne, so Wilde. "Die Wartelisten sind voll", sagt Jens Fahr. Es bleibe ja noch die Möglichkeit, gleich früh am Morgen einen anderen und erlaubten Stellplatz für den Wagen zu suchen, aber Fahr sei ja eben auch ein Langschläfer, so der OBM. Die Kneipe öffnet open end - wer bis spätnachts Bier zapft, schläft eben länger.

Er selbst habe schon vor lauter Frust überlegt, ob er seine Zelte in Delitzsch abbrechen muss, bedauert Jens Fahr inzwischen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.09.2013

Christine Jacob

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