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Delitzsch Kommunalpolitischer Aschermittwoch nimmt in Delitzsch Fahrt auf
Region Delitzsch Kommunalpolitischer Aschermittwoch nimmt in Delitzsch Fahrt auf
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15:54 17.07.2015
Unter den Klängen von Adelheid marschieren die Zwerge ein. Quelle: Manfred Lüttich
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Delitzsch

Dennoch gilt bei 60 Gästen der Spruch des Linken-Büttenredners Frank-Uwe Wolf: „Ich sehe auch heute wieder sehr viele, die nicht da sind.“ Und obwohl damit  inbesondere Vertreter der CDU, der Stadt und des Landkreises angesprochen waren, haben auch alle anderen Nichtanwesenden durchaus was verpasst. Denn bei Schunkelliedern zum Aufwärmen, den Highlights aus dem Festsitzungsprogramm zum Staunen zwischendurch und natürlich mit den vier lokalpolitischen Büttenrednern vergingen drei Stunden wie im Flug.

Frank-Uwe Wolf (Die Linke) wunderte sich als Erster in der Bütt darüber, was die Welt und die Stadt Delitzsch doch wieder komisch ist. Auf den Kommunalwahlkampf und den Umgang der Stadt mit den vielen Plakaten der Rechten bezogen  zitierte er den Stadtchef mit: „Ich will nicht mit den Rechten fechten, auch wenn das andere StŠdte tunÒ und kommentiert dies zugleich: „Courage hat er damit nicht gezeigt, so ward' die Stadt verschandelt gleich“.

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Stimmführer war Gerald Lange. Die Zwerge, die zur Adelheid-Musik einmarschierten, thematisierten das Peter-und-Paul-Fest. „Viele im Stadtrat sind wie wir Zwerge so schlau und erkannten nun endlich genau, unser Geld muss bleiben in der Stadt, damit jeder etwas davon hat.“ Gelobt wurde auch: „Ein Kino für Delitzsch soll wieder entstehen, uns Zwerge werdet Ihr bestimmt dort sehen.“

Dass  für Zwerge die deutsche Rechtssprechung nicht immer logisch ist, kam auch durch. Mit: „Eine nur hat die Macht, wenn das so weitergeht, Delitzsch gute Nacht“, kommentierten sie, dass im Sport- und Kulturzentrum abends fast nichts mehr los sein darf.

Mit der Forderung nach der Streichung der Mehrwertsteuer für blaue Kleidung trat Siegfried Schönherr an. Der SPD-Genosse wurde abtrünnig und berief Aschermittwoch kurzerhand die Gründungsversammlung der Blauen Partei ein. Wie er als Dr. Bläulich mit Marika Schinkel-Kleinke und Nina Soujon die demokratischen Wirrungen getreu dem Motto: „Wir stimmen jetzt geheim ab, ob wir geheim abstimmen über was wir abstimmen, war köstlich und ließ den Mathematikprofessor schlussendlich unter dem Applaus der Zuhörer rufen: „Ich stelle Einstimmigkeit fest. Ich bin die eine Stimme. Basta!“

Auch wenn das mit der Demokratie bei den Blauen offensichtlich nicht so einfach ist, zum Thema knapper Stadtkassen gab es durchaus Anregungen. So schlug Dr. Bläulich vor, dem Beispiel der Banken zu folgen. Danach sollten sich mehrere klamme Städte zur bad town zusammenschließen. „Die Schulden sollte man dann zu Paketen bündeln, diese mit 'AAA' markieren und nach Amerika verkaufen. Das klappt wirklich, die Amerikaner haben's doch umgekehrt genauso gemacht.“

Dass dies auch eine Verfahrensweise für bad districts, sprich ohnehin schon überschuldete Landkreise sein könnte, versteht sich von selbst. Apropos Landkreis: Rüdiger Kleinke  lief am Schluss in seiner Rolle als Politiker-Fahrer Horst Knüppel zur Höchstform auf. Er philosophierte über die Geografie des Landkreises und den Wink in Richtung Bananenrepublik. Er fragte auch: „Können Sie sich vorstellen, wie eine Banane nach zwei Jahren riecht? Und in dem Moment, in dem Michael Czupalla noch an der mit braunen Flecken übersäten Banane würgt, muss auch noch der Löbnitzer Heiko Wittig mit dem frischen Leipzig-Kürbis kommen.“

Seinen Wagen lenkte Kleinke auch ins benachbarte Untere Leinetal ins Reich des CDU-Landtagsabgeordneten. „Dort hat Volker Tiefensee dafür gesorgt, dass das Pinkeln jetzt teurer als das Trinken ist“, gab er zum Besten und lieferte die Antwort der Bürger gleich mit. „Die schalten jetzt Anzeigen: Suche Partner für das große Geschäft.“

Ein großes Geschäft war der politische Aschermittwoch finanziell für den DCV sicher (noch) nicht. Doch bei der Qualität gab's einen Quantensprung. Und darauf auch von dieser Seite ein kräftiges DCV-Helau!

Ilka Fischer

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