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Kommunikations-Plattform für 4000 Vereinsmitglieder soll her

Kommunikations-Plattform für 4000 Vereinsmitglieder soll her

Das Bürgerhaus hätte nicht ausreichen müssen. 4000 Mitglieder aus über 30 Delitzscher Sportvereinen waren am Mittwochabend eingeladen, um das Projekt Stadtsportbund oder Sportbeirat der Stadt - einen Namen gibt es noch nicht - weiter zum Laufen zu bringen.

Delitzsch. Die Beteiligung lag stattdessen im inakzeptablen Bereich. Knapp 20 Vereinsmitglieder, Kommunalpolitiker und Stadträte waren vor Ort - und diskutierten dennoch konstruktiv.

Die CDU-Fraktion hatte den Karren im Februar ins Rollen gebracht, endlich eine Plattform, ein Sprachrohr, eine Interessenvertretung oder einen Anlaufpunkt für die mehr als 4000 Vereinsmitglieder ins Leben zu rufen. "Wir können nur der Initiator sein und das tun wir. Vereinsinteressen müsen die Vereine durchsetzen. Heute ist es unser Ziel, ein paar Leute zu finden, die sich vor den Karren spannen", sagte der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Mathias Plath.

Themen wie Infrastruktur, Finanzierung und Kooperation diskutierten die Vertreter der großen Delitzscher Vereine - unter anderem von Concordia, des GSVE, der Sportfüchse, des ESV und PSV - und waren sich einig, eine Art Stadtsportbund soll für alle Vereine der Ansprechpartner sein, aber auch im Rathaus und Stadtrat die Interessen und Probleme vortragen und Lösungen durchsetzen.

Plath hatte sich mit Manfred Putzke nicht nur den Vorsitzenden des Reit- und Voltigiervereins Schenkenberg an den Tisch geholt. Denn Putzke ist auch Stadtrat in Schkeuditz, wo es bereits einen Sportbeirat gibt. Und der arbeite erfolgreich, sei inzwischen ausschließlich Ansprechpartner für den Bürgermeister. Gehe es um Sportliches, spricht Jörg Enke (Freie Wähler) mit den zehn Vertretern des Beirates, die alle Vereine präsentieren. Die Vereine wiederum sind so beispielsweise mit ihren Vertretern in Planungen und Entwicklungen involviert. Putzke: "Der Beirat ist aber auch Schiedsrichter bei Streitigkeiten und Unterstützer, wenn es darum geht, Forderungen im Rathaus oder im Stadtrat durchzusetzen." Wenn die Stadt über Zuwendungen entscheide, werde zuvor der Beirat angehört und einbezogen.

So viel zur Theorie und zum Beispiel Schkeuditz. In Delitzsch wurde vor allem aufgrund der zahlreichen leeren Stühle die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines solchen Gremiums aufgeworfen. Delitzschs Bürgermeister Thorsten Schöne (parteilos) brachte es auf den Punkt: "Vieles ist schon geregelt. Wo ist der Bedarf? Uns würde ein Ansprechpartner die Arbeit erleichtern. Aber die Zusammenarbeit mit den Vereinen ist sehr gut. Darum erscheint es fraglich, ob so eine übergeordnete Stelle nötig ist und ob damit überhaupt alle Vereine erreicht werden."

Zumindest dahinter blieb aufgrund der bescheidenen Resonanz ein Fragezeichen stehen. Für Plath gibt es zum Sportbeirat/-bund keine Alternative. "Die Vereine wollen und brauchen einen gemeinsamen Moderator, Wortführer und Interessenvertreter. Das kann keine Partei und auch nicht die Kommunalpolitik leisten. Das muss aus den Vereinen kommen."

Sportfuchs, Tauchsportler und Kreissportbund-Vize Thilo Wolff spannte sich schließlich vor den Karren. Mit Reinhardt Gasch vom GSVE Delitzsch will er nun ein paar Punkte zu Papier bringen und so dem Sportbeirat Inhalte einhauchen. Bis Juni sollen dann alle Vereine angeschrieben und eingeweiht werden. "Wer nicht mitmachen möchte, muss nicht. Ich bin dennoch davon überzeugt, dass die Resonanz groß sein wird. Es geht schließlich um die Interessen der Vereine", so Plath. Und die seien von der Nutzung der Sportstätten über das Zusammenspiel mit dem Schulsport bis hin zur Sportförderung sehr breit gefächert.

Frank Pfütze

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