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Delitzsch Konzerte, Festumzug und tolle Shows: Tausende feiern Stadtfest in Delitzsch
Region Delitzsch Konzerte, Festumzug und tolle Shows: Tausende feiern Stadtfest in Delitzsch
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15:31 03.07.2017
Die Kinder vom Hort am Rosengarten zeigen die Aufführung der Sage der Türmerstochter.   Quelle: Alexander Prautzsch
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Delitzsch

 „Von Delitzschern für Delitzscher“ – unter diesem Motto ging am Wochenende das Stadtfest über die Bühne. Hier Beobachtungen:

 Salutschüsse hier, Appell dort, Scharmützel und natürlich der Festumzug – viel Arbeit und viele Kilometer vor und hinter den Kulissen stecken in den Knochen der historischen Akteure. Allein an einem „normalen“ Festsamstag kommen um die 15 000 Schritte und knapp 10 Kilometer pro Akteur zusammen. „Nur“ etwa 2500 Schritte und etwa 1,52 Kilometer macht dabei der Festumzug aus, dabei tragen Landsknechte und Co. kiloschwere Ausrüstung, Musketen und Piken, sie ziehen Kanonen und Wagen. Die Ur-Krostitzer Brauerei kam mit ihrem Sechser-Zug. Er führte nicht nur den Umzug an, sondern lief den anderen auch davon und bot damit den Zuschauern eine kleine Pause, um sich auf die anderen Schaubilder einzustellen. Im Tross des Umzuges waren noch fünf weitere Pferde eingespannt und – nicht zu vergessen – auch zwei Lastenesel.

 Der Festumzug war für Jana Bauke eine Premiere. Die Schauspielerin und Dozentin an der Theaterakademie Sachsen moderierte, während die Gruppen unten am Marktplatz entlang flanierten. Auf dem Balkon des Rathauses haderte sie noch, ob sie sich bewähren würde, einen zweiten Ausdruck ihres Textes hatte sie sicherhalthalber dabei. Der war nicht nötig. „Das war ein schöner Umzug! Ich finde es toll, wenn die selbst noch eine kleine Aufführung machen, wie diese eine Gruppe, die mit dem Bürgermeister vor dem Rathaus rumgeflachst hat. Sowas finde ich total schön! Erstaunlich finde ich, dass der Dreißigjährige Krieg so ein intensives Interesse hervorruft.“

 
 

Festumzug, historischer Peter&Paul-Markt, alte Handwerkskunst, Gefechtsszenen aus dem 30-jährigen Krieg, Tanz sowie Live- und Musik aus der Konsole, Showacts,auf zahlreichen Bühnen, Wettrennen auf dem Wallgraben, jede Menge Spaß, Vergnügen und Bierseligkeit, das bot auch in diesem Jahr das Stadtfest Peter & Paul in Delitzsch.

 
 Der Veranstaltungsort an der Schillerbrücke entwickelt sich von Jahr zu Jahr weiter. Diesmal bot das Team von der Urlaub meehr Bar nicht nur Discomusik, sondern wollte dort auch eine Piraten-Show für Jung und Alt zeigen, die wetterbedingt zum Pfortenplatz verlegt wurde.

 Erstmals konnten sich Besucher auf dem Peter & Paul-Markt von ihren Sünden freikaufen. Für zehn Euro gewährte Bruder Ignatius einen Genaralablass. Für einen Euro verkaufte der Leipziger, der ursprünglich aus dem kleinen Ort Ablaß bei Mügeln kommt, einen Ablassbrief für nicht gemachte Hausaufgaben. Für Faulenzen, Saufer- und Völlerei wurden drei Euro fällig. Aber auch eine Heirat für 24 Stunden mit Urkunde, Ehering und Zeremonie mit Eheprüfungen war bei dem Ablasshändler möglich.

 
 Die Kinder vom Hort am Rosengarten führten auf der Schlosswiese nicht nur die Sage von der Türmerstochter auf, sondern zeigten auch Tänze aus ihrem aktuellen Programm – unter anderem nach dem Instrumentalstück „Popcorn“ oder Silentós „Watch Me“. Einstudiert wurden die Darbietungen im Probelager in Reibitz.

 
 Einen grün-weißen Farbtupfer zauberte die Marienburg-Garde aus Monheim ins Stadtfest. Die Garde ist einer von rund 30 Carnevalsvereinen in der Partnerstadt am Rhein. Die 32 Frauen und Männer bereicherten nicht nur den Festumzug, sie zeigten an der Schloßwache auch Ausschnitte aus ihrem diesjährigen Tanzprogramm, das musikalisch in den 1950er- und 1960er-Jahren angesiedelt ist. Und natürlich feierten sie, wie es sich für Rheinländer gehört, ausgiebig.

 Diesen Sprung vollzog am Sonnabend die Gruppe „Parlay“. Die drei jungen Männer probten zunächst in einer Garage am Wallgraben, s dass sich so manches Ohr dorthin ausrichtete. Es war allerdings nur die Generalprobe für den späteren Auftritt an der Delitzscher Schlosswache. „So oft kommen wir leider nicht zum Proben, weil so weit voneinander entfernt wohnen“, bedauerte Schlagzeuger Linde. Die Jungs spielen seit der Schulzeit am Delitzscher Gymnasium zusammen. „Das sind jetzt auch schon neun Jahre“, sagte Bassist Markus Derenthal.

 Muskelkraft war bei der Wallgrabenregatta, die acht Teams bestritten, vonnöten. Mittendrin die Boote der Stadtwerke (SWD) und der Wohnungsgesellschaft, die von ihren Geschäftsführern Robert Greb und André Planer höchst selbst in den Wettstreit geführt wurden. Nach insgesamt 12 Läufen setzte sich das Stromschnellen-Team der SWD gegen den Drachenbootverein Leipzig im Finale als Sieger durch.

Von Thomas Steingen, Ditmar Wohlgemuth, Christine Jacob und Manuel Niemann

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