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Kreative Mannschaft trotzt dem Sparkonzept

Kreative Mannschaft trotzt dem Sparkonzept

400 Tiere in 80 Arten waren es im Tiergarten Delitzsch. Rund 350 in 60 Arten sind es jetzt. Weniger zu sehen, aber mehr zu entdecken - so hat sich der Tiergarten Delitzsch in Zeiten eines Sparkonzepts neu erfunden.

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Julia Gottschlich präsentiert eines der neuen Infoschilder, die die Besucher seit ihrem Start als Zoochefin immer häufiger an den Gehegen finden. Dank privater und Förderverins-Initiativen wie dieser gelingt es, den Tiergarten im Wandel zu halten.

Quelle: Wolfgang Sens

DELITZSCH. Maximal 400 000, besser noch 350 000 Euro Zuschussbedarf im Vergleich zu mehr als 470 000 Euro, lautet eines der strengen Ziele des im Frühjahr 2013 entwickelten Tiergartenkonzepts. Das hieß unter anderem auch, je nach sogenanntem Schauwert, Tiere abzugeben.

Geschadet hat es der Einrichtung scheinbar nicht. Mit exakt 50 188 Gästen im Jahr 2014 hat der Tiergarten Delitzsch den Besucherrekord erreicht. Bereits am zweiten Weihnachtsfeiertag war die magische 50 000er-Grenze überschritten worden. Bereits nach dem dritten Quartal war die Gesamtbesucherzahl des Jahres 2013 (38 724) deutlich übertroffen. Das bisher erfolgreichste Jahr war mit 45 528 Besuchern das Jahr 2011. "Sicherlich lag es auch am Wetter", sagt Tiergartenleiterin Julia Gottschlich zum Besucherrekord 2014. Der Tiergarten ist am Sparkonzept gewachsen.

Mit 30 Jahren kam Gottschlich vor fast zwei Jahren als neue Chefin in den Tiergarten, nachdem ihre Vorgängerin sich anders orientierte. Gottschlich kam damit die Aufgabe zu, ein Konzept umzusetzen, das eine Arbeitsgruppe ohne ihre Beteiligung erst wenige Monate zuvor festgezurrt hatte. "Attraktivität ist ein Hauptpunkt", sagt die Leiterin, "wir wollen mit so wenig wie möglich viel erreichen." Dahinter stehe das gesamte Team - deutlich spürbar ist die bessere Stimmung innerhalb der Mannschaft, der Wille zum Engagement in einem guten Betriebsklima. In den vergangenen zwei Jahren hat sich das Team darauf konzentriert, viele Dinge optisch besser zu gestalten und die Besucher stärker einzubinden.

"Ein leeres Gehege in einem Tiergarten? Das geht gar nicht, da wundert sich der Besucher natürlich und macht sich seine Gedanken", fasst es Gottschlich zusammen. Lasse es sich aber durch Umbaumaßnahmen nicht vermeiden, müsse man die Besucher eben informieren und sie nicht vor einem Rätsel stehen lassen. Wie im Tiergartenkonzept verankert, leben jetzt weniger Tiere auf den rund vier Hektar. Aber nicht mehr Arten, sondern Exemplare würden reduziert, was zum Geldsparen beiträgt, die Attraktivität aber erhalten kann. Wo früher sechs Trampeltiere auf der Anlage standen, sind es jetzt noch vier. Dass reduziert den Futter- und Pflegeaufwand, spart Zeit und damit Geld - für den Besucher mache es keinen großen Unterschied. "Es sind genug Tiere auf der Anlage zu sehen, sie haben zugleich auch genug Platz", schildert die Zoologin. Ähnlich wurde zuletzt bei Kängurus und Kapuzineraffen verfahren.

"Ja, wir befinden uns in einem Sparkonzept", sagt Gottschlich, "aber es zeigt sich, dass dieses Konzept funktioniert und der Tiergarten eine runde Sache ist." Viel beigetragen habe zum Beispiel auch das neue gastronomische Angebot und der Zusammenhalt. "Es gelingt uns als Mannschaft, ein schönes Gesamtbild zu vermitteln, auch mit wenig Mitteln." System und Ordnung sind eingezogen. Mit wenig Finanzmitteln wird der Tiergarten in Schuss gehalten, sind Beete und Wege auch dank 1-Euro-Jobbern gepflegt - viel stemmen die Mitarbeiter auch in Eigenleistungen, indem sie Gehege selbst verschönern. Es wurde auch ein Aufruf gestartet, Pflanzen zur Verschönerung zu spenden und von den Delitzschern großzügig beantwortet. So gelang es beispielsweise eine lange Zeit, völlig verwaiste Ecke neben der Zooschule mit dem Bienenstock, finanziert mit Fördermitteln, zu beleben und den Gästen eine neue Attraktion zu bieten, die noch dazu kompetent von einem Imker begleitet wird. Zu kaufen gibt es inzwischen Delitzscher Tiergartenhonig, was wiederum das Marketing der Einrichtung stärkt. "Wir haben eine sehr gute Grundstruktur und Potenzial", lautet das Credo.

Und mit diversen Veranstaltungen sollen zusätzlich Gäste gelockt werden. Besondere Besuchermagneten waren im vergangenen Jahr der Kindertag mit mehr als 1200 Gästen, das Laternen- und Lichterfest mit rund 1000 Leuten und das Osterwochenende mit jeweils rund 900 Besuchern an beiden Tagen. Auch 2015 sollen im Tiergarten Delitzsch zahlreiche Veranstaltungen geboten werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.01.2015
Christine Jacob

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