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Delitzsch Kreuma - 800 Jahre. Kreuma lässt die Geschichte hochleben
Region Delitzsch Kreuma - 800 Jahre. Kreuma lässt die Geschichte hochleben
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10:34 09.03.2017
Dorfgespräch am Kirchturm (von links): Brigitte Gottwald mit dem historischen Turmschlüssel, Carsten Müller, Guido Schöttge, Martin Schmidt, Susann Fippel.   Quelle: Kay Würker
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Kreuma

 Was ist eigentlich los auf dem Lande? Was wird geredet im Dorf? Was bewegt die Menschen? Die LVZ-Serie Unterwegs in ... zeigt es.

Nach Kreuma zu kommen, das ist ein bisschen wie das Eintauchen in ein Postkartenmotiv vergangener Zeiten. Links und rechts der Dorfstraße, die den Ort zusammenhält, erstrecken sich schmucke Gehöfte, atmet Geschichte in allen Winkeln. Zwar zeigen frisch verputzte Fassaden und der glatte Asphalt der Fahrbahn, dass Kreuma im Hier und Jetzt angekommen ist. Doch in so manchem Detail erscheint es noch wie in früheren Zeiten, als die Höfe noch der Landwirtschaft dienten, als hier Pferdner, Bauern und ein Windmüller wohnten.

LVZ-Serie "Unterwegs in..."

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„Es gibt nicht viele Dörfer in der Region, die eine so lange, urkundlich verbriefte Geschichte haben“, sagt Susann Fippel vom Förderverein Kreuma. 800 Jahre, aufgearbeitet in einer weit mehr als 1000 Seiten starken Chronik. Am 20. Juli 1216, so ist es notiert, wurde die Besiedelung dieses Fleckchens erstmals erwähnt – als Rittergutsgeschlecht „Hartmannus vor ’de Crime“. Das soll am Wochenende groß gefeiert werden. Am Freitag steht im örtlichen Bürgerhaus zunächst die Historie im Vordergrund. Der Museologe und Delitzscher Oberbürgermeister Manfred Wilde blickt ab 19 Uhr in einem Vortrag zurück. Am Samstag ab 10 Uhr wird gefeiert – mit Spielen für Groß und Klein, mit Schauvorführungen von Feuerwehren und Modellfliegern, mit Kremserfahrten, Lasershow und abendlichem Tanz. Der Lobacher Hof lädt ab 13 Uhr zum Hoffest.

Zwei Vereine prägen das Kulturleben

800 Jahre wird man schließlich nicht alle Tage. Und miteinander etwas auf die Beine zu stellen, den Gemeinsinn zu pflegen, das liegt den Kreumaern im Blut. „Es gibt hier keine Cliquenwirtschaft“, sagt Anwohner Guido Schöttge. Wer hier lebt, gehört dazu. Vor allem zwei Vereine gestalten das kulturelle Leben im Ort: der Faschingsverein und die Traditionsfeuerwehr. „Osterfeuer, Herbstfest, Weihnachtsfeiern, Fasching: Übers Jahr hinweg ist immer wieder was los“, erzählt Guido Schöttge. Wenn im Lobacher Hof Theater gespielt wird, sitzen die Kreumaer vielzählig im Publikum. Auch eine Frauensportgruppe gibt es. Und wenn Projekte anstehen, ist der Förderverein zur Stelle, sammelt Spenden. Auf die Weise baute die Dorfgemeinschaft vor Jahren in Eigenregie einen Spielplatz. Schließlich ist Kreuma ein alter, aber kein gealterter Ort. Jedes Jahr gibt es unter den rund 160 Einwohnern drei bis vier Schulanfänger.

Wenn nun noch der öffentliche Busverkehr etwas besser und die Schlaglochpiste gen Beuden schon saniert wäre, das wäre toll, wünschen sich die Anwohner. Auch Gleichberechtigung gegenüber den anderen Ortschaften der Gemeinde Rackwitz steht auf der Wunschliste. Und die Entkrautung des Dorfteiches, auf dem die Älteren einst schwimmen lernten. Viele erzählen sich noch davon. Kein Wunder: Alteingesessene Familien hat das Dorf unter wenigstens jedem zweiten Dach. Auch das gehört zu Kreumas besonderem Charakter.

Bereits erschienen:

Wölkaus Nachrichten-Zentrale, 7. Juli

Kanalbau in Hohenprießnitz, 16. Juli

Lemsel sucht Anschluss, 18. Juli

Politiker am Open-Air-Stammtisch in Gotha, 24. Juli

Brodauer beseitigen Dreckecken im Dorf, 26. Juli

Familien mit Kindern bringen Beuden in Schwung, 5. August

Künstler schwört auf sein Heimatdorf Wöllnau, 18. August

An diesem Wochenende wollen die Kletzener groß feiern, 19. August

Von Kay Würker

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