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Kriminalität in Delitzsch: Meistens geht’s um Eigentum

Polizei Kriminalität in Delitzsch: Meistens geht’s um Eigentum

Es sind in zunehmendem Maße Eigentumsdelikte, die den Gesetzeshütern in Delitzsch zu schaffen machen. Fast 70 Prozent der Delikte, die im Vorjahr im örtlichen Polizeirevier aktenkundig wurden, haben mit Diebstählen oder Einbrüchen zu tun. Der Revierleiter mahnt zu mehr Vorsicht.

Im Keller des Delitzscher Polizeireviers reihen sich zahlreiche, zum Teil offenbar gestohlene Fahrräder.

Quelle: Kay Würker

Delitzsch. Es ist etwas beschaulicher geworden am Tatort Delitzscher Land. Die Zahl der Straftaten, die im vergangenen Jahr im Polizeirevierbereich in die Akten gingen, liegt bei 2168. Im Jahr zuvor waren es noch 2996. Ein Rückgang, der vor allem in den Landgemeinden rings um Delitzsch zu verzeichnen ist. In der Großen Kreisstadt selbst ist die Kriminalitätsrate zwar ebenfalls rückläufig, jedoch in etwas geringerem Maße. Von allen Straftaten, die im Vorjahr im Revier zwischen Wiedemar und Krostitz, zwischen Löbnitz und Rackwitz registriert wurden, entfallen etwa 82,6 Prozent auf die Loberstadt.

Es sind in zunehmendem Maße die Eigentumsdelikte, die den Gesetzeshütern zu schaffen machen. „In früheren Zeiten stellten derlei Straftaten etwa ein Drittel der Gesamtstatistik dar“, erinnert sich Revierleiter Klaus-Dieter Kabelitz. Inzwischen haben im Revier fast 70 Prozent der Delikte mit der Wegnahme von Eigentum zu tun. Die Palette reicht dabei von einfachen Diebstählen bis hin zu Einbrüchen. Allein 109-mal wurde im Vorjahr in Geschäftsräume, wie Büros, Lager oder Werkstätten, eingebrochen. Der Delitzscher Polizeichef geht davon aus, dass dabei in vermehrtem Maße überörtliche Tätergruppen ihre Langfinger im Spiel hatten. Das gelte auch für gestohlene Navigationsgeräte aus Autos. Und Automatendiebstähle: 21-mal wurden im vergangenen Jahr Zigaretten- oder Fahrkartenautomaten gesprengt, aufgebrochen oder gleich komplett entwendet – eine Steigerung um 57 Prozent im Vergleich zu 2014. „Delitzschs zentrale Lage zwischen Leipzig, Halle und Bitterfeld gerät da zum Nachteil.“

Beschaffungskriminalität als Hauptursache

Bei den sogenannten einfachen Diebstählen, bei denen sich die Täter ohne Einbruch zum Beispiel an Fahrrädern oder in Läden bedienen, sieht Kabelitz Beschaffungskriminalität als Hauptursache. Auf vermeintlich schnelle Weise soll Geld für Drogen oder auch den allgemeinen Lebensunterhalt beschafft werden. „Produkte wie Kaffee oder Rasierklingen lassen sich offenkundig schnell umsetzen.“ Wobei insbesondere Leipzig als Absatzmarkt genutzt werde – Delitzsch ist für solche Geschäfte zu übersichtlich.

Kabelitz rät den Bürgern zu mehr Vorsicht. Immer wieder würden Wohnungen beim Verlassen nicht abgeschlossen, sondern nur die Tür ins Schloss gezogen. Oder es bleiben Autos mit laufendem Motor stehen, während der Fahrer nur schnell zum Briefkasten möchte. Offen einsehbare Taschen in geparkten Fahrzeugen seien ebenso ein häufiges Phänomen. Und der Enkeltrick bei Senioren, obwohl hinlänglich bekannt, funktioniere weiterhin.

Revierleiter wünscht sich mehr Strafanzeigen

Der Revierleiter wünscht sich zudem eine höhere Bereitschaft in der Bevölkerung, Anzeige zu erstatten. Was auf den ersten Blick nach Mehrarbeit für die Polizei aussehe, bringe an anderer Stelle Entlastung. Klaus-Dieter Kabelitz geht davon aus, dass es gerade bei Fahrrad- und Ladendiebstählen eine hohe Dunkelziffer gebe. Das treffe im Übrigen auch auf Drogendelikte zu. Delitzsch habe keine offene Szene, der Handel und Konsum von Betäubungsmitteln spiele sich im Privaten ab. Doch ohne konkreten Verdacht sind Wohnungsdurchsuchungen tabu. Die 55 Rauschgift-Delikte, die im Vorjahr aktenkundig wurden, kamen vor allem im Zuge von Verkehrskontrollen ans Licht.

Mit einer hohen Dunkelziffer rechnet Kabelitz auch bei den Sachbeschädigungen. „Ich gehe davon aus, dass vieles, wie etwa illegale Graffiti, nicht angezeigt wird.“ Insofern sei die Tatsache, dass sich die Zahl der Sachbeschädigungen von 2009 bis 2015 nahezu halbiert hat, nur eine relativ gute Nachricht.

Von Kay Würker

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