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Krostitzer Brauerei: Salzsäure tritt aus Lkw aus

Gefahrgut-Unfall Krostitzer Brauerei: Salzsäure tritt aus Lkw aus

Auf dem Gelände der Krostitzer Brauerei ist es am Donnerstag um 16.30 Uhr zu einem Gefahrgut-Unfall gekommen. Aus einem Lkw trat Salzsäure aus. Der Gefahrgutzug des Landkreises kam zum Einsatz, der bis 22 Uhr lief.

Etliche Feuerwehren kamen zum Einsatz.

Quelle: Christine Jacob

Krostitz. Am Donnerstag gegen 16.30 Uhr kam es auf dem Gelände der Krostitzer Brauerei zu einem Unfall mit Gefahrgut. Aus einem Lkw trat Salzsäure aus. Grund soll eine Leckage am Einfüllstutzen des Tanklastzuges gewesen sein, der zirka 20 500 Liter des Gefahrguts geladen hatte – etwa 40 Liter pro Minute traten anfänglich aus. Zirka 400 Liter insgesamt liefen aus. Der Gefahrgutzug des Landkreises kam zum Einsatz, viele Kräfte wurden gebraucht – etliche Feuerwehren des gesamten Landkreises und die Schnelleinsatzgruppe aus Taucha sowie das Umweltamt rückten daher aus.

Keine Gefahr, aber Vorsichtsmaßnahmen

Zunächst hieß es am Nachmittag von der Polizei vor Ort, es bestehe keine Gefahr für die Bevölkerung. Nach 20 Uhr allerdings änderte sich die Lage dahingehend, dass die Krostitzer per Lautsprecherdurchsage gebeten wurden, vorsorglich Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Häuser nicht zu verlassen. Dies sei, so die Feuerwehr, eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen. Zur Erklärung: Wenn solche Salzsäure – diese ist 35-prozentig – ausgast, kann die Wolke bei der derzeitigen Wetterlage nach unten gedrückt werden. Die Wolke zog nach Polizeiangaben in östliche Richtung und Richtung Eilenburg. Im schlimmsten Falle könnte es zu Reizungen der Schleimhäute und Atemwege kommen, wenn man mit einer Ausgasung Kontakt hat. Laut Feuerwehr wurde niemand auf dem Werksgelände ernstlich verletzt. Die Mitarbeiter im betroffenen Bereich wurden aber vorsorglich vom Rettungsdienst untersucht. Ansonsten lief der Betrieb in der Brauerei normal weiter.

Einsatzende nach vielen Stunden

Der Gefahrgut-Einsatz zog sich mehrere Stunden und bis in den späten Abend. Solch ein Szenario ist stets ein langwieriger Prozess. Die Salzsäure wurde vorerst mittels Rinnen in ein sogenanntes Bergefass abgeleitet, da der Stutzen am Lkw nicht abgedichtet werden konnte. Die Feuerwehr überlegte dann weitere Schritte und pumpte in ein zweites Fahrzeug um. Erst kurz vor 22 Uhr konnte der Einsatz beendet werden und die abendliche Warnung der Bevölkerung wurde wieder aufgehoben. Die Einsatzkräfte mussten die sogenannte Gefahrgutstrecke noch zurückbauen und hatten dementsprechend wieder einen späten „Feierabend“ in ihrem Ehrenamt.

Die Kameraden rüsten sich mit Schutzkleidung aus

Die Kameraden rüsten sich mit Schutzkleidung aus.

Quelle: Feuerwehr

Lob für Einsatzablauf

Der Krostitzer Bürgermeister Wolfgang Frauendorf (CDU) lobte das Einsatzgeschehen. „Das war alles vorbildlich organisiert, auch seitens der Brauerei, die Zusammenarbeit war sehr gut und die Reaktion erfolgte vorbildlich schnell“, so das Gemeindeoberhaupt. Den vielen Kameraden vor Ort gelte ausdrücklich Lob. Über 100 Feuerwehrfrauen und -männer waren im Einsatz.

„Wir bedanken uns ausdrücklich bei unseren Mitarbeitern und den Kameraden der Feuerwehr für den schnellen und äußerst umsichtigen Einsatz“, sagt auch Sprecherin Ines Zekert von der Brauerei. Die Mitarbeiter hätten sofort Feuerwehr und Umweltamt hinzugezogen, „so dass es in gemeinsamer Anstrengung gelungen ist, größere Schäden zu vermeiden.“ Bei dem Transporter handelte es sich um den einer Fremdfirma. Vermutlich war eine Materialermüdung eines Dichtrings Ursache des Unglücks. Die weitaus größte Menge des Gefahrstoffs konnte laut Zekert durch die brauereieigenen geschlossenen Abwassersysteme aufgefangen werden. Eine geringe Menge ist nach draußen gelangt, an der fachgerechten Entsorgung werde im Moment mit Hochdruck gearbeitet.

Salzsäure wird in der Bierproduktion wohl schon seit Urzeiten für verschiedene Prozesse genutzt. Sie wird auch in anderen Bereichen als Lebensmittelzusatzstoff verwendet. In der Brauerei nutzt man sie verdünnt zum Reinigen von Flaschen.

Weitere Einsätze

Die Feuerwehr Delitzsch, die ebenfalls Teil des Gefahrgutzugs ist, hatte am Donnerstag bereits zwei Einsätze und musste unter anderem zu einem Brand auf einer Baustelle. Den nächsten Alarm gab es für die Kameraden um 3.20 Uhr in der Nacht zum Freitag. In der Mittelstraße hatte jemand Gasgeruch in einer Wohnung bemerkt. Nach gründlicher Kontrolle allerdings konnte keine Feststellung dergleichen gemacht werden und der Einsatz wurde wieder beendet.

Von Christine Jacob

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