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Delitzsch Krostitzer wollte Original-Buch „Mein Kampf“ verkaufen – Polizei ermittelt
Region Delitzsch Krostitzer wollte Original-Buch „Mein Kampf“ verkaufen – Polizei ermittelt
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15:18 11.08.2017
Das Inserat mit Folgen.   Quelle: Christine Jacob
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Delitzsch/Krostitz

Mit einem Inserat in einem diesen Mittwoch in Delitzsch und Umgebung verteilten Anzeigenblatt hat sich ein Mann nun Ermittlungen der Delitzscher Polizei gegen ihn eingehandelt. Aufmerksamen Zeugen war die Anzeige mit dem Wortlaut „Verkaufe ,Mein Kampf’ von 1939“ und die Angabe einer Krostitzer Rufnummer ins Auge gefallen. Sie meldeten sich am Donnerstagvormittag bei der Polizei.

Verkauf einer Hetzschrift per Inserat

Die zögerte nicht lange und ermittelte schnell den Verkäufer. Der Fall gehöre sehr wahrscheinlich unter den Paragrafen 130 des Strafgesetzbuches, betrifft also Volksverhetzung, so die Polizei. Der Mann habe zwei der Original-Bücher von 1939 in seinem Besitz gehabt und eines bereits verkauft. Das zweite Exemplar hat die Polizei beschlagnahmt. Den Käufer des ersten wird man ermitteln. Bei dem Verkäufer handele es sich um einen Mann, der auch immer mal mit Antiquitäten handele, so der bisherige Ermittlungsstand. Die weiteren Arbeiten der Staatsanwaltschaft müssten dann klären, ob die Anzeige und der Verkauf vielleicht aus Unwissenheit geschah und welche strafrechtliche Konsequenzen dies hat.

Rechtliche Grauzone

Seit 2016 können im Buchhandel ausschließlich kommentierte Neuauflagen des Buches von Adolf Hitler gekauft werden. Die Justizminister der Bundesländer einigten sich bereits im Sommer 2014 darauf, dass die bloße Publikation von „Mein Kampf“ auch nach Ablauf der Urheberschutzfrist verboten bleiben soll. Hitlers Machwerk sei Volksverhetzung. Das Strafrecht bietet damit weiterhin Möglichkeiten, „gegen den – insbesondere unveränderten – Nachdruck und das Zugänglichmachen des Buches vorzugehen“. Von einem grundsätzlichen Verbot des Buches kann und konnte übrigens auch früher nicht die Rede sein – etwa in Antiquariaten, und auch der Verleih in Bibliotheken war legal. Ob der Verkauf per Zeitungsinserat ohne ausdrücklichen Vermerk auf ein Antiquariat dies auch noch ist, muss nun geklärt werden.

Von Christine Jacob

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