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Krostitzerin plant genossenschaftliches Wohnprojekt für Senioren und sucht Mitstreiter

Altersvorsorge Krostitzerin plant genossenschaftliches Wohnprojekt für Senioren und sucht Mitstreiter

Gabriele Horster verfolgt in Krostitz ein ehrgeiziges Projekt. Sie will eine Genossenschaft aus der Taufe heben, die ein Wohnprojekt für Senioren realisiert. In den Wohngemeinschaften sollen sich Menschen gegenseitig helfen. Das Projekt zielt auf soziales Handeln und das Wohnen zu bezahlbaren Preisen im Alter.

Wie diese Werbetafel belegt, hat Krostitz einiges zu bieten.

Quelle: Thomas Steingen

Krostitz. Die Gemeinde Krostitz besitzt mit Arzt- und Zahnarztpraxen sowie einem privaten Pflegedienst eine gute medizinische Infrastruktur. Doch mit Blick auf die demografische Entwicklung, dass immer mehr Menschen ein höheres Alter erreichen, sucht Bürgermeister Wolfgang Frauendorf (CDU) seit Jahren jemanden, der in Krostitz ein soziales Zentrum mit Wohnformen für Senioren errichtet. Mit möglichen Investoren ist er in Kontakt, doch spruchreif ist noch nichts. Jetzt macht Gabriele Horster mit einem ehrgeizigen Projekt auf sich aufmerksam. Die studierte Wirtschaftswissenschaftlerin möchte auf genossenschaftlicher Basis im Wohngebiet „Dorfmark“ ein Seniorenwohnprojekt mit Begegnungsstätte errichten. Dazu sucht sie Mitstreiter, die Mitglied in einer zu gründenden Genossenschaft werden wollen. Diese soll das Projekt vorantreiben und später betreiben.

„Das Besondere dabei ist, dass das Projekt nicht auf Rendite für Investoren zielt, sondern älteren Menschen ein komfortables Wohnen zu in der Region üblichen Mieten ermöglicht“, erklärt die Krostitzerin, die beruflich als selbstständige Unternehmensberaterin tätig ist.

Helfen und in die eigene Zukunft investieren

Gänzlich neu ist die Idee nicht. In Riedlingen funktioniert das Prinzip der Hilfe auf Gegenseitigkeit seit mehr als 20 Jahren. Die dortige Seniorengenossenschaft zählt 650 Mitglieder. Unter ihrem Dach helfen ältere Menschen, die dazu noch in der Lage sind, noch älteren, die auf diese Hilfe angewiesen sind, im Alltag. Sie putzen, gehen einkaufen, waschen Wäsche oder liefern warme Mahlzeiten. „Und das tun sie nicht aus Solidarität allein, sondern sie sorgen mit jeder Arbeitsstunde für ihre eigene Zukunft. Denn die Helfer können sich die Arbeitszeit bezahlen lassen oder die Stunden auf ein Zeitkonto ansparen und sie einlösen, wenn sie selbst Hilfe benötigen“, erklärt Gabriele Horster.

Sie ist überzeugt, dass dieses Modell auch in Krostitz funktionieren kann. Nicht zuletzt will sie mit diesem Projekt auch Kernpunkte des Seniorenbezogenen Gesamtkonzeptes des Landkreises Nordsachsen umsetzen. In diesem Konzept sind Senioren-Wohngemeinschaften explizit als neue Wohnform ausgewiesen.

Preiswert bauen ohne Komfortverlust

Dabei sind ihre Pläne schon weit vorangeschritten. Ziel sei es, dass die Genossenschaft preiswert baut, ohne Einschränkung im Komfort. „Ich kann ein Konzept schreiben und rechnen, und ich bin gut vernetzt“, so die Krostitzerin. So hat sie ein Planungsbüro gefunden, das für das Objekt Baukosten um die 1300 Euro je Quadratmeter errechnet habe. Auch eine Bank habe signalisiert, das Ganze zu finanzieren. Nichtsdestotrotz werde die Genossenschaft Eigenkapital in Höhe von 400 000 Euro benötigen, sagt die 57-Jährige. Im Gemeinderat stellte sie jetzt den Antrag, ihr Konzept vorstellen zu dürfen, denn sie will es mit der Gemeinde und den Krostitzern umsetzen.

Vorgesehen sind in dem Objekt Seniorenwohnungen (Zwei- und Drei-Raum-Wohnungen) für 40 Personen in vier Wohngemeinschaften sowie unter anderem Bereiche für Kurzzeit- und Tagespflege, ein öffentliches und ehrenamtlich betriebenes Nachbarschafts-Café, Arzt- und Physiotherapiezimmer zu schaffen. Als Baubeginn schwebt Gabriele Horster das Frühjahr 2017 vor. Voraussetzung ist allerdings, dass sich die Gemeinde zu ihrem Projekt bekennt.

Von Thomas Steingen

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