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Delitzsch Künstlerhand bringt neues Leben in altes Gemäuer
Region Delitzsch Künstlerhand bringt neues Leben in altes Gemäuer
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18:58 28.06.2010
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Die Malerin stellt seit dieser Woche ihre Werke in der Delitzscher Breiten Straße 14 aus. Es ist das Haus einer ihrer Vorfahren, in das die in München-Schwabing Geborene neuen Glanz und Schwung bringt. Andrea Rosenberg, sie besuchte 1968 bis 1973 eine Schauspielschule, entdeckte 1972 die Malerei für sich. Ihr Großvater Kurt Hermann war gleichfalls Maler sowie Bildhauer und Emaille-Künster. Er leitete 1964 die Villa Romana, eine deutsche Künstlerstiftung in Florenz. Die aus Sachsen stammende Mutter ist Schriftstellerin. Ihr Urgroßonkel August Schulze, dem das Haus in Delitzsch einst gehörte, war hier als Instrumentenmacher tätig – und 25 seiner Erben beschlossen 2004: Wir vermachen das Gebäude Andrea Rosenberg.

Mit dem ihr eigenen Verständnis für Kunst und Architektur und einer sensiblen Hand begann sie mit den Restaurierungsarbeiten, von deren Stand sich bei der Vernissage auch Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) überzeugen konnte. Dass die Hausherrin sich darum müht, möglichst den Originalzustand des Gebäudes (urkundliche Ersterwähnung 1500) zu bewahren beziehungsweise wiederherzustellen, würdigte Wilde dabei ganz besonders und betonte darüber hinaus: „Alles, was sich in der Breiten Straße tut, kann man nur begrüßen." Rosenberg indes schwärmte von den beiden Ladenräumen: „Ich haben noch nie Räume gehabt, wo ich meine Bilder so gut hängen konnte." Wobei sie nach den Ausstellungswochen durchaus eine Vermietung und andere Nutzung anstrebt.

Bei der Eröffnung führte die Künstlerin die Gäste durch die Exposition und bekannte dabei auch: „Ich male das Gleiche oft auch in verschiedenen Varianten". Und sie fühle sich im Osten „in ganz guter Gesellschaft". Denn nach dem Mauerfall habe sie gesehen, dass hier die realistische Kunst favorisiert werde. Über 40 Werke sind von ihr in der Breiten Straße zu sehen. Die Techniken reichen dabei von Tempera über Öl bis hin zu Acryl. Kleinformatiges löst dabei Meterhohes ab. Zu Letzterem gehören Holztafeln, die fantasievoll bemalt, einen schönen Kontrast zu den Galerie-Räumen im strahlende Weiß geben. Das über 500 Jahre alte Gemäuer scheint aus einem Jungbrunnen besonderer Art zu schöpfen – und bietet in der Delitzscher Innenstadt somit ein nicht alltägliches Kunsterlebnis.

Lutz Schmidt

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