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Delitzsch Kugel auf der Spödaer Kirchturmspitze gibt ihre Geheimnisse preis
Region Delitzsch Kugel auf der Spödaer Kirchturmspitze gibt ihre Geheimnisse preis
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08:00 11.07.2017
Mit vereinter Kraft heben Thomas Müller (links) und Bruno Essig die Kugel aus ihrer Verankerung auf der Turmspitze. Quelle: Thomas Steingen
Spröda

Mit Spannung haben am Montag Mitglieder des Sprödaer Kirchenrates und des Fördervereins zum Erhalt der Kirche verfolgt, wie im Zuge der Turmsanierung die goldene Kugel von der Turmhaube genommen worden ist. Dabei hatte Metallbildner-Meister Thomas Müller einige Mühe, die Befestigung zu lösen, denn die Lagerbuchse an der Turmspitzenstange war eingerostet. Gemeinsam mit Bruno Essig vom Förderverein konnte er die Kugel schließlich aus der Halterungsstange ziehen. Aus der Kugel holte Bruno Essig eine kupferne Kassette. Diese war nach den Sanierungsarbeiten Ende der 1980er-/Anfang der 1990er-Jahre in der Kugel verstaut worden.

Seinerzeit wurde die Haube mit Zinkblech verkleidet. Zwei Bergsteiger holten 1986 die Kugel ohne Gerüst vom Turm. Beide sind in einem Dokument, das Pfarrer Matthias Taatz am Montag in der Kassette fand, genauso verewigt wie die Helfer, die an dieser Sanierung beteiligt waren. Elke Gründling vom Förderverein zählte zu ihnen. Sie erinnert sich, dass damals ein uraltes Dokument zum Vorschein kam. Allerdings sei es zu 80 Prozent verschlissen und eine Restaurierung laut Experten nicht mehr möglich gewesen. Aber sie hat es aufbewahrt. Die 1992 der Kugel beigegebenen Schriftstücke sind alle noch gut erhalten. Darunter Geschichtliches über die Kirche, ihre Pfarrer, die Sanierungsetappen sowie eine LVZ vom 5. Juni 1992 mit der Titelschlagzeile „Stasi-Netz mit Mordauftrag aufgeflogen“. Zudem fand Pfarrer Taatz eine kleine Blechschachtel mit DDR- und BRD-Geld sowie historischen Münzen. Die älteste datiert aus dem Jahr 1653. Sie muss demnach noch von der Vorgänger-Kirche stammen, denn die jetzige wurde erst 1734 bis 1736 erbaut. Pfarrer Taatz wunderte, dass er nur historische sächsische Münzen gefunden hat, denn seit 1697 ist die Sprödaer Kirche preußisch.

Von Thomas Steingen

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