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Kurioser Gabelstapler-Deal landet vor dem Eilenburger Amtsgericht

Betrugsvorwurf Kurioser Gabelstapler-Deal landet vor dem Eilenburger Amtsgericht

Augen auf beim Gabelstaplerkauf. Ein Delitzscher wollte ein solches Arbeitsgerät günstig kaufen und hatte am Ende nur Ärger. Das Baujahr des Fahrzeuges war manipuliert worden. Das Geschäft wurde rückabgewickelt. Weil keinem ein Schaden entstand, wurde das Verfahren am Amtsgericht Eilenburg eingestellt.

Das Eilenburger Amtsgericht.

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg. Der Inhaber einer Delitzscher Kfz-Werkstatt wollte seinen Fuhrpark erweitern und sich die Arbeit erleichtern. Dazu schien ihm ein Gabelstapler gerade recht. Viel investieren wollte er nicht, ein gebrauchtes Fahrzeug täte es auch, sagte er sich und ging auf einschlägigen Internetseiten auf die Suche. Er ließ sich Zeit, wurde dann auch fündig.

Baujahr 1971 statt 1991

Ein Termin mit dem Verkäufer war schnell ausgemacht, ein Treffpunkt ebenso schnell gefunden. Auf den Delitzscher machte der Gabelstapler einen guten Eindruck. Er hatte zwar kleine Macken, aber die seien zu beheben, sagte sich der Käufer. Per Handschlag und ganz normaler Quittung, also ohne Vertrag, wechselte das gute Stück, das laut Angebot Baujahr 1991 sein sollte, den Besitzer. „Das Fahrzeug wurde geliefert, der Kaufpreis gezahlt“, berichtete der Delitzscher vor Amtsrichterin Carmen Grell. Warum das an sich doch glatt gelaufene Geschäft noch vor dem Kadi landete, ist einfach erklärt: Der Gabelstapler war nicht Baujahr 1991, sondern 1971.

Schwindel fliegt beim Ersatzteilkauf auf

Rausgekommen ist das durch einen Zufall. Der Delitzscher Kfz-Fachmann wollte Ersatzteile für seinen Neuerwerb bestellen und brauchte dazu die Ident-Nummer des Fahrzeuges. Die befindet sich auf dem Typenschild. Er suchte einige Zeit, bis er es fand. Dort stellte er dann fest, dass auf der kleinen Tafel am Baujahr manipuliert worden sei. „Beim Kauf habe ich die Ident-Nummer leider nicht überprüft“, gestand der Käufer, sonst wäre ihm das sicher schon früher aufgefallen.

Dem Verkäufer schien das damals allerlei zu sein. Das Geschäft war für ihn durch. Mit dem Nachspiel konnte er aber wohl nicht rechnen. Dennoch, die Staatsanwaltschaft warf ihm Betrug vor. Der Delitzscher hatte ihn angezeigt, weil trotz beabsichtigter Rücknahmen und Erstattung des Kaufpreises von etwa 2000 Euro gute vier Wochen vom Verkäufer nichts zu hören war. Für diese Verzögerung nannte er als Grund, er haben den Eigentümer des Gabelstaplers nicht erreichen können. Schließlich habe er nur den Verkauf im Kundenauftrag bewerkstelligt und auch ausschließlich dessen Daten in der Internet-Anzeige verwendet. Ihn treffen also keine Schuld, wenn die Daten zum Fahrzeug nicht zusammenpassten.

Eilenburger Gericht stellt Verfahren ein

Da am Ende beide Parteien keinen Schaden erlitten hätten, sozusagen der Rechtsfrieden wieder hergestellt sei, schlug die Eilenburger Amtsrichterin Grell die Einstellung des Verfahrens ohne Auflagen vor. Der Leipziger Staatsanwalt Gerald Weigel stimmte zu. Der Angeklagte und Verkäufer des Gabelstaplers musste noch kurz überlegen. In dieser Minute erklärte die Richterin ihm, dass es kein Freispruch, aber auch keine Verurteilung sei. Als er erfuhr, dass es dafür keinen Vermerk im polizeilichen Führungszeug geben werde, stimmte er der Einstellung ebenso zu.

Richterin Grell machte abschließend deutlich: Es kommt also nichts hinzu im Bundeszentralregisterauszug. Dort werden unter anderem strafrechtliche Verurteilungen registriert. Ein Unbekannter schien der Angeklagte dort nicht zu sein. Wie viele Eintragung dort vom Angeklagten vermerkt sind, ließ sie offen. Das Verfahren war schließlich eingestellt.

Von Ditmar Wohlgemuth

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