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L.E. Volleys gewinnen 3:2 in Delitzsch und werden Vizemeister

L.E. Volleys gewinnen 3:2 in Delitzsch und werden Vizemeister

Sie brauchten noch zwei Sätze, sie holten drei: Mit einem schwer erkämpften 3:2-Erfolg im Derby beim GSVE Delitzsch (22:25, 25:19, 23:25, 25:22, 17:15) sicherten sich die L.

E. Volleys am Samstagabend die Vizemeisterschaft in der 2. Bundesliga.

Die kleine Delitzscher Becker-Halle platzte aus allen Nähten. Rund 600 Volleyball-Fans erlebten ein würdiges Saisonfinale, feierten nach 119 packenden Minuten mit stehenden Ovationen beide Teams für ein nicht immer hochklassiges, aber extrem spannendes und leidenschaftlich geführtes Spiel.

Die Leipziger durften dabei gleich zweimal jubeln. Als Erik Wichert den Satzball zum 2:2 verwandelt hatte, waren sie am Ziel, hatten Rang zwei in der Tasche. "Aber ich bin stolz auf die Jungs, dass sie danach nicht zufrieden waren, sondern konsequent durchgezogen haben", sagte Trainer Steffen Busse, "so wurde es für uns ein perfektes Derby und ein perfekter Tag."

Seine Mannschaft entschied auch den achten Tiebreak der Saison für sich - eine einzigartige Bilanz. Wichert knallte den dritten Matchball erbarmungslos ins GSVE-Feld und meinte erleichtert: "Das ist ein sehr schönes Gefühl. Ich bin froh, dass wir auf das bittere 1:3 gegen Coburg so reagiert haben."

Die eine Woche zuvor verspielte Titelchance habe noch lange in den Köpfen gesteckt, bekannte Kapitän Jan Günther. "Das war eine schwere Woche, wir waren bis zum Donnerstag dünnhäutig und gereizt, aber jetzt unglaublich motiviert."

Dass die Delitzscher vor dem Anpfiff auf der Tafel am Kampfrichtertisch ihr Wunschergebnis aufgeklappt hatten - 3:1 und 25:4 (eine Anspielung auf den desaströsen letzten Leipziger Satz gegen Coburg) - stachelte das Busse-Team zusätzlich an. Die L.E. Volleys ließen sich vom zweimaligen Satzrückstand nicht beeindrucken, fighteten verbissen, zeigten eine geschlossene Mannschaftsleistung ohne schwachen Punkt, bestanden bravourös die Nervenprobe.

Ole Ernst spielte sehr variabel zu, verteilte die Angriffs-Last diesmal besser. Der 20-jährige Jannik Kühlborn (Busse: "So stark habe ich ihn noch nie gesehen") steuerte wie Wichert und Eugen Bakumovski 22 Zähler bei, auch die Mittelblocker Günther (7) und Christoph Rascher (8) überzeugten.

Ex-Nationalspieler Bakumovki, 32, der hoch konzentriert agierte, mit druckvollen Aufschlägen glänzte und seine ganze Erfahrung einbrachte, freute sich besonders über eine Geste der Leipziger Fans, die ihren Lieblingen kleine Goldmedaillen mit der Aufschrift "Tiebreak-Meister" umhängten. "Super, das habe ich noch nie erlebt, das ist ein schöner Abschluss."

Während die am Ende drittplatzierten Delitzscher laut Manager Günter Schweitzer bereits neun Spielerverträge für die kommende Saison unter Dach und Fach haben, ringen die L.E. Volleys noch um die Finanzierung. Die Akteure und viele Sponsoren, begeistert vom Samstag-Auftritt, wollen dabei bleiben. Auch Jan Günther, zwei Tage vor dem Derby 36 geworden, möchte noch ein Jahr dranhängen. "Beim Titelgewinn hätte ich vielleicht aufgehört, als Zweiter muss das nicht unbedingt sein." L.E. Volleys: Günther, Ernst, Wichert, Kühlborn, Bakumovski, Rascher, Glöckner; Roscher, Freese.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.04.2013

Steffen Enigk

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