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Delitzsch LMBV verkauft Ufergrundstück an Löbnitz
Region Delitzsch LMBV verkauft Ufergrundstück an Löbnitz
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10:51 27.02.2018
Der Seelhausener See bei Löbnitz. Quelle: Ditmar Wohlgemuth
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Löbnitz

Der Bergbausanierer, die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV), verkauft Grundstücke in der Löbnitzer Bucht am Seelhausener See an die Gemeinde Löbnitz. Darüber informierte auf Anfrage LMBV-Pressesprecher Uwe Steinhuber. „Der Aufsichtsrat des Unternehmens hat in seiner Sitzung am 17. August der Veräußerung von etwa 15,3 Hektar an die Gemeinde Löbnitz zugestimmt“, teilte LMBV-Prokuristin Evelyn Künzler mit. Derzeit werde der Termin zur notariellen Beurkundung des Kaufvertrages vorbereitet, ergänzte die Chefin des Flächenmanagement.

Vertrag prüfen

Der Löbnitzer Bürgermeister Axel Wohlschläger (CDU) hatte zwar auch davon gehört, Offizielles liege ihm bislang aber noch nicht vor. Trotzdem ist er erleichtert davon zu erfahren, denn damit könne es endlich mit der Entwicklung der Flächen weitergehen. „Zunächst werden wir aber den Vertrag gründlich prüfen, ob er tatsächlich noch unseren Vorstellungen entspricht“, betonte Wohlschläger. Wäre es nicht so, müsse man eben nachverhandeln. Optimistisch klingt anders. Trotzdem sieht er in dem Schritt der LMBV auch den Willen, am Seelhausener See weiterzukommen.

Öffentliche Ausschreibung

Warum es letztlich einer Entscheidung des Aufsichtsrates bedurfte, um den Grundstücksverkauf abzusegnen, begründete LMBV-Pressesprecher Steinhuber mit „internen Richtlinien“. Die LMBV hatte kürzlich mitgeteilt, Flächen an den Tagebauseen künftig nur noch auf dem Wege der öffentlichen Ausschreibung verkaufen zu wollen. Das hatte bei den Löbnitzern für etwas Aufruhr gesorgt. Sie sahen die Planungsarbeit der vergangenen Jahre gefährdet. „Was dabei rauskommen kann, haben wir jetzt in Delitzsch gesehen. Die Stadt hat im Bieterverfahren ein Grundstück nicht erhalten und hat nun nur wenige Möglichkeiten, auf die Nutzung Einfluss zu nehmen“, erklärte Axel Wohlschläger.

“Nur Absichtserklärungen“

Seit 2011 steht das Unternehmen FloatingHouse in den Startlöchern, um an der Löbnitzer Bucht zu investieren. 2011 stellte der Geschäftsführer Ulf Sybel das Projekt im Gemeinderat vor und traf dabei auf sehr viel Interesse. Heute hält er sich jedoch sehr bedeckt, was das Projekt betrifft und begründet es auf Anfrage so: „Es gibt bisher nur Absichtserklärungen und noch keine konkreten Ergebnisse.“

Wie bereits berichtet, wird die Gemeinde das von der LMBV erworbene Grundstück an FloatingHouse weiterverkaufen. Zudem gibt es bereits einen städtebaulichen Vertrag mit dem Unternehmen, der die Flächen am Uferbereich rund um den bereits bestehenden Parkplatz betrifft. Die Gemeinde hatte einem vorzeitigen Bebauungsplan zugestimmt. Seit 2015 wird im Hintergrund von FloatingHouse daran gearbeitet. Das Unternehmen ging dabei in Vorleistungen, obgleich zu diesem Zeitpunkt nicht vollkommen sicher war, dass es das Grundstück erwerben kann. Zwischenzeitlich wurde jedoch, was die weitere Planung betraf, auf die Bremse getreten.

Schwimmende Ferienhäuser

Das Unternehmen hatte nach eigenen Vorstellungen vor, zum See hin Terrassen anzulegen. Es sollte ein Campingplatz entstehen, auch eine Steganlage für etwa 50 Boote, ein Badestrand und ein Spielplatz. Platz sollte die Bucht auch für etwa zehn schwimmende Ferienhäuser bieten. Die Gastronomie sollte das Vorhaben abrunden. Was letztlich realisiert werden kann, hängt auch von der Fläche ab, die erworben werden kann.

Bevor der Investor aktiv wird, wird die Gemeinde mit der LMBV ein Teilstück des jetzt vorhandenen Rundweges vom Uferweg verlegen und das Ufer gestalten. Der Eigenanteil der Gemeinde wurde im Haushalt bereits eingestellt.

Von Ditmar Wohlgemuth

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