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Delitzsch LMBV will Lober und Leine künftig durch Sausedlitz fließen lassen
Region Delitzsch LMBV will Lober und Leine künftig durch Sausedlitz fließen lassen
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00:19 29.07.2017
Die Grafik zeigt den jetzigen Verlauf des Lober-Leine-Kanals am Seelhausener See und die von der LMBV favorisierte künftige Führung von Lober und Leine. Quelle: Richterb
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Delitzsch

Der Bergbau in der Region Delitzsch/Bitterfeld hat es mit sich gebracht, dass die Flüsse Lober und Leine nicht mehr ihrem historischen Lauf folgen. Zweimal sei der Lober beziehungsweise der Lober-Leine-Kanal verlegt worden, sagt Elke Kreische-König, Abteilungsleiterin Planung bei der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV). Bis 2022 will der Bergbausanierer Planungssicherheit schaffen, wie diese Vorfluter künftig aus Sachsen in Richtung Sachsen-Anhalt abgeleitet werden sollen.

Folie im Kanal hat Lebensdauer erreicht

Derzeit fließt der Lober-Leine-Kanal westlich und nordwestlich des Seelhausener Sees und mündet in Sachsen-Anhalt in die Mulde. Vor dem Bergbau floss der Lober von Delitzsch in Richtung Paupitzsch/Bitterfeld und die Leine durch Sausedlitz und den Goitsche-Wald nach Bitterfeld. Heute ist der Lober-Leine-Kanal um den Seelhausener See herum ein temporäres, also nur für einen gewissen Zeitraum angelegtes Gewässer. Er müsse wieder angefasst werden, weil die im Kanal verbaute Folie ihre Lebensdauer schon erreicht hat, erklärt die LMBV-Abteilungsleiterin. Deshalb sind die Flüsse und der Kanal im Jahr 2000 beim genehmigten Planfeststellungsverfahren zur Sanierung des Bergbauseenverbundes mit betrachtet worden und sollten in den Seelhausener See eingebunden werden. „Wegen der schlechten Wasserqualität des Lobers ist dieser aber aus dem sächsischen Planfeststellungsbeschluss ausgegliedert und zurückgestellt worden“, so Kreische-König.

Wasserqualität hat sich verbessert

Mit der Umsetzung der europäischen Wasserrichtlinie und der biologischen Behandlung der Abwässer hat sich die Wasserqualität der Flüsse deutlich verbessert. Deshalb kann jetzt das Verfahren zur Einbindung des Lobers und der Leine in den Seelhausener See und der Rückbau des Lober-Leine-Kanal um den Seelhausener See neu aufgerollt werden. „In Sachsen hat die LMBV als Verantwortliche das Verfahren bei der Landesdirektion angezeigt. Für die Abschnitte auf sachsen-anhaltischem Gebiet soll das in diesem Jahr noch geschehen“, kündigt die Abteilungsleiterin an.

Die Verfahren beinhalten Variantenvergleiche, in denen die LMBV nachweisen muss, dass die von ihr bevorzugte Lösung umweltverträglich ist. Die Vorstellungen gehen dabei auseinander. In Sachsen drängen die Akteure auf die einstigen Verläufe. Ein Argument, was für diese Variante spricht, wäre der Rückbau des künstlich geschaffenen Lober-Kanals von Benndorf bis zum Lauer Berg. Der Lober würde in diesem Fall in den Neuhauser See eingeleitet. Allerdings würden bauliche Eingriffe im Holzweißiger Seenverbund erforderlich, die das Landschafts- und Naturschutzgebiet in der Goitzsche berührten, was die LMBV als einen großen Eingriff und nicht zielführend sieht. Vielmehr plädiert sie für ihre Variante, die bereits 2000 untersucht worden ist.

Kanal noch einmal verlegen

Diese geht davon aus, den Lober-Leine-Kanal noch einmal zu verlegen, ihn nicht in die Mulde, sondern in den Seelhausener See münden zu lassen und an der Nordspitze des Sees einen offenen Ablaufgraben mit Regelbauwerk zum Großen Goitzschesee herzustellen. Damit muss der Höhenunterschied von drei Metern zwischen den beiden Seen überwunden werden. Der Kanal würde dann nicht mehr westlich um den Seelhausener See führen. Ab Zusammenfluss von Lober und Leine an der Ortsverbindungsstraße zwischen Laue und Poßdorf soll er im alten Leine-Bett durch den Ort Sausedlitz zum See fließen.

Umsetzung frühestens ab 2014

Der Holzgraben in Benndorf müsste in diesem Fall in den Neuhauser See geleitet werden, was Kreische-König baulich für leicht realisierbar hält. Rund 120 Meter Anbindung zum See sowie korrigierte Trassenführungen im Bereich der Kleingartenanlage seien erforderlich, damit das Gewässer frei abfließen kann. Insgesamt sieht die LMBV diese Lösung, die auch die Akteure in Sachsen-Anhalt favorisieren, als die umweltschonendere. Sollte die sächsische Genehmigungsbehörde das umfangreiche Genehmigungsverfahren fordern, dann hält die LMBV die bauliche Umsetzung der Wasserbaumaßnahmen frühestens ab 2024 für realistisch.

Von Thomas Steingen

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