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Lärmschutz: Gemeinde fordert Alternative zu Drei-Meter-Wänden

Lärmschutz: Gemeinde fordert Alternative zu Drei-Meter-Wänden

Zschortau. Die Lärmschutzpläne für den Bahnhof Zschortau gewinnen zunehmend an Detailschärfe. Rund ein Dreivierteljahr, nachdem die LVZ erstmals darüber berichtete, liegt das Vorhaben im Entwurf vor, werden Behörden und Gremien um Stellungsnahmen gebeten.

gsnahmen gebeten. Die Anwohnerversammlung mit Vertretern der Deutschen Bahn steht allerdings noch aus.

Konkret geht es um einen knapp 1000 Meter langen Gleis-Abschnitt im Bereich des Bahnhofs, der mit Schallschutz versehen werden soll. Der Bauherr, die DB Netz AG, plant drei Meter hohe Wände aus Aluminium. Geschützt werden sollen damit auf der östlichen Seite der Bahnlinie vor allem die Anwohner der Selbener Straße. Westlich der Gleise zieht sich die Barriere entlang der Straße Am Bahnhof, vorbei am Quermorgen bis zur Böttcherstraße.

Bis zur Errichtung der Wände dauert es noch ein Weilchen. Nach LVZ-Informationen ist es voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2016 so weit. Im Moment laufe die technische Prüfung für die Umsetzbarkeit der Maßnahmen, erklärt die Deutsche Bahn. Das Ergebnis solle abgewartet werden, bevor das Vorhaben den Anwohnern im Rackwitzer Ortsteil vorgestellt werde.

Zumindest im Rathaus ist man im Bilde. Die Gemeindeverwaltung findet in ihrer Stellungnahme deutliche Worte: "Die Gemeinde Rackwitz wünscht und unterstützt die Lärmsanierung. Die Auswahl der Mittel sollte jedoch im Konsens mit den unmittelbar Betroffenen erfolgen", heißt es im Antwortbrief. In der Kritik steht insbesondere die Höhe der Schutzvorrichtungen. Bereits im Mai habe die Gemeinde die Bahn gebeten, den Einsatz niedrigerer Wände zu prüfen - schließlich grenzt die Wohnbebauung in der Selbener Straße und in der Straße Am Bahnhof direkt an, ragt das blickdichte Aluminium vor den Fenstern empor. "Dieser, aus unserer Sicht Erfolg versprechenden Möglichkeit, wurde eine Absage erteilt", berichtet Bürgermeister Manfred Freigang (UWR). Die Lärm mindernde Wirkung niedriger Wände sei ungenügend, liege unter drei Dezibel und werde deshalb vom Bund nicht bezuschusst, zitiert Freigang die Begründung der Bahn.

In einer der LVZ vorliegenden Pressemitteilung vom Juli dieses Jahres beschreibt die Deutsche Bahn die niedrigen Schallschutzwände jedoch als "erfolgreich erprobt". Die Barrieren mit einer Höhe von 55 beziehungsweise 76 Zentimetern über Schienenoberkante "reduzieren den Lärm um bis zu sechs Dezibel".

Forderungen stellen kann die Gemeinde allerdings kaum. Bei der Lärmsanierung in Zschortau handelt es sich um eine freiwillige Maßnahme. Hintergrund ist ein Gesamtkonzept der Bahn, das die Halbierung des Schienenverkehrslärms in Deutschland bis 2020 vorsieht. Bundesweit sollen rund 2000 Gleiskilometer saniert werden. Wo sich die Investition lohnt, wurde zuvor geprüft. Die Bahn führte nach eigenen Angaben im November 2011 eine schalltechnische Untersuchung auf der Strecke Leipzig-Dessau durch, stellte fest, dass Schutzmaßnahmen in der Ortsdurchfahrt Zschortau besonders wirkungsvoll sind. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur finanziert die nun anstehenden Arbeiten.

"Eine Anwohnerversammlung sollte so schnell wie möglich stattfinden", betont Bürgermeister Freigang. Nach aktuellem Stand der Dinge könnte es Ende April so weit sein. In der gemeindlichen Stellungnahme wird zudem auf die Situation in Rackwitz und Podelwitz hingewiesen, wo ebenfalls Handlungsbedarf bestehe. Nach Aussagen der Bahn auf LVZ-Anfrage sei das geprüft worden, dort hätten Schutzmaßnahmen jedoch keine ausreichende Wirksamkeit. Es gebe im Übrigen keine weiteren Streckenabschnitte im Bereich Delitzsch-Eilenburg, die in das Lärmsanierungsprogramm aufgenommen wurden. © Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.12.2014
Würker, Kay

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