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Delitzsch Landgericht Leipzig: Fünf Jahre Haft für Totschlag im Delitzscher Asylheim
Region Delitzsch Landgericht Leipzig: Fünf Jahre Haft für Totschlag im Delitzscher Asylheim
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12:02 20.04.2016
Abdullah F. im Gerichtssaal. Er hat die tödlichen Messerstiche gestanden.  Quelle: André Kempner
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Leipzig/Delitzsch

 Der Messerstecher aus dem Delitzscher Asylbewerberheim muss für fünf Jahre und drei Monate hinter Gitter. Das Landgericht Leipzig befand den 28-jährigen Marokkaner des Totschlags schuldig. Dass er in der Nacht zum 1. September 2015 einen tunesischen Mitbewohner niedergestochen hat, gilt als unstrittig. Unsicher war allerdings, wie das Gericht die Tat bewertet. Die Spanne reichte von Totschlag im minderschweren Fall bis hin zu Mord.

Die Strafkammer ging in ihrem Urteil schließlich von Ersterem aus. Allerdings nur deshalb, weil dem geständigen Angeklagten nichts Belastenderes nachgewiesen werden konnte. Eine Reihe von Details jener Tatnacht sind nach wie vor im Dunkeln – es fehlt an unmittelbaren Zeugen. „Sie haben aus nichtigem Anlass und aus verletztem Stolz einen Menschen getötet. Mit dieser Schuld müssen Sie leben“, wandte sich der Vorsitzende Richter Hans Jagenlauf an Abdullah F. Der Marokkaner war auf dem Hof der Unterkunft in Spröda mit dem späteren Opfer in Streit geraten, soll von dem Tunesier auch geschlagen worden sein. Daraufhin holte F. ein Küchenmesser aus seinem Zimmer, lief zurück nach draußen, stach zweimal zu, traf Herz und Niere. Imed G. starb Minuten später.

Marokkaner handelte mit Tötungsvorsatz

Der Marokkaner handelte mit Tötungsvorsatz, davon ist die Kammer überzeugt. „Von Notwehr kann keine Rede sein, da er bewusst mit dem Messer die Konfrontation suchte“, sagte Jagenlauf. Niedrige Beweggründe würden gar für Mord sprechen. Jedoch folgte das Gericht dem psychiatrischen Gutachter, der eine Verwirrung und Beeinträchtigung des Täters in Erwägung zog, weil dieser – nach eigenen Angaben – zuvor selbst bedroht worden war. Außerdem war Alkohol im Spiel.

Abdullah F. trinkt und konsumiert Drogen seit seiner Jugend. Deshalb stand auch die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt im Raum. Mangels Deutschkenntnissen wurde das jedoch verworfen. Zumindest mit einer Abschiebung gen Heimat muss er in nächster Zeit nicht rechnen – der Strafvollzug, sofern das Urteil rechtskräftig wird, geht vor. Eine Rückführung stünde laut Staatsanwaltschaft frühestens nach Absitzen von zwei Dritteln der Strafe zur Debatte, die Zustimmung der Anklagebehörde vorausgesetzt. Abdullah F. wurden zudem die Kosten des Verfahrens auferlegt. Für den Mann, der nie eine Schule besuchte, wohl nur eine theoretische Größe.

Von Kay Würker

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