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Delitzsch Landkreis rüstet sich in Delitzsch gegen Mitarbeiterschwund
Region Delitzsch Landkreis rüstet sich in Delitzsch gegen Mitarbeiterschwund
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06:00 08.12.2016
Betriebe und Schulen im Dialog: Bereits frühzeitig soll die berufliche Praxis den Schülern nahegebracht werden. Quelle: Landratsamt Nordsachsen
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Delitzsch

Wie lässt sich dem Fachkräftemangel im Landkreis begegnen? Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises (WFG) machte dies zum Thema eines Fachtages. In der Unteroffizierschule des Heeres (USH) Delitzsch hatte sie gemeinsam mit der Berufsförderung des Landratsamtes, Vertreter von rund 30 Unternehmen und 16 Schulen eingeladen. Ziel war es, die Projekte der Fachkräfteallianz Nordsachsen vorzustellen und Unternehmen zu vernetzen.

Fachkräfte finden und binden

Gute Arbeitskräfte zu finden und zu binden sei nicht mehr so einfach, so Uta Schladitz, Leiterin des Amtes für Wirtschaftsförderung und Geschäftsführerin der WFG. Selbst in Branchen, die im Landkreis gut aufgestellt seien, herrsche ein Mangel an Fachkräften. Bei Bäckern, Fleischern oder auch in der Landwirtschaft blieben Stellen unbesetzt. Gezielt habe man bei dem Fachtag versucht, solche Unternehmen zu erreichen. Auch, um aus erster Hand zu erfahren, wo die Probleme liegen? Wie können die Betriebe sich auf den Mitarbeitermangel einstellen?

Unter dem Dach der Fachkräfteallianz sind unterschiedliche Projektträger versammelt. Deren Anliegen reicht von der Förderung schwer vermittelbarer Jugendlicher oder unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge bis dahin, Geisteswissenschaftler in Wirtschaftspositionen zu vermitteln. Ebenso begleitet sie Image-Kampagnen, bietet Workshops und veranstaltet den Rückkehrertag am 27. Dezember. „Andererseits ist es uns auch wichtig, die Jugendlichen bereits hier zu halten“, sagte Uta Schladitz. Gerade bei der heranwachsenden Generation müssten sich die Betriebe auf veränderte Wertvorstellungen einstellen. Nicht mehr nur das Geld zähle. So werde die Atmosphäre immer wichtiger: Ob ich mich wohlfühle, gegebenenfalls meine eigenen Dinge umsetzen kann oder das Teamwork stimmt, darauf werde verstärkt geachtet. Die Sicherheit des Arbeitsplatzes trete in den Hintergrund: „Die Jungen finden auch woanders was.“ Wer da altbacken daherkomme, gewinne diese Generation nicht. Stellen müssten unter diesen Vorzeichen ausgeschrieben werden, viel laufe über Social Media-Kanäle und Bekannte.

Unternehmen machen Schule

Es gilt, die Schüler frühzeitig an die Berufswelt heranzuführen. Projekte wie die Ausbildungsmesse und der Ausbildungswegweiser dienen dazu, Bildungsstätten und Wirtschaft anzunähern. Mit Aktionen wie „Schau rein!“, der Woche der offenen Unternehmen, oder auch beim gemeinsamen Wirtschaftsfrühstück erhalten Betriebe die Möglichkeit, Kandidaten kennenzulernen. Vor Ort bei der Allianztagung waren Personalverantwortliche ganz unterschiedlicher Branchen – vom Krankenhaus bis zum Logistikriesen DHL. Ihnen gegenüber saßen Vertreter der Bildungsstätten. Christian Krusemark, verantwortlicher Lehrer für Berufs- und Studienorientierung am Tauchaer Geschwister-Scholl-Gymnasium, warb für den Traumberufetag seiner Schule. „Da ist es interessant, Unternehmen zu finden, bei denen die Schüler nicht an der Werkbank stehen, sondern die ein duales Studium anbieten.“

Was die Wirtschaft einerseits möchte, die Lehrplänen hingegen vorgeben, sind Probleme, die bei der Tagung ebenfalls angesprochen wurden. Es sei schlecht messbar, ob sich der Tag gelohnt habe, sagte Thomas Wejda, Betriebsleiter bei Schulz Systemtechnik in Doberschütz. Am Standort hier sei es schwierig, gegen die Branchenriesen wie BMW oder Porsche anzukommen. Er sucht vor allem Programmierer. Die Firma besucht nicht nur Berufsmessen, sondern bietet Tage der offenen Tür an. „Die Betriebe müssen alle versuchen, sich interessiert anzubieten.“

Von Manuel Niemann

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